Review

Kaum ist der letzte Markus Heitz Roman im Knaur Verlag („Des Teufels Gebetbuch“) ausgelesen, legt der schreibwütige Autor auch bereits mit der Fortsetzung und dem gleichzeitigen (vorläufigen? – bei Heitz weiß man schließlich nie) Finale seiner „Sandmeer-Chroniken“ nach.

„Wédōra. Schatten und Tod“ knüpft dort an, wo „Wédōra. Staub und Blut“ endete. Und um den Lesern den Einstieg in die Wüstenstadt zu erleichtern, setzt der Autor gleich zu Beginn ein Glossar zu den wichtigsten Personen und Begrifflichkeiten, anschauliches Kartenmaterial sowie das Kapitel „Was bisher in Wédōra geschah …“. Damit ist man umgehend wieder mittendrin in seinem neu erdachten Kosmos, während zudem die gewählte auktoriale Erzählperspektive mit integrierten Erzählphasen aus der Sicht der Protagonisten Tomeija und Liothan (und Einblicken in deren Innenleben) stets unmittelbar ins Geschehen zieht.

Generell gelingt Markus Heitz die Ausarbeitung und Weiterentwicklung seiner Figuren in diesem Fortsetzungsband hervorragend, wohingegen die Dialoge oftmals ein wenig dynamischer und den Figuren entsprechender hätten ausfallen können. Dennoch lockern sie immer wieder die sehr detailreichen Ausschmückungen seines Romans gelungen auf.

Vor allem angesichts seiner Vielzahl an Veröffentlichungen binnen oftmals kurzer Zeit wundert es, dass der Autor trotzdem (wie auch bereits in „Des Teufels Gebetbuch“) derart viel Platz für Details einräumen kann. Ein Vor- und Nachteil zugleich, denn was für plastische Figurenausarbeitungen und Beschreibungen der hier anzutreffenden Wüstenstadt noch sinnvoll und angenehm zu lesen ist, verliert sich an anderer Stelle oft in unnötigen Längen.

Eventuell ist der Faktor Zeit aber eine Erklärung dafür, dass das Ende von „Wédōra. Schatten und Tod“ im Vergleich zum sonst vorherrschenden Detailreichtum eher knapp ausfällt.

Gut aber, dass die Handlung bis dahin spannend weitererzählt wird und stellenweise – auch wohl, weil man die Hauptcharaktere inzwischen besser kennt und neue Figuren passend integriert werden – sogar etwas mehr zu fesseln weiß, als im ersten Teil. Rollenspielartig nehmen die Abenteuer der beiden Hauptfiguren ihren Lauf und bleiben durch interessante Wendungen für den Leser unvorhersehbar. Währenddessen trifft man außerdem auf Figuren, die in ihrer Ausführung am Horror- und Mystery-Bereich kratzen, insbesondere aber die Ansiedlung des Romans im Dark Fantasy-Genre rechtfertigen.

Markus Heitz (Copyright: FinePic, München)

Heitz-Fans werden auf ihren Meister natürlich nichts kommen lassen. Mit etwas objektiverem Blick auf sein Werk „Wédōra“ muss man allerdings feststellen: Er konnte es schon einmal deutlich besser. So fallen die „Sandmeer-Chroniken“ nicht schlecht oder enttäuschend aus, gleichsam bilden sie aber sicherlich kein Meisterwerk innerhalb seiner Bibliografie. Wer Band 1 bereits besitzt und Gefallen daran gefunden hat, wird auch an Band 2 nicht vorbeikommen. Ebenfalls sollten und werden all jene zugreifen, die einfach alles von ihrem Lieblingsautor lesen müssen. Die restliche Leserschaft darf hingegen auf weitere Veröffentlichungen hoffen und warten, in denen die Stärken des Autors wieder weitaus deutlicher zum Vorschein treten.

Trailer

Inhalt

Eine geheimnisvolle Stadt inmitten der Wüste. 
Eine Million Einwohner, umgeben von Feinden. 
Und zwei Reisende, die Wédōra retten oder vernichten können.

Das neue Dark Fantasy-Meisterwerk aus der Feder von Bestseller-Autor Markus Heitz führt die Leser zurück in die ebenso geheimnisvolle wie tödliche Wüstenmetropole Wédōra.

In der schwer befestigten Wüstenstadt Wédōra warten gefährliche Herausforderungen auf die Freunde Liothan und Tomeija, die es auf magische Weise in die gewaltige Metropole verschlagen hat.
Als Tomeija vom geheimnisumwitterten Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen wird, kann sie nicht ahnen, dass sie bald nicht nur gegen Verbrecher und mörderische Intrigen vorgehen muss, sondern auch gegen ihren Freund aus Kindheitstagen – denn Liothan macht sich unterdessen in Wédōras Unterwelt einen Namen. Doch damit nicht genug: Zwei benachbarte Reiche rüsten zum Krieg, und die neutrale Handelsstadt droht, darin verwickelt zu werden. Liothan und Tomeija werden plötzlich zu den entscheidenden Figuren in einem mörderischen Konflikt, der Wédōras Ende bedeuten könnte.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Kein anderer Autor wurde so oft wie er mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet, weshalb er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy gilt. Mit der Bestsellerserie um „Die Zwerge“ drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt in Homburg.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Klappenbroschur
Vö-Datum: 21.08.2017
Seitenzahl: 656
ISBN: 978-3-426-65436-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde