Review

Comic-Fans, die dystopische Geschichten und pessimistische Zukunftsbilder lieben, finden aktuell ein Sammelsurium verschiedener Titel aus diesem Genre beim Splitter-Verlag. Zuletzt haben wir uns etwa schon das postapokalyptische Setting von „Parallel – New York, New York (Band 1)“ oder auch brandaktuell Rick Remenders neue Dystopie „Devolution“ angeschaut. Nun folgt also „S.A.M. – Band 1: Nach dem Menschen…“ von Autor Richard Marazano und Zeichner Xiao Shang.

In dieser möglichen Version der Zukunft ist die Erde nur noch ein Bild der Verwüstung und der Großteil der Menschheit scheint ausgelöscht zu sein. Über die Erdoberfläche marschieren riesige Maschinenwesen und die wenigen Überlebenden hausen in der Kanalisation, um sich der Vernichtung durch die Roboter zu entziehen. Außerdem scheinen hier ausschließlich Kinder und Jugendliche die Apokalypse überstanden zu haben.

Zu Beginn der Story begleiten wir eine Gruppe Teenies, die auf sich allein gestellt in dieser verwahrlosten Welt nach Apotheken oder Medikamentenlagern sucht, da ihnen bestimmte Vitamine fehlen. Plötzlich taucht ein gigantischer Kriegsroboter unmittelbar vor Hauptakteur Yann auf, der sich sicher ist, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat. Das Maschinenwesen, auf dessen Brust S.A.M. prangt, greift ihn jedoch nicht an, sondern scheint sogar vielmehr seine Nähe zu suchen. Yann will anschließend unbedingt wissen, warum die Maschine ihn verschont hat und macht sich alleine auf die Suche …

Wie man der Inhaltsangabe schon entnehmen kann, finden wir hier zahlreiche Motive, die wir bereits aus anderen Medien bestens kennen. Eine düstere Zukunft, in der ein Großteil der Menschheit ausgelöscht ist und die übrigen  Menschen von intelligenten Kriegsmaschinen unterjocht und vernichtet werden, erinnert doch mehr als nur unerheblich an das Terminator-Franchise; auch wenn die Überlebenden hier offenbar nur noch Kinder sind. Ferner sieht der riesige Roboter aus wie der Zwillingsbruder des harmlosen Giganten aus dem Science-Fiction-Animationsfilm „Der Gigant aus dem All“.

Leseprobe aus „S.A.M. – Band 1: Nach dem Menschen…“ (Copyright: Splitter Verlag)

Die Gruppe Teenager um Yann ist bisher noch relativ farblos und hat noch Luft nach oben, wenn es darum geht, die Gunst der Leser zu gewinnen. Da die Story bisher noch äußerst expositionsartig geraten ist, erscheint es durchaus möglich, dass in den Bänden 2-4 das Tempo noch deutlich angezogen wird.

Das Artwork in „S.A.M. – Band 1: Nach dem Menschen…“ ist allerdings ebenso überraschend wie gelungen. Die Manga-Anklänge sind wir aus dem Hause Splitter eher weniger gewohnt, aber Zeichner Xiao Shang liefert hier wunderbare Arbeit ab, die gerade aufgrund ihrer lebendigen Farbgebung sogar an große Animationsfilme (man denke an Miyazaki-Filme) erinnert.

Manga- und Anime-Fans, die sich schon länger mal ein prachtvolles Hardcover aus dem Splitter-Verlag zulegen wollten, haben hier eine gute Gelegenheit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Rein inhaltlich scheint sich die „S.A.M.“-Reihe nach dem ersten Eindruck aber eher an ein jüngeres Publikum zu wenden. Wer es etwas düsterer oder deftiger mag, greift zur hauseigenen Konkurrenz mit „Parallel – New York, New York (Band 1)“ oder Remenders  „Devolution“.

Inhalt

Unsere Welt, in einer möglichen Zukunft… Eine Gruppe Teenager, auf sich allein gestellt, ist gezwungen, sich in einer verwüsteten, namenlosen Mega-City durchzuschlagen. Ansonsten lebt dort, wächst dort nichts mehr, außer ein paar Flechten oder Ratten. Und das ist noch nicht einmal das Schlimmste: Roboter machen Tag und Nacht Jagd auf alles, was sich womöglich doch noch an menschlichem Leben irgendwo in den Ruinen verbirgt. Doch eines Tages stößt ein Spähtrupp auf einen Roboter, der sich auffällig anders verhält. Nicht nur, dass er die Gruppe nicht angreift, er scheint sogar eher die Nähe von Menschen zu suchen.

(Quelle: Splitter Verlag)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 20.07.2017
Seitenzahl: 48
Band: 1 von 4
ISBN: 978-3-95839-538-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?