Review

Als die Jungautorin Mona Kasten 2014 ihren ersten Fantasy-Roman veröffentlichte, dachte sie vielleicht nicht daran, dass man sie nur drei Jahre später als Bestseller-Autorin bezeichnen würde. Doch der Erfolg gab ihr Recht. Nun setzt sie mit „Coldworth City“ auf Superhelden-Action à la X-Men ‑ und wie es sich für einen Jugendroman gehört, natürlich auch auf eine Lovestory.

Prototypisch steht dabei eine junge Frau im Zentrum des Geschehens. Raven ist eine schlanke, attraktive Teenagerin, die in einer schmuddeligen Spelunke jobbt. Das Geld verwendet sie, um für sich und ihren jüngeren Bruder eine ebenfalls eher schmuddelige Wohnung zu finanzieren. Schuld an dieser eher unschönen Situation? Raven ist eine Mutantin. Da sie ihre Kräfte als Kind nicht kontrollieren konnte, kam es eines Tages zu einem tragischen Unfall, bei dem ihre Mutter ums Leben kam. Die Organisation AID, die ihnen ein Heim und Raven die Heilung von ihren Kräften versprach, hat sie allerdings nur als Versuchskaninchen missbraucht.

Also floh sie aus deren Fängen und tauchte unter. Eines Tages taucht allerdings Wade auf. Ein weiterer Mutant, der viel über Raven und ihre Vergangenheit zu kennen scheint. Er macht ihr ebenfalls ein verlockendes Angebot: Die Geschwister sollen sich einer Widerstandsorganisation anschließen, die sich für die Rechte aller Mutanten und gegen AID einsetzen will.

Logisch, dass sich daraus ein ziemlich großes Chaos entwickelt. Denn ganz zufällig steht der Widerstand nicht nur vor einer ganz großen Aktion, nein, auch ist die Protagonistin auf beiden Seiten die Schlüsselfigur. So strickt die Autorin eine lineare, weniger überraschende Story, die nichtsdestotrotz gut ausgearbeitet ist und beim Lesen durchaus für Spannung sorgt. Die kommt vor allem dann zum Ausdruck, wenn Raven mal nicht perfekt agiert und gezwungen ist, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. Leider mausert sie sich aber ziemlich schnell zum Wunderkind, was eben zum linearen Verlauf der Story führt.

Mona Kasten (Copyright: privat)

Ebenfalls eher vorhersehbar ist die Beziehung zwischen Raven und Wade (ob es Zufall ist, dass beide nach berühmten Mutanten aus dem X-Men-Universum benannt sind?). Alles fügt sich Schritt für Schritt zu einer perfekten Beziehung. Perfektion ist hier möglicherweise das Schlüsselwort. An jeder Stelle der Story scheint es ein wenig zu rund, ein wenig zu perfekt für die Beteiligten zu laufen. Die Hindernisse, die Kasten ihnen in den Weg stellt, lassen sich mit Leichtigkeit überspringen. Die Entwicklung, die durchlebt werden muss, läuft wie ein geölter Blitz.

Gerade wenn man diese Story vor dem Hintergrund der komplexen Mutantenstorys in Filmen oder natürlich in Comics sieht, dürfte „Coldworth City“ wie ein blasser Schatten dahinter verschwinden. Das setzt natürlich Kenntnisse dessen voraus. Wer in diesen Fantasy-Gefilden vollkommen unbeleckt ist (oder eben Wiederholungen und Geradlinigkeit nicht scheut), kann gemeinsam mit Raven ein paar unterhaltsame Stunden verbringen. Ansonsten liefert „Coldworth City“ leider maximal durchschnittliche Unterhaltungskraft.

Kurz zusammengefasst: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Inhalt

Bestseller-Autorin Mona Kasten mischt coole Superhelden-Action mit einer großen Lovestory.

Vor drei Jahren täuschte Raven ihren Tod vor, um der skrupellosen Forschungsorganisation AID zu entkommen. Seitdem ist sie auf der Flucht, denn Raven ist eine Mutantin, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, und AID würde alles tun, um sie wieder in ihre Gewalt zu bringen. Seit ihrer Flucht lebt Raven unerkannt in Coldworth City – bis der verschlossene Wade auftaucht und ihr anbietet, sie im Umgang mit ihren Fähigkeiten zu unterrichten. Damit ist die Zeit des Versteckens vorüber, denn schon bald sehen sich Raven und Wade einer Verschwörung gegenüber, die nicht nur das Ende der Mutanten bedeuten, sondern auch die ganze Welt ins Chaos stürzen kann.

Ein Superhelden-Roman für die riesige Fangemeinde erfolgreicher Serien wie Jessica Jones, Agents of S.H.I.E.L.D., X-Men oder Supernatural.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autorin

Mona Kasten
geboren 1992, lebt und studiert in Hamburg. Ende 2014 veröffentlichte sie ihren Fantasy-Jugendroman „Schattentraum. Hinter der Finsternis“ bei neobooks, für den sie im März 2015 den Indie Autor Preis gewann. Mit ihrem Roman „Begin Again“ gelang ihr auf Anhieb der Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch, e-Book
Vö-Datum: 01.09.2017
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-426-52041-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer