Review

Nova ist zurück! Den deutschen Lesern präsentiert Panini die komplette neue Serie in diesem üppigen – über 250 Seiten starken – „Nova Megaband 1: Familienzusammenführung“, der elf US-Hefte umfasst. Mit von der Partie sind hier auch Spider-Man und Ms. Marvel als Gäste und außerdem gibt es natürlich das aktuell obligatorische Civil War II Tie-In (eine relativ aktuelle Zusammenfassung des zweiten Superheldenkrieges findet ihr etwa in unserer Review zum „Civil War II Sonderband 3: X-Men“).

Doch zunächst eine kleine Vorstellung: Sam Alexander, wie der galaktische Heißsporn mit bürgerlichem Namen heißt, ist der junge Held Nova und erlebte in der Marvel Now-Ära seine ersten Abenteuer als Superheld. Als er eines Tages den Nova-Helm seines Vaters fand, begann für ihn das Superhelden-Dasein. Insbesondere traf er schnell auf die Guardians of the Galaxy, die danach regelmäßig Gaststars in seiner eigenen sechs Bände umfassenden Serie waren. Außerdem freundete sich Sam auch mit Thors altem Gefährten Beta-Ray Bill an. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Reihe war jedoch die Suche nach seinem von den außerirdischen Chitauri gefangen gehaltenen Vater Jesse Alexander, den er am Ende der Finalausgabe auch endlich finden sollte (vgl. „Nova 6: Eine Art Heimkehr“).

Ziemlich genau hier setzt der neue Megaband an und der Leser muss sich schnell fragen, ob es wirklich Friede, Freude, Eierkuchen heißt, denn Jesse Alexander scheint nicht der zu sein, der er zu sein vorgibt. Mehr kann und darf man diesbezüglich eigentlich nicht verraten.

Bei unserem jungen Helden Nova hat sich inzwischen allerdings auch einiges verändert. Mittlerweile sind nämlich nicht nur die beiden Frischlinge Ms. Marvel Kamala Khan sowie Spider-Man Miles Morales, sondern auch unser Nova Sam Alexander zu frischgebackenen Avengers avanciert (siehe „Avengers 1: Neue Helden“).

Bist du allein oder ziehst du mit den Avengers rum? Bei deren vielen Teams blick ich eh nicht mehr durch. Ich hab so langsam den Anschluss verloren.

Falls es dem einen oder anderen Leser so ähnlich geht, nur so viel dazu: Nova ist ein Mitglied der (klassischen) Avengers, zusammen mit den obigen Jungspunden sowie Iron Man, Vision, Captain America Sam Wilson und Thor Jane Foster. Verwechslungsgefahr besteht mit den von Steve Rogers gegründeten (und kürzlich aufgelösten?) neuen Uncanny Avengers, auch Unity Squad genannt (vgl. Uncanny Avengers 3″).

Zurück zum Thema: In der vorliegenden Ausgabe bekommen es Ms. Marvel, Spider-Man und Nova insbesondere mit Monstern aus dem unterirdischen Reich von Mole Man zu tun, allen voran mit dessen Sohn Mole Monster. Außerdem durchlaufen wir Leben und Probleme eines (nicht ganz) normalen Teenagers, der sich oft zwischen Privatleben und Superhelden-Dasein entscheiden muss und sich deswegen ein ums andere Mal mit Familie und Freunden auseinanderlebt.

In der Schule verpasse ich ständig was, meine Freunde hassen mich und die anderen Avengers… die nehmen mich irgendwie nicht für voll. Ich finde, es gibt ohnehin schon genug Superhelden auf der Welt.

Sam muss hier also nicht nur seine Mutter davon überzeugen, dass es eine gute Idee ist, ein Avenger zu bleiben, sondern auch sich selbst. Sowohl die irdischen und intergalaktischen Bedrohungen als auch Enttäuschung, Überforderung und Frustration fordern ihren Tribut von dem jungen Superhelden. Nichtsdestotrotz treibt es Sam am Ende wieder ins All, will er doch die Energiequelle seines Nova-Helms namens Worldmind aufspüren…

Leseprobe aus „Nova Megaband 1: Familienzusammenführung“ (Copyright: Panini Verlag)

Nachdem Autor Gerry Duggan vor allem Nova und Deadpool in der Ära von Marvel Now maßgeblich seinen Stempel aufgedrückt hat und auch weiterhin die Abenteuer über den Söldner mit der großen Klappe schreibt, hat er Nova vorerst den Rücken gekehrt. Die Geschichten über Nova übernimmt hier Autor Sean Ryan (zuletzt bei DC aktiv), ansprechend bebildert von Cory Smith und R. B. Silva.
Die Qualität fällt hier gegenüber den Vorgängerbänden etwas ab, was an den überbordenden Coming-of-Age-Themen liegen mag. Insgesamt machen die Nova-Abenteuer aber immer noch Laune und bescheren dem Leser eine kurzweilige Zeit.

Wer vor allem durch die neue Avengers-Serie so richtig Lust bekommen hat, sich dem jungen Senkrechtstarter zu widmen, dem sei dieser dicke Band wärmstens ans Herz gelegt. Die einzelnen Kapitel wirken zwar mitunter etwas unzusammenhängend und inkohärent, aber insgesamt ist „Nova Megaband 1: Familienzusammenführung“ durchaus gelungen und lesenswert. Selbst ältere Leser sollten sich von den Teenie-Problemen nicht abschrecken lassen, denn diese sind nicht derart allgegenwärtig, dass man nicht mehr auf seine Kosten käme.

Inhalt

Sam Alexander und sein Dad fliegen als Novas Seite an Seite. Doch die coolen Vater-Sohn-Abenteuer werden von einer gewaltigen Lüge bedroht. Zudem kämpft Sam gegen die Monster aus dem Reich des Mole Man – gegen das Gefühl, sich von seinen Heldenkollegen und seiner Familie zu entfremden. Schließlich erfährt er alles über die Quelle seiner Kräfte …

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Sean Ryan
ist ein amerikanischer Comic-Autor.

(Quelle: dccomics.com)

Sean Ryan – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 22.08.2017
Originalausgaben: Nova 1-11
Seitenzahl: 252
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?