Review

Unter dem Etikett Science-Thriller veröffentlicht Oliver Juwig seinen Debütroman „Der Kristall“.

René und Lucas, zwei junge Forscher der Universität Berkeley, entdecken in der großen Pyramide von Gizeh mithilfe eines Mikroroboters ein Artefakt, welches gemäß unserer konventionellen Geschichtsschreibung nicht existieren dürfte.

Zur gleichen Zeit postuliert in Cambridge ein Team von Astronomen aufgrund theoretischer Überlegungen einen abnormen Himmelskörper, welcher die Umlaufbahn der Erde kreuzen wird. Als sich das volle Ausmaß der Bedrohung offenbart, bleiben nur wenige Wochen Zeit, diesen Himmelskörper, über dessen Identität noch lebhaft debattiert wird, von seinem Kollisionskurs mit der Erde abzulenken. Doch wie und mit welchen Mitteln kann man die drohende Katastrophe verhindern?

Ohne von dieser Bedrohung zu ahnen, wollen René und Lucas derweil die mysteriöse Botschaft aus der Pyramide entschlüsseln. Dabei offenbart sich ihnen schrittweise das technologische Erbe einer uralten Zivilisation. Doch auf ihren Fund sind bereits Gruppierungen aufmerksam geworden, die ihre eigenen Pläne verfolgen. So beginnt ein spannender und auch tödlicher Wettlauf um den Besitz des Artefaktes und gegen die Zeit.

Das Rezept erscheint zunächst simpel: Man nehme einige klassische Thriller-Zutaten (Jagd nach einem Fundstück; verschiedene Gruppierungen mit unterschiedlichen Interessen und Plänen; Protagonisten, die zwischen die Fronten der Fraktionen geraten; Action), unterlege dies alles mit einem apokalyptischen Countdown und gebe noch eine große Portion Prä-Astronautik (der Besuch Außerirdischer auf der Erde in vorgeschichtlicher Zeit) hinzu – und fertig ist „Der Kristall“. Doch ganz so einfach macht Oliver Juwig es sich und seinen Lesern zum Glück nicht.

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen (Gegenwart und Ägypten vor 12.000 Jahren), ist von Anfang bis Ende gut durchdacht und weist somit keine objektiven Lücken oder Längen auf.
Der Fokus der Gegenwartshandlung liegt ganz klar auf den beiden Hauptprotagonisten René und Lucas, die ihre individuellen Stärken und (durchaus gewollten) Schwächen haben und damit viel Identifikationspotenzial für die Leser besitzen. Dazu trägt sicherlich auch der kurzzeitige Wechsel in die Ich-Erzählperspektive (im Roman kursiv) bei – ein Stilmittel, welches der Autor sehr geschickt einsetzt -, wodurch dem Leser Gedanken und Überlegungen der Protagonisten noch näher gebracht werden.

Dem Autor gelingt hervorragend der Spagat zwischen Realität und Fiktion. Realität vermittelt die Gegenwartshandlung, indem diese auf ein möglichst reales technisches und vor allem wissenschaftliches Fundament gestellt wird. Oliver Juwig hat diesbezüglich sehr viel und sehr gut recherchiert und versucht dieses Wissen dem Leser auch in verständlicher Form nahezubringen.

Oliver Juwig (Copyright: Oliver Juwig)

Die Handlung im alten Ägypten dagegen ist dann doch reine Fiktion. Bekannte Figuren aus der ägyptischen Mythologie werden personifiziert. Hier bedient sich Oliver Juwig ausgiebig bei den Theorien von Erich von Däniken und Zecharia Sitchin und bettet diese geschickt in ein historisches Drama. Er spielt dabei quasi mit der Faszination der Leser nach dem Motto: So könnte es vielleicht gewesen sein…

Als nicht ganz so gelungen könnte man die emotionalen Momente im Roman empfinden. Diese vermitteln leider oftmals nicht die Intensität, die sich der Autor sicherlich gewünscht hätte. Dies betrifft auch die Erotikszenen im Roman, die in diesem Zusammenhang vielleicht sogar entbehrlich gewesen wären. Diese beiden kleinen Kritikpunkte können den überwiegend positiven Eindruck des Romans allerdings nicht wirklich trüben.

Oliver Juwig legt mit „Der Kristall“ einen äußerst gelungenen Science-Thriller vor, der den Vergleich mit internationalen Bestsellern nicht scheuen braucht, sondern, im Gegenteil, in vielen Belangen und Details sogar zusätzlich punkten kann. Für seine durchdachte, spannende und wissenschaftlich fundierte Story, seinen anspruchsvollen, trotzdem jederzeit angenehm zu lesenden Schreibstil sowie die optisch sehr ansprechende Aufmachung vergeben wir für „Der Kristall“ gerne 4,5 Punkte.

Inhalt

Zwei junge Forscher der Universität Berkeley entdecken in der großen Pyramide von Gizeh mithilfe eines insektoiden Mikroroboters eine versteckte Botschaft, während fast zur gleichen Zeit in Cambridge ein Team von Astronomen aufgrund theoretischer Überlegungen einen abnormen Himmelskörper postuliert. Als sich das volle Ausmaß der Bedrohung offenbart, bleiben nicht viel mehr als sechs Wochen Zeit, diesen Himmelskörper, der nicht größer ist als ein Apfel, von seinem Kollisionskurs mit der Erde abzulenken. Allerdings zeigt sich sehr schnell, dass die Menschheit nicht über die notwendigen Mittel verfügt, um der drohenden Katastrophe entgegenzutreten.

Ohne von dieser Bedrohung zu ahnen, enträtseln derweil die Jungforscher aus Berkeley die mysteriöse Botschaft aus der Pyramide und als sich dann schrittweise das technologische Erbe einer uralten Zivilisation offenbart, beginnt ein spannender und tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.

(Quelle: Oliver Juwig)

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Autor

Oliver Juwig, geboren im letzten Jahrhundert in Köln, verheiratet und Vater von 3 Kindern, studierte Naturwissenschaften, bevor er sich beruflich der Informationstechnologie zuwandte. In den Goldgräberjahren der IT Industrie baute er eine erfolgreiche Softwarefirma auf, die er zur Jahrtausendwende an ein internationales Beratungsunternehmen veräußerte. Seitdem ist er in Führungspositionen bei verschiedenen Unternehmen u.a. der eCommerce Branche tätig. Bereits als Autor diverser, anerkannter Fachpublikationen in der IT Branche bestens bekannt, legt Oliver Juwig nun mit „Der Kristall“ seinen ersten Roman vor.

(Quelle: Oliver Juwig)

Details

Format: Taschenbuch, Softcover
Vö-Datum: 00.00.2017
Seitenzahl: 672
Sprache: Deutsch
Verlag: Eigenpublikation

Copyright Cover: Oliver Juwig



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde