Review

Pünktlich zum Kinostart von „Thor: Tag der Entscheidung“ (Originaltitel: Thor: Ragnarok) wird bei Panini natürlich reichlich Lesestoff zum Odinsohn geboten. Darunter finden wir etwa „Thor: Tag der Entscheidung – Die offizielle Vorgeschichte zum Film“, die „Thor Anthologie: Geschichten aus Asgard“ oder auch den Klassiker „Thor: Ragnarök“ als Neuauflage. Für alle Fans, die den Sohn des Odin vermissen, seit die neue Göttin des Donners Jane Foster den Hammer schwingt (dazu etwa unsere Reviews zu „Thor #1“, „Thor #2“ oder auch „Avengers 1: Neue Helden“), gibt es ferner Der unwürdige Thor“ im Programm, in dem wir das Geheimnis seiner Unwürdigkeit erfahren und dem wir hier vor allem eine hervorragende Optik attestiert haben.

Doch vorliegend lautet das Motto: Wer immer diesen 260 Seiten starken und durchaus schweren Sammelband in Händen hält, so er denn würdig, möge die Macht von Thor besitzen. Denn hier wollen wir uns dem üppigen Band „Marvel Klassiker: Thor“ und damit den Ursprüngen des mächtigen Donnergottes widmen.

Leseprobe aus „Marvel Klassiker: Thor“ (Copyright: Panini Verlag)

Die beiden Comic-Legenden Stan „The Man“ Lee und Jack „The King“ Kirby führten den Gott des Donners in „Journey into Mystery 83“ im Jahre 1962 ein (auch nachzulesen etwa in „Die Marvel Superhelden Sammlung Band 4: Thor“). Die Abenteuer um Odins Sohn beginnen an einer windigen Küste Norwegens. Der im Urlaub befindliche Dr. Donald Blake entdeckt dort einige Aliens, die Steinmenschen vom Saturn, die die Erde unterwerfen wollen. Blake flüchtet in eine nahegelegene geheime Höhle, wo er einen uralten, knorrigen Holzstock findet. Als der gehbehinderte Doktor den Stock verzweifelt gegen einen Felsen schlägt, verwandelt ihn ein Blitz aus dem Nichts in den mächtigen Thor, Gott des Donners. Mit der Macht Thors und seinem mächtigen Uru-Hammer ausgestattet, stellt er sich den bösartigen Steinmenschen entgegen. In der Folge führt er ein Doppelleben als Thor sowie als sein Alter Ego Dr. Don Blake.

Im weiteren Verlauf der Ausgabe muss sich der Odinsohn dann, seiner göttlichen Macht von Odin beraubt, dem Wrecker und seinem Brecheisen stellen, der seinerseits zufällig die Macht vom unsterblichen Loki erhalten hat. Außerdem begegnet der Donnergott in diesem Zusammenhang der Todesgöttin Hela (deren Rolle im neuen Film Cate Blanchett übernimmt) und dem Zerstörer (bereits bekannt aus dem ersten Spielfilm aus dem Jahr 2011) in einer gnadenlosen Schlacht.

Weitere namhafte Kontrahenten sind zunächst der mächtige Troll Ulik und später insbesondere der von ihm befreite Mangog. Als dessen Rasse – vermeintlich – starb, hat sie die Lebensenergie von Milliarden Wesen in einem einzigen vereint, nämlich der entsetzlichen Kreatur Mangog. Dieser möchte nicht nur das sagenhafte Reich Asgard vernichten, sondern ist der Feind allen Lebens. Um sein Ziel, Ragnarök, die alles vernichtende Götterdämmerung, zu erreichen, will Mangog das mächtige Odinschwert aus der Scheide ziehen. Zu allem Überfluss schläft der Allvater Odin in dieser Stunde größter Gefahr den Odinschlaf, weshalb sich auch noch der infame Lügengott Loki den Thron des Allmächtigen unter den Nagel reißen will. Die letzte Hoffnung Asgards und auch der Neun Welten ruht auf den Schultern Thors, den seine Vasallen, vor allem die Asen Balder, Fandral, Hogun und Volstagg sowie seine Geliebte Lady Sif, natürlich tatkräftig unterstützen wollen. Neben dem Mjolnir schwingenden Sohn des Odin und seinen loyalen Freunden ist aber Asgards gesamte Armee erforderlich, um sich der brachialen Gewalt des Mangog entgegenzustellen und Ragnarök abzuwenden.

