Review

Markierte Folge 7 namens „Laurin“ noch den Beginn der zweiten Staffel von „Mark Brandis Raumkadett“, setzt die aktuelle Episode „Mondschatten“ die Science-Fiction-Hörspielreihe gelungen weiter fort. Allzu zusammenhängend präsentiert man die jeweilige Handlung der siebten und achten Episode allerdings nicht, denn ziemlich eigenständig baut sich in „Mondschatten“ eine weitere Geschichte aus dem jungen Leben des Mark Brandis‘ auf.

Action, Dramatik und hin und wieder auch eine Portion Tragik sind die Versprechen, die die Macher mit jeder neuen Folge „Mark Brandis Raumkadett“ versprechen. Angesichts der Tatsache, dass Fans des Raumschiff-Commanders durch die Hauptserie „Mark Brandis“ bereits wissen, wie es ihm im Erwachsenenalter erging, stellt sich die Frage, inwieweit auch Spannung garantiert werden kann. Die Antwort darauf geben die Umsetzung und die professionelle Sprecher-Riege dieser Hörspielproduktion, denn jene sorgen stets dafür, dass die Hörer gebannt am Ball bleiben.
Und so ist es auch in Folge 8 ein Hörgenuss zu erfahren, welche Erfahrungen Mark Brandis gesammelt hat, welche Abenteuer ihn prägten, wodurch er an Profil gewonnen hat, kurz, wie er zu dem Hörspielhelden geworden ist, als den ihn seine Fans kennen.

Wie der Name „Mondschatten“ bereits vermuten lässt, führt die neue Mission den Protagonisten und seine Freunde auf den Mond. Ein Übungsmanöver steht für die Jungkadetten auf dem Programm und jenes entpuppt sich schon bald als überschaubares, aber tatsächliches „Gefecht“. Verwunderlich ist dies nicht, denn so und ähnlich bauen sich viele der Episoden von „Mark Brandis Raumkadett“ auf, die damit vor Vorhersehbarkeit oftmals strotzen. Die hier durch die Figur Nina geschaffenen Bezüge zur Pilotserie verleihen der linearen Handlung aber einen interessanten zusätzlichen Aspekt.

Nikolai von Michalewsky (Copyright: Nikolai von Michalewsky)

Nikolai von Michalewsky (Copyright: Nikolai von Michalewsky)

Umso enttäuschender fällt dann aber das Ende aus, denn „Mondschatten“ wartet an dieser Stelle zwar mit allerlei spacigen Laserkampfgeräuschen auf, versäumt es aber, der Figur Nina abschließend gerecht zu werden. Ihr „Schicksal“ wird in wenigen Sekunden nur noch nebensächlich behandelt, sodass auch die emotionale Ebene die Hörer kaum bis gar nicht berührt. Diesbezüglich wurde das Potenzial so wenig ausgeschöpft, dass es schon fast verwunderlich ist, die Figur überhaupt ein weiteres Mal in der Serie auftauchen zu lassen.

Immer wieder schön zu hören ist es aber, dass dem Nachwuchs-Sprecherbereich hier durch die vornehmlich jungen Figuren eine große Plattform geboten wird, sodass jene sich und ihr Können präsentieren, das nicht enttäuscht. Neben „Alt-Stars“ liefern somit auch in „Mondschatten“ alle Sprecher – ob jung oder alt – eine professionelle Leistung ab.

Trotz eines eher fade in Szene gesetzten Endes erreicht „Mark Brandis Raumkadett“ mit seiner achten Folge noch das Prädikat „großartig“ und wird die Sammlung der Fans auf unterhaltsame Art ergänzen.

Hörprobe

Inhalt

In der Astronautenschule gehen Gerüchte um: die Gruppe, in der Mark Brandis und seine Freunde ausgebildet werden, soll gegen Jungkadetten antreten, die die Raumflotte heimlich trainiert hat. Als Ort der Übungsmanöver wurde der Mond ausgewählt. Doch kaum sind sie dort eingetroffen und auf sich allein gestellt, kommt alles anders. Und es hilft Mark Brandis nicht, dass er ausgerechnet jetzt Nina wieder begegnet. Der Frau, die ihm vor Jahren das Herz gebrochen hat …

(Quelle: Folgenreich / Universal Music Family Entertainment)

Autor

Nach dem 2. Weltkrieg zieht es den jungen Nikolai von Michalewsky immer wieder nach Afrika. Er verdingt sich als Assistent auf eine Kaffeeplantage und ergreift dann die Chance, die ihm eine amerikanische Nachrichtenagentur bietet: Er geht als Berichterstatter auf den Kriegsschauplatz Algerien. In einer Reihe von Büchern schreibt er sich seine Eindrücke und Erlebnisse von der Seele.

Fast vier Jahrzehnte vergehen, bevor er, der inzwischen einer noch größeren Faszination erlegen war, in Gedanken noch einmal auf den Schwarzen Kontinent zurückkehrt. Hinter dem Titel “Keine Spuren im Sand” steht die Erinnerung an seine Begegnung mit dem Element Sahara.

Inzwischen jedoch mit Haut und Haaren dem Element Meer verfallen, als Seefahrer und als Taucher, war er längst zum Dichter und Chronisten der Welt unter Wasser geworden. Sein Haus auf Sardinien, an dessen Fundament die Brandung rüttelt, war Ausgangspunkt zahlreicher Expeditionen.

Und um sich nicht einseitig festzurren zu lassen durch Kritik, Verleger und Marktzwänge, wechselte er seine Autorennamen so oft wie seine Boote: Victor Karelin, Nick Norden, Mark Brandis, Bo Anders.

Im Hörfunk war er bekannt dafür, dass er es verstand, komplizierte Sachverhalte fesselnd und leichtverständlich darzustellen. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise legen davon Zeugnis ab. Und so wird schließlich die Weltgesundheitsorganisation auf ihn aufmerksam, als sie Ausschau hält nach einem Autoren für die Dokumentation ihres medizinischen Feldzuges gegen das Pockenvirus. Es entsteht das Werk, das den Siegern in Weiß das Denkmal setzt.

Auf das schweißtreibende Klima von Bangladesch folgt erneut die Kühle der See. Doch diesmal ist es eine bedrohte Meereslandschaft, zu deren Rettung Nikolai von Michalewsky in seiner Buchreihe “Grüner Auftrag für Fortuna