Review

Im ersten Abschnitt von „Spider-Man/Deadpool 3: Ziemlich nicht so beste Freunde“ widmet sich das Deadpool-Dream-Team, bestehend aus Joe Kelly und Ed McGuinness, zunächst noch einmal ausgiebig dem Kampf des Netzschwingers und des Söldners mit der großen Klappe gegen die monströse Itsy Bitsy.

Wir erinnern uns zurück, dass besagte Itsy Bitsy in „Spider-Man/Deadpool 2: Bis aufs Blut“ von dem mit einem gehörigen Gott-Komplex ausgerüsteten Patient Zero sowohl aus dem Blut von Spidey als auch dem des großmäuligen Söldners erschaffen wurde und daher ziemlich mächtig geraten ist.

Doch zu Beginn der vorliegenden Ausgabe hat es das dynamische Duo zunächst im Wege einer Teleportation in das  fantastische Reich der Weirdworld verschlagen, wo sie sich mit allerlei Monstern herumschlagen müssen. Dort beginnt Wade, sich ernsthaft Sorgen um die mentale Verfassung seines Freundes und Partners zu machen, der zunehmend aggressiver wird und sich in den Kopf gesetzt hat, die gefährliche Itsy Bitsy ein für alle Mal zu liquidieren. Das will sich doch so gar nicht mit dem Mantra „aus großer Kraft folgt große Verantwortung“ vertragen, an das ausgerechnet Deadpool den Wandkrabbler erinnern muss. Ob es dem bekloppten Söldner gelingt, seinen Buddy davon abzuhalten, eine Dummheit zu begehen und leichtfertig seine jahrelangen Prinzipien zu verraten, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Im Anschluss folgen zwei Kapitel jeweils im Stile von Kurzgeschichten, wobei die erste aus der Feder von Penn  Jillette stammt, der ein amerikanischer Magier, Comedian, Erfinder und Autor ist, mit seinem Partner Teller („Penn & Teller“) ein Zauberkünstler- und Komiker-Duo bildet und der hier sein Debüt als Marvel-Autor feiert.
Unterstützt wird er dabei von Deadpool-Veteran und Zeichner Scott Koblish („Deadpool #4“, „Spider-Man/Deadpool 2: Bis aufs Blut“), der das Kapitel gewohnt routiniert bebildert.

Zu der Story lässt sich in Kürze kaum etwas Sinnvolles sagen, da es sich im Prinzip um eine Aneinanderreihung von Schabernack handelt; da wird fleißig die vierte Wand durchbrochen oder auch gegen eine Antagonistin namens Tarot gekämpft, die natürlich wild mit Spielkarten hantiert.

Zuletzt gibt es passend zu den Adventstagen noch ein Holiday Issue für die kalten Tage mit Spider-Man und Deadpool sowie dem muskelbepackten und übel gelaunten Gott Saturn, der die Weihnachtstage hasst, da sie seiner Meinung nach die Saturnalien, also den römischen Festtag zu seinen Ehren, verdrängt haben. Spidey und Deadpool nehmen sich also vor, dem Griesgram zu zeigen, worum es beim Fest der Liebe wirklich geht; ob Wade das selbst so ganz verstanden hat, mag man zumindest anzweifeln:

„ABERESGIBTGESCHENKE, FRESSENSAUFEN UNDALLESANDERE AUCH!!!“

Wenn man sich das durch Kopf gehen lässt, liegt er sicherlich auch nicht völlig daneben.

Inszeniert wird dieser Teil von den Autoren Nick Giovanetti sowie von Schauspieler, Comedian, Produzent, Regisseur und Podcaster Paul Scheer. Gastzeichner ist wiederum ein alter Bekannter mit Todd Nauck („Deadpool: Kriminaltango“), der ein großartiges Artwork für dieses bunt-verrückte Holiday Issue abliefert.

Kleiner Tipp noch: Wer gerne auch mal Künstlern bei der Arbeit zusieht, der sollte sein „Like“ auf der FacebookSeite „The Art of Todd Nauck“ setzen, wo dieser regelmäßig Bilder und Videos hochlädt, in Chats auf Fragen eingeht und regelmäßig unterhaltsam seine Kunst präsentiert – äußerst empfehlenswert! Wer auf den Geschmack kommen sollte, findet ein vergleichbares Angebot auch bei der Ikone Todd McFarlane auf Facebook.

Nun aber zurück zum Thema: Wie man oben erkennen kann, handelt es sich wiederum um eine kunterbunte Ausgabe mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wie schon zuletzt in „Uncanny Avengers 5“ kann man auch weiterhin den Wandel Deadpools zur vernünftigen guten Seele kritisieren, da dies die Figur irgendwo ihrer Eigentümlichkeit beraubt; auch der plötzliche Sinneswandel von Spider-Man in Bezug auf Mord und Totschlag kommt hier nicht gerade glaubhaft herüber.

Gerade aufgrund des tollen Artworks möchte man die Ausgabe aber insgesamt wohlwollend bewerten, insbesondere da mit Ed McGuinness und den beiden Gast-Künstlern Todd Nauck und Scott Koblish ausschließlich Kenner der Hauptfiguren am Werk sind und dies auch jederzeit zeigen. Storytechnisch darf es in der nächsten Ausgabe, die dann erstmals vom neuen Schreiberling, dem Theater-, Drehbuch- und Romanautor Joshua Corin, stammt, gerne wieder etwas bergauf gehen. 

Inhalt

Nach einer wilden Teleportation sitzen Spidey und Deadpool im magischen Reich Weirdworld fest. Doch das hält die beiden Spinner nicht davon ab, mit Nightcrawler zu trainieren, um rechtzeitig fit zu sein für den brutalen Endkampf mit Itsy-Bitsy, die aus ihrer beider Blut erschaffen wurde! Mephisto hält den Bros schon mal ein Plätzchen in der Hölle frei …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 28.11.2017
Originalausgaben: Spider-Man/Deadpool 11-14 / 17-18
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)