In den letzten Kapiteln der Klassiker-Ausgabe, erleben wir eine Art „Im Körper des Feindes (Face/Off)“, wenn Loki mit dem Donnergott die Gesichter vertauscht und daneben auch dessen Macht übernimmt, um in dessen Namen die Erde zu tyrannisieren.

„Marvel Klassiker: Thor“ bietet mit „Journey into Mystery 83“, „Thor (1966) 149-157“ sowie „Thor (1966) 179-181“ absolut fantastische und klassische Mythen und Legenden der frühen Thor-Historie. Dabei kommen die Fans hier nicht nur in den Genuss des Artworks der Legende Jack Kirby, sondern auch Thor-Abenteuer des legendären Neal Adams sind enthalten. Dessen Zeichnungen sind wie immer ein besonderes Vergnügen und lassen selbst Kirbys Strich zur damaligen Zeit überholt wirken.

Leseprobe aus „Marvel Klassiker: Thor“ (Copyright: Panini Verlag)

Der Zeichenstil und die teilweise quietschbunten Farben Ende der 60er Jahre mögen freilich gerade für das jüngere Publikum ungewohnt sein bzw. auf wenig Gegenliebe stoßen. Wer mit dieser Ära so gar nicht warm wird, der greift wahrscheinlich besser zu dem Best-of-Band Thor Anthologie: Geschichten aus Asgard“, der einen umfassenderen Abriss von Thor-Geschichten darstellt.

Das Storytelling von Stan Lee, insbesondere die schrullige Zweitexistenz bzw. Origin Story mit Dr. Donald Blake, wirkt aus heutiger Sicht sicherlich schon etwas angestaubt und gäbe es so wohl auch nicht mehr. Dies nimmt man aber stets mit einem Schmunzeln zur Kenntnis.
Außerdem glänzen Stan Lee und Jack Kirby vor allem durch ihre Kreativität, ihren Ideenreichtum und ihr Talent, klassische nordische Sagen in moderne Mythen zu übersetzen. Nicht zuletzt hat der Donnergott die von Lee erdachte hochtrabende, archaische, um nicht zu sagen altbackene Art zu sprechen bis zum heutigen Tage beibehalten. Und wer möchte das schon missen?

Dieser Band kann bedenkenlos Sammlern und Dauer-Lesern, die gerne in Nostalgie schwelgen möchten, aber ebenso Neueinsteigern sowie den Fans der Filme empfohlen werden, die schon immer das Geheimnis um die Herkunft Thors lüften wollten.

Inhalt

Die Ideen von Stan Lee und Jack Kirby haben die Welt verändert. Und für viele Kenner waren Man und King nie besser, als mit Thor in den späten 60ern.

Der Donnergott in unvergesslichen Schlachten gegen den Wrecker und sein Brecheisen, den Zerstörer, Bruder Loki, Todesgöttin Hela, Supertroll Ulik, und… erstmals konfrontiert mit Ragnarök und Mangog!

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Stan Lee
(*28. Dezember 1922 in New York; geboren als Stanley Martin Lieber) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -redakteur. Zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko schuf er für Marvel Comics eine Reihe von klassischen Superhelden. Lee und seine Mitarbeiter waren die Ersten, die komplexe Charaktere und ein durchdachtes gemeinsames Universum in die Welt der Superheldencomics brachten. Er machte aus dem kleinen Verlag Marvel Comics ein großes Medienunternehmen.

(Quelle: Wikipedia)

Jack Kirby
(*28. August 1917 in New York City als Jacob Kurtzberg; † 6. Februar 1994 in Thousand Oaks, Kalifornien) war einer der einflussreichsten und bekanntesten Zeichner amerikanischer Comics.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 17.10.2017
Originalausgaben: Journey into Mystery 83 / Mighty Thor (1966) 149-157 / 179-181
Seitenzahl: 260
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?