Review

„Er ist ein Jäger. Sein Volk ist überall in diesem Teil der Galaxie bekannt, respektiert und gefürchtet. Als Spezialisten für Tarnung und Kampf. Als Killer und Trophäenjäger. Überlebenskünstler, Pirschjäger. Spurenleser und Fallensteller.“ Der Predator, auch Yautja genannt. Die größten Feinde jener gefürchteten Jäger sind die Aliens, die Xenomorphen. „Geschaffen allein, um zu überleben. Sich an jede Umgebung anzupassen. Und zu vermehren.“ 

Insbesondere auf der Leinwand kam es in „Alien vs. Predator“ und „Aliens vs. Predator 2“ schon zum Aufeinandertreffen zwischen diesen beiden prominenten Monstern.

Vorliegend gesellt sich in „Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens“ mit Judge Dredd eine weitere ikonische Figur in diese illustre Runde. „Er kommt von Mega-City One, einer gewaltigen, eng besiedelten Megalopole (…). Er ist ein Judge, der letzte und beste Schutz gegen eine Welt, die in Chaos, Korruption und Kriminalität versinkt.“

In dieser Rolle soll Judge Dredd hier auch besonders gefordert sein, denn in dessen Welt verlagert sich der Konflikt der beiden Monstrositäten in diesem in sich abgeschlossenen Crossover der drei beliebten Science-Fiction-Franchises.

Zu Beginn der Story wird Dredd mit seinen Kollegen in eine rasante, halsbrecherische Verfolgungsjagd verstrickt. Dabei verschlägt es das Team in ein abgelegenes Waldstück, wo sie von genmanipulierten, vermenschlichten Tieren attackiert werden. Von diesen Hybriden werden die Judges zu ihrem Schöpfer, einem verrückten Wissenschaftler namens Dr. Reinstöt, verschleppt. Dort im Urwald halten sich allerdings auch mehrere Predatoren auf, da sie ein Notsignal von einem Gefährten auf der Erde empfangen haben. Der wahnsinnige Akademiker Reinstöt hält jedoch nicht nur die Judges und jenen Predator in Gefangenschaft, sondern verfügt darüber hinaus über einen Alien-Schädel sowie die berüchtigten Facehugger. Es bedarf nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass der exzentrische Wissenschaftler auch das Genmaterial der Aliens nutzen will, um fiese Hybriden zu erschaffen. Um das absolute Chaos abzuwenden, müssen notgedrungene Allianzen eingegangen werden …

Leseprobe aus „Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens“ (Copyright: Cross Cult)

Viel mehr soll zu der Story von John Layman („Chew – Bulle mit Biss“, „Batman – Detective Comics“) hier nicht verraten werden, wobei es – mit Verlaub – auch nicht viel mehr auszuplaudern gibt. Denn wer nach dieser kurzen Inhaltsangabe der Ansicht ist, es könnte sich um eine klischeehafte Story-Entwicklung handeln, der hat damit vollkommen recht. Die Charaktere sind durch die Bank absolut eindimensional und insbesondere der Antagonist Dr. Reinstöt entspricht dem Archetyp des „verrückten Wissenschaftlers“. Allerdings sollte man derlei Dingen in einem solchen Crossover auch keine zu hohe Bedeutung zuschreiben und die selbstironischen Töne augenzwinkernd zur Kenntnis nehmen. Fans der Franchises wird schließlich klar sein, dass ein solches One-Shot lediglich einen beliebigen Katalysator benötigt, um Judge Dredd zwischen die Fronten der zähnefletschenden Aliens und der Jäger mit den Dreadlocks geraten zu lassen. Vor allem „Trash“-Fans werden die Story womöglich auch mit einem Schmunzeln genießen können und in der von Selbstironie und markigen Sprüchen strotzenden Handlung eine Hommage an den Actionfilm der 80er Jahre erkennen.

Das Artwork von Chris Mooneyham fängt diese Stimmung mit einem adäquaten Retro– bzw. Old-School-Vibe ein und vor allem seinem bildschöpferischen Geschick ist es zu verdanken, dass das Crossover mit einigen gelungenen Mischwesen aus dem Alien und seinem jeweiligen Wirt, dem es sich gewohnt morphologisch anpasst, aufwarten kann.

Für Freunde der einzelnen Sci-Fi-Franchises ohne (hohen) dramaturgischen Anspruch bietet „Predator vs. Judge Dredd vs. Aliens“ kurzweilige Unterhaltung, ohne in irgendeiner Form überraschen zu können, aber mit zahlreichen der beliebten Figuren (verschiedene Judges, Facehugger, Alienkönigin sowie äußerst cool designte Predatoren). Die oft leider wenig spektakulären Actionsequenzen werden allerdings auch Fans der Ikonen mit dem Gefühl zurücklassen, dass hier (noch) mehr möglich gewesen wäre. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Inhalt

Die Jagd nach einem üblen Verbrecher führt Judge Dredd in unbekanntes Territorium, wo ein verrückter Wissenschaftler Genexperimente an einem Predator durchführt, die selbst einem Dr. Moreau große Bewunderung abringen würden. Die DNA der Aliens spielt bei diesen Experimenten jedenfalls eine wichtige Rolle. Doch, wie könnte es auch anders sein, das Experiment geht kolossal schief und Dredd findet sich alsbald in einer Meute wilder, mutierter Xenomorphen wieder!

(Quelle: Cross Cult)

Autor & Zeichner

John Layman (Autor)

John Layman ist ein alter Hase im Comicgeschäft: Als Redakteur in Jim Lees WildStorm-Studios hob er Warren Ellis‘ und John Cassadays Planetary mit aus der Taufe und betreute Projekte wie das kontroverse The Authority von Mark Millar, Kurt Busieks Astro City oder das kürzlich mit Bruce Willis verfilmte Red von Ellis und Zeichner Cully Hamner.
Anfang des neuen Jahrtausends verließ Layman die inzwischen an DC verkaufte Comic-Schmiede und begann seine Laufbahn als freier Autor. Neben vielen Auftragsarbeiten für Marvel, IDW, Dynamite, Oni Press und andere ist er seither bekannt für schräge Eigenschöpfungen wie die Fantasy-Blaxploitation Bay City Jive oder Puffed!, eine surreale Komödie über einen jungen Mann im Drachenkostüm, der nachts verprügelt und in einer fremden Gegend zurückgelassen wird. Mit Chew, das seit Mitte 2009 bei Image Comics erscheint, landete Layman seinen ersten großen Hit.

(Quelle: Cross Cult)

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Chris Mooneyham (Zeichner)

Christopher Mooneyham hat 2010 seinen Abschluss an der Kubert School gemacht, die damals noch unter dem ellenlangen, aber selbsterklärenden Namen „Joe Kubert School of Cartoon and Graphic Art“ firmierte. Laut seinem Deviantart-Profil sind seine Lieblingscomicfiguren Snake Plissken, RoboCop, Conan und Batman. Ob diese auch gleichzeitig seine Lieblingsfilmfiguren sind, ist leider nicht überliefert.

(Quelle: Cros Cult)

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Chris Mooneyham – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 22.09.2017
Seitenzahl: 112
ISBN: 978-3-95981-394-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
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