Review

Die mit dem Eisner- und dem Harvey-Award hochdekorierte „Beste neue Serie“ (2016) von Erfolgsautor Brian K. Vaughan geht mit dem vorliegenden Sammelband Paper Girls 3“ bei Cross Cult bereits in die dritte Runde (zuvor: „Paper Girls 1“ & „Paper Girls 2“). Enthalten sind hier die US-Ausgaben „Paper Girls #11-15“ von Image Comics, die den Leser abermals in ein neues Setting verfrachten.

Die Vergangenheit zu ändern, ist nicht nur eine Gefahr für das Schicksal der Welt… es verändert die Realität an sich. (…) wie tragisch die Vergangenheit auch sein mag, wir müssen Zuschauer bleiben.

Ein Hinweis, der für unsere Protagonistinnen womöglich auch hilfreich wäre.

Im vorherigen Band wagten unsere furchtlosen Zeitungsmädchen zum Abschluss nämlich den Absprung aus einem Helikopter in ein Zeitfenster hinein. Nun heißt es für die jugendlichen Heldinnen „Bye Bye 21. Jahrhundert, und Hallo prähistorische Vergangenheit!“ Trotz dieser neuen Gefahrenlage ob der urzeitlichen Bedrohungen gibt es aber auch Grund zur Freude, denn Erin, Mac und Tiffany sind endlich wieder mit ihrer Freundin KJ vereint. Allerdings treffen sie hier auch auf eine Ureinwohnerin in ihrem Alter, die bereits Mutter ist, werden von einem gigantischen Monster attackiert und versuchen weiter, einen Weg zurück in das Jahr 1988 nach Stony Stream zu finden.

Zeitmaschinen, Monster, indigene Barbaren – hier ist dem Leser abermals einiges geboten! 

Leseprobe aus „Paper Girls 3“ (Copyright: Cross Cult)

Das Setting und das Zeitalter mögen sich in „Paper Girls“ zwar kontinuierlich ändern, aber Brian K. Vaughan (Eisner-Award für „Bester Autor“ 2005, 2013, 2014 und 2017) behält den Ton der Geschichte bei. Die surreale Handlung verschlägt die Zeitungsmädchen wieder in eine unbekannte Ära auf der Suche nach Antworten beziehungsweise einem Weg nach Hause. Dabei sind dem Leser die Protagonistinnen und deren Beziehungen zueinander aber immer vertrauter – ein Verdienst der brillanten Figurenzeichnung und -entwicklung des Erfolgsautors Vaughan. Es ist gerade diese Mischung aus surrealistischer, mysteriöser Story und den bodenständigen, geerdeten Mädchen, die der Image Comics-Serie diesen besonderen Charme und ihre Anziehungskraft verleiht. Die Authentizität von Vaughans Figuren wird durch lebensnahe und greifbare Dialoge – auch hier wieder – untermauert.

Dieses perfekte Gleichgewicht etwa zwischen Monstern und Barbaren und den greifbaren Heldinnen gelingt auch Zeichner Cliff Chiang weiterhin famos, der sowohl gelungene Splash-Panels als auch intime, ausdrucksstarke Gesichtsausdrücke scheinbar mit Leichtigkeit inszeniert. Dabei wird das Artwork wieder von pastelligen und frischen Farben von Matt Wilson abgerundet. Cliff Chiangs und Matt Wilsons Kunst allein sind eigentlich schon Kaufgrund genug.

Als einzigen Kritikpunkt möchte man womöglich weiterhin benennen, dass es noch genauso schwer ist, wie zu Beginn der Story, vorherzusagen, wohin die Reise der Zeitungsmädchen im Endeffekt führen wird. Da die gemeinsame Reise aber fortwährend Spaß macht, sollte man diese Kritik nicht an die große Glocke hängen.

Inhalt

Toto, ich glaube, wir sind nicht mehr in Kansas …

Nachdem sie den mutigen Sprung aus dem Helikopter in das Zeitfenster gewagt haben, finden sich unsere Heldinnen Erin, Mac und Tiffany in einer anderen Welt wieder. Die drei Mädchen sind zwar endlich mit ihrer Freundin KJ vereint, doch sind sie ganz bestimmt nicht zurück ins Jahr 1988 geschleudert worden. Umgeben von wilden Ureinwohnern, Dinosauriern und Raumschiffen, sind die vier auf sich alleine gestellt und müssen irgendwie wieder nach Hause kommen.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Brian K. Vaughan
ist ein US-amerikanischer Comic- und Fernsehautor, der durch seine Arbeiten für die Verlage Marvel Comics und DC Comics sowie an den Fernsehserien Lost und Under the Dome bekannt geworden ist.

Während eines Filmstudiums an der New York University knüpfte er über einen Workshop Kontakte zur Comic-Industrie und konnte seine ersten Geschichten bei Marvel veröffentlichen. In den folgenden Jahren schrieb er für einige der bekanntesten Serien der Verlage Marvel und DC wie X-Men, Spider-Man, Batman und Green Lantern. Ab dem Jahr 2002 konzentrierte Vaughn sich auf abgeschlossene Geschichten mit eigenen Figuren wie Ex Machina, Y: The Last Man und die Graphic Novel Die Löwen von Bagdad, die auf dem DC-Imprints Vertigo und Wildstorm erschienen. Für diese Arbeiten erhielt er in den Folgejahren mehrmals den renommierten Eisner Award.

2006 zog Vaughn nach Los Angeles, um sich geplanten – aber bisher nicht realisierten – Filmadaptionen seiner Comicwerke Ex Machina und Y – The Last Man für New Line Cinema zu widmen. Da der Drehbuchautor und Produzent Damon Lindelof von seinen Veröffentlichungen beeindruckt war, bot sich Vaughn die Chance zur Mitarbeit an der erfolgreichen Fernsehserie Lost. In den Jahren 2007 bis 2009 fungierte er von der dritten bis zur fünften Staffel als Ko-Autor und Ko-Produzent.

2011 wählte Steven Spielberg Brian K. Vaughan aus, den Roman Die Arena von Stephen King als Fernsehserie zu adaptieren. In der ab September 2013 unter dem Originaltitel Under the Dome im deutschsprachigen Raum ausgestrahlten Serie ist Vaughn als Drehbuchautor, Showrunner und Executive Producer tätig. 2012 wandte er sich auch wieder den Comics zu. Für den Independent-Verlag Image Comics schuf er zusammen mit der kanadischen Zeichnerin Fiona Staples die Science-Fiction-Serie Saga, für die er erneut Preise wie den Eisner Award sowie den Hugo Award Best Graphic Story für eine Geschichte in gezeichneter Form erhielt.

(Quelle: Wikipedia)

Brian K. Vaughan – Image Comics

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 18.12.2017
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-95981-561-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)