Review

Wer die Mordsgaudi „Deadpool 2“ mit dem wunderbaren Ryan Reynolds von Regisseur David Leitch bereits gesehen hat, der möchte womöglich, dass die Lachmuskeln im Training bleiben.

All denjenigen sei der Sammelband „Spider-Man/Deadpool: Geteiltes Leid“ wärmstens ans Herz gelegt, der bereits im April bei Panini Comics erschienen ist. Diese Sammlung steht nicht im Zusammenhang mit der aktuellen Reihe „Spider-Man/Deadpool“ (Spider-Man/Deadpool 2: Bis aufs Blut“, „Spider-Man/Deadpool 3: Ziemlich nicht so beste Freunde“), sondern umfasst sämtliche frühen Treffen und solche der letzten Jahre zwischen dem Netzschwinger Peter Parker und dem verantwortungslosen Söldner mit der großen Klappe und dem Heilfaktor Deadpool.

Vertreten ist hier unter den kreativen Schöpfern insbesondere die Crème de la Crème der Deadpool-Veteranen, wie beispielsweise Wade Wilsons Mitschöpfer Fabian Nicieza, die kreative Lichtgestalt in der Geschichte des Söldners Joe Kelly, Gerry Duggan, der brillante Daniel Way oder auch Brian Posehn, während den Zeichenstift etwa Größen wie Mike Hawthrone und Carlos Barberi schwingen. 

Die Ausgabe kann dabei mit einem bunten Strauß an Geschichten rund um das ungleiche Duo aus Netzkopf und  Knallkopf aufwarten. Den Auftakt macht etwa eine Story vom wunderbaren Joe Kelly, in der Deadpool und seine Geisel, Freundin und Ersatzmutter Blind Al in eine klassische Geschichte des Helden mit dem Spinnensinn aus dem Jahre 1967 katapultiert werden, wobei sie zu Beginn direkt mal der armen Tante May auf den Kopf fallen (etwa auch enthalten in der „Deadpool Killer-Kollektion 4: Totgesagte leben länger“). Bebildert wird das Ganze von Zeichner Pete Woods, der hier virtuos zwischen dem Stil der 90er und demjenigen des legendären Spider-Man-Künstlers John Romita Sr. wechselt, den er gekonnt nachempfindet.

Besonders erwähnenswert ist auch das Kapitel von (meinem persönlichen Liebling) Daniel Way. Hier legen sich die beiden Marvel-Ikonen Spider-Man und Deadpool zunächst miteinander an, bevor sie sich für einen Kampf gegen einen gemeinsamen Feind verbünden: den Affen-Auftragskiller namens Hit-Monkey (bereits enthalten in „Deadpool: Affentheater“). Hier fliegen die Fetzen und die Kreativen geben dem Affen ordentlich Zucker. Ein äußerst kurzweiliger Spaß.

Freilich ist auch ein Kapitel aus jüngerer Zeit enthalten, in dem der Schurke Doc Ock Dr. Otto Octavius den Körper des freundlichen Wandkrabblers aus der Nachbarschaft übernommen hatte, oder auch eine Episode, in der für Wade wahrlich ein Traum in Erfüllung geht: Er hüpft im Kostüm der Spinne durch die Gegend. „Total Spider-Man„!

Als Überblick über diese herrliche, knapp 270 Seiten starke „Spider-Man und Deadpool“-Sammlung soll das hier genügen. Schließlich ist das Ganze auch eher episodenhaft und versucht, verschiedene Epochen der Hassliebe zwischen dem Söldner und dem Weberknecht abzudecken. Selbstverständlich gibt es vorliegend manche besonders lesenswerten und witzigen Geschichten und andere, die man schneller wieder vergisst. Insgesamt scheint das Werk dabei auch mehr auf Leser abzuzielen, die mit dem Söldner mit der großen Klappe liebäugeln, denn Stil und Tonfall sind doch vermehrt Deadpool-esque.

Wer Stammleser beider Heroen ist, wird sicherlich das eine oder andere oder gar alle der hier umfassten Abenteuer sein eigen nennen, aber der Spaß- und Unterhaltungsfaktor ist so groß, dass man die Geschichten in diesem neuen Gewand auch gerne ein zweites (oder drittes) Mal genießt.

Inhalt

Ein Sammelband mit allen frühen Treffen von Spider-Man und Deadpool!

Klassische und neue Geschichten von Deadpools Mitschöpfer Fabian Nicieza und vielen mehr.

Am Anfang treten sich der Netzkopf und der Knallkopf als Feinde gegenüber und liefern sich harte Kämpfe. Erst gemeinsame Gegner machen sie zu Bros.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 10.04.2018
Originalausgaben: Deadpool (1997) 11 / Cable & DP 24 / Amazing SM 611 / Deadpool (2008) 19-21 / Avenging SM 12-13 / Deadpool (2012) 10 / Deadpool Ann. (2014) 2
Seitenzahl: 276
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?