Review

Beim Splitter Verlag ist mal wieder eine opulente Gesamtausgabe erschienen und diesmal handelt es sich dabei um die „Samurai Gesamtausgabe 1 (Bd. 1-3)“ von Autor Jean-François Di Giorgio und Zeichner Frédéric Genêt.
In dieser Ausgabe enthalten sind „Band 1: Das Herz des Propheten“, „Band 2: Die sieben Quellen von Akanobu“ und „Band 3: Der dreizehnte Prophet“. Die einzelnen Erzählungen sind aber keine Kurzgeschichten, sondern eine fortgesetzte Story.

Hauptfigur ist der stille Takeo, ein Ronin (ein herrenloser Samurai). Dieser streift mit seinem Freund und Schüler Shiro durch das Land, auf der Suche nach seiner Herkunft; denn der Schwertmeister Takeo ist in einem Kloster aufgewachsen und weiß nicht, warum sein Bruder ihn vor zehn Jahren verlassen hat.

Mehr zum Inhalt der drei Bände folgt hier, doch Achtung, es folgen Spoiler. Klickt auf das +, um diese anzuzeigen.

Spoiler

Auf ihrer Reise kommen die beiden Gefährten auch durch ein Dorf. Dort löst ein kleines Bauernmädchen namens Natsumi ein mysteriöses Rätsel, mutmaßlich nur ein Geduldsspiel, tatsächlich ist es aber das für Band 1 titelgebende „Herz des Propheten“. Dies ruft den skrupellosen Meister Akuma auf den Plan, der das Mädchen unbedingt finden will. Takeo und Shiro entscheiden kurzerhand, Natsumi und ihre Amme Kinu mitzunehmen, um die beiden zu beschützen. Dabei wissen die Beteiligten zunächst nur, dass es sich bei dem „Herz des Propheten“ um eine lokale Tradition handelt, nicht jedoch, was diese bedeutet.

Da die Gruppe fortgehend von General Akumas Männern verfolgt wird, möchte Takeo für die Mädchen einen Unterschlupf suchen. Infolgedessen werden sie in einem Kloster empfangen, wo sie erfahren, dass sie sich in Lebensgefahr befinden. Unglücklicherweise fallen die Krieger Akumas dann über das ganze Kloster her, denn sie haben es auf Natsumi abgesehen.

Am Ende von Band 1 sieht der Leser einen Kampf zwischen Takeo und einem der Angreifer, der in seiner Inszenierung nicht unerheblich an das Duell zwischen Kiddo und Gogo aus „Kill Bill – Volume 1“ von Quentin Tarantino erinnert (wer den Film nicht kennt, möge ihn sich schnellstens ansehen!); gerade weil der Angreifer hier – zumindest augenscheinlich – auch mit einem sogenannten Liuxingchui (Meteorhammer) attackiert. Der Verfasser ist kein Schlagwaffenexperte, daher mag es auch eine andere (ähnliche) Waffe sein.

In Band 2 wird die Erzählung nahtlos fortgesetzt.
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Der Leser erfährt vor allem, dass General Akuma einst der Verwalter des Kaisers war, aber davon gejagt wurde, da er Gelder veruntreut hatte. Danach entwickelte er sich indes zu einem noch mieseren Verräter und ist nun fest entschlossen, den Kaiser zu verraten und an dessen Stelle zu treten. Problematisch daran ist vor allem, dass Akuma mit der Grabstätte des dreizehnten Propheten  – offenbar – über eine Waffe von außerordentlicher Macht verfügt. Die Gruppe um den Ronin Takeo entscheidet sich daher, die Quelle von General Akumas Macht ausfindig zu machen.

Band 3 schließt ebenfalls unmittelbar an Band 2 an und der Leser erfährt insbesondere einige Details über die Legende vom dreizehnten Propheten und was die kleine Natsumi damit zu tun hat.

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Der dreizehnte Prophet „soll ein Ungeheuer sein, das während einer Hungersnot ein ganzes Volk in seine Gewalt brachte und die Menschen zu seinen Sklaven machte (…) seine Jünger folgten ihm durch die ganze Welt (…) und nahmen sich dann vor seiner Gruft das Leben.“

Die Reisenden werden unterdessen von den sogenannten Schwarzen Schwestern verfolgt und befinden sich abermals in größter Gefahr. Außerdem kommt es noch zu dem Fingerzeig, dass durch Takeos Adern womöglich royales Blut fließt; denn in einer Rückblende erfährt der Leser von dessen Bruder: „Er muss es jetzt langsam erfahren. Er hat das Alter für die Thronbesteigung.“ Möglicherweise hat auch Takeos geheimnisvolles Tattoo etwas damit zu tun?

Leseprobe aus „Samurai Gesamtausgabe 1 (Bd. 1-3)“ (Copyright: Splitter Verlag)

Besonders hervorragend an der vorliegenden Gesamtausgabe sind die Farben von Delphine Rieu, die immer passend und immens vielseitig sind. Dadurch machen die weiten fernöstlichen Landschaften noch weit mehr Freude; eine derart abwechslungsreiche Farbgestaltung sieht man nicht oft. Auch die Anordnung der Panels ist immer wieder frisch und ungleichartig. Für Spaß und Slapstick ist zumeist der moppelige Shiro verantwortlich, was auch wunderbar gelingt. Noch dazu ist die Samurai-Story voller gut gelungener Action. Hier und da hätten die humoristischen und die actiongeladenen Szenen noch ausgiebiger ausfallen dürfen, aber alles in allem handelt es sich um eine Ausgabe mit fantastischem Unterhaltungswert.

Was für die letzte Rezension von der „Durango – Gesamtausgabe 1 (Bd. 1-3)“ galt, gilt uneingeschränkt auch hier, denn es handelt sich wiederum um einen opulenten Sammelband, der den Leser mit 160 Seiten bester Unterhaltung beglückt. Darüber hinaus kann die vorliegende Ausgabe noch mit Bonusmaterial in Form eines kommentierten „Making-of“ auftrumpfen. Von hier gibt es für die „Samurai Gesamtausgabe 1 (Bd. 1-3)“ folgerichtig eine uneingeschränkte Leseempfehlung (und nicht nur für Samurai-Fans).

Handlung

Im Japan zu Zeiten der Samurai bahnt sich ein folgenschweres Drama an: General Akuma, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im Reich, scheint fest entschlossen, den Kaiser zu verraten und selbst an dessen Stelle zu treten, obwohl beide ein düsteres Geheimnis eint: der dreizehnte Prophet.
Derweil zieht der schweigsame Takeo, ein Ronin (ein Samurai ohne Herr) durch das Land, auf der Suche nach seiner Herkunft und begleitet lediglich von einem Schüler. Als sie jedoch einer Gruppe Reisender zu Hilfe kommen, die gerade von Räubern überfallen wird, ändert das ihr Schicksal grundlegend.

Ein packendes Epos, das dramatische Action, eine fremde Kultur und exotische Landschaften zu einem einzigartigen magischen Abenteuer verschmilzt.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Jean-François Di Giorgio
ist ein französisch-belgischer Comicautor, geboren (1961) in Besançon.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 01.03.2017
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-95839-437-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?