Review

Der Silver Surfer von Zenn-La, der ehemalige Herold des weltenzerstörenden und -verschlingenden Galactus, wurde 1966 von Comic-Gott Jack Kirby geschaffen und erstmals in den Abenteuern der „Fantastic Four“ veröffentlicht. Seitdem sind nun einige Jahrzehnte vergangen und zuletzt sorgte insbesondere das geniale künstlerische Dream Team aus Autor Dan Slott, Zeichner Mike Allred und dessen Ehefrau und Koloristin Laura Allred für Furore hinsichtlich des silbernen Wellenreiters.

Aus deren fruchtbarer Zusammenarbeit haben uns bisher schon die wundervollen Sonderbände „Silver Surfer 1: Ein Brett für zwei“ (siehe unsere Review: „Silver Surfer #1“), „Silver Surfer 2: Galactus, einfach unverbesserlich“ sowie „Silver Surfer 3: Im Weltall ist die Hölle los“ erreicht. In diesen Ausgaben hat es „Spider-Man“-Dauerbrenner Dan Slott (siehe dessen „Spider-Man – Marvel Now!“-Run oder auch „Spider-Man: Spider-Island“) geschafft, zu einer bunten und unterhaltsamen Neudefinition des Silver Surfers beizutragen. Maßgeblich für die Frische des Comics ist allerdings auch das eigenwillige Artwork der Eheleute Allred, die die galaktischen Abenteuer im Stile der Pop-Art-Kunst à la Roy Lichtenstein oder auch Andy Warhol inszenieren – ein absoluter Augenschmaus.

Nun hat das Warten endlich ein Ende und die deutschen Leser dürfen sich über den üppigen – 14 US-Ausgaben und über 300 Seiten starken – Silver Surfer Megaband: Was Surfer wollen“ aus dem Hause Panini freuen. Für die Fans ist es ein großes Glück und eine Freude, dass das oben genannte Team Slott/Allred/Allred sich hier erneut die Ehre gibt – keine Selbstverständlichkeit in Zeiten unbeständiger künstlerischer Teams. So kommt es hier herzlich wenig überraschend, dass der vorliegende „Surfer“ mindestens genauso unterhaltsam und vergnüglich geraten ist, wie seine drei Vorgänger.

Aufgrund des massiven Umfangs des Megabandes versuchen wir hier, eine möglichst überschaubare Inhaltsangabe zu präsentieren:
In der Vergangenheit durchstreifte der Silver Surfer grundsätzlich alleine die unendlichen Weiten des Universums, um fremde Welten und Wunder zu sehen und mit seiner kosmischen Macht Gutes zu tun. Die größte Veränderung durch
Autor Dan Slott war dann, dem Lonesome Rider das sympathische und aufgeweckte irdische Mädchen Dawn Greenwood als Begleiterin und zweite Protagonistin an die Seite zu stellen. Diese schaffte es, die Liebe des Surfers für sich zu gewinnen und ihn aus seinem Schneckenhaus zu holen. Gemeinsam begab sich das ungewöhnliche Paar dann auf Reisen durch die bunten Weiten des Universums, wo sie allerhand Abenteuer, Gefahren und Wunder erlebten.

Deinetwegen bin ich wieder zu neuen Ufern unterwegs. Wir sind schon so weit gereist, dass ich manchmal vergesse, wer ich war, bevor wir uns kennenlernten.

Doch zu Beginn dieses Bandes müssen Surfer Norrin Radd, Dawn, das Ding Ben Grimm, die Avengers und Spider-Man sich einer intergalaktischen Bedrohung für die Erde stellen. Diese stammt insbesondere von der früheren Heimat des Surfers, Zenn-La, und seiner einstigen Geliebten, Shalla Bal, die sich vorgenommen hat, den blauen Planeten nach dem Bilde Zenn-Las umzuformen. Der Silver Surfer muss sich zwischen seinem alten Heimatplaneten und der Erde entscheiden.

Im weiteren Verlauf beschert Norrin der Dame seines Herzens ein unverhofftes wie ungewolltes Treffen mit ihrer Mutter, die die Familie einst verlassen hat, das Paar trifft ein weiteres Mal auf einen – grundlegend veränderten – Galactus und gerät über eine wahnwitzige Zeitreise in ein anderes Universum mit eigenen Regeln.

Wer jetzt neugierig ist und noch mehr wissen möchte, der legt sich am besten diesen prallen Megaband zu.

Die Leseprobe stammt aus „Silver Surfer 2: Galactus, einfach unverbesserlich“, aber vom selben Team (Copyright: Panini Comics)

Dass Comic-Fans nicht zögern sollten, sich die Abenteuer von Dawn und dem Silver Surfer zuzulegen, sollte sich schon aus den einleitenden Worten ergeben. Dan Slott und Pop-Art-Genie Michael Allred feiern hier ein fulminantes Comeback. Dabei eignet sich der hiesige „Silver Surfer Megaband: Was Surfer wollen“ zwar durchaus auch für Einsteiger. Es sei jedoch nochmals betont, dass man sich auch die drei Vorgänger nicht entgehen lassen sollte. Einerseits um deren selbst willen, aber andererseits auch, weil der Megaband erheblich schmackhafter ist, wenn man die lang aufgebaute und liebevoll inszenierte Reise gemeinsam mit Dawn und dem Surfer erlebt hat. Die kosmische Silver Surfer-Reihe ist ein Feel-Good-Comic, wie man ihn nicht allzu häufig aus dem Hause Marvel präsentiert bekommt. Die Künstler wurden – gefühlt – komplett von der Leine gelassen und konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Außerdem kann man hier wunderbar erfahren, was alles möglich ist, wenn ein ausgezeichnetes künstlerisches Team sich durchgehend einer Figur verschreiben darf und dabei einige Freiheiten genießt.

Dan Slott schreibt eine Generalüberholung einer klassischen Figur, wunderbar eingängige Geschichten mit Witz, Charme und Emotionen und liefert sowohl dramatischstes galaktisches Spektakel als auch eine epische und berührende Liebesgeschichte, die die Zeit überdauert – eine überwältigende Weltraumoper.

Abschließend kann man nur festhalten: Wer die Serie bisher schon gelesen hat, der wird sie auch weiterhin inbrünstig lieben. Wer sie trotz aller Empfehlungen – wider besseres Wissen – nicht liest, dem kann ich auch nicht helfen. Es bleibt zu hoffen, dass es auch zukünftig mal wieder ähnlich spektakuläre Marvel-Comics gibt.

Inhalt

Die irdische Dawn Greenwood und der kosmische Silver Surfer erleben ihr bis dato dramatischstes galaktisches Abenteuer – auf der Erde?! Doch natürlich reisen die beiden auch wieder zu den buntesten, verrücktesten, gefährlichsten und wundervollsten Orten des gesamten Universums.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Dan Slott
ist ein US-amerikanischer Comic-Autor, der vor allem durch seine Arbeit an „The Amazing Spider-Man“, „Superior Spider-Man“, „She-Hulk“ sowie „Avengers: The Initiative“ Bekanntheit erlangte.

(Quelle: Wikipedia)

Dan Slott – Homepage
Dan Slott – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 20.02.2018
Originalausgaben: Silver Surfer (2016) 1-14
Seitenzahl: 316
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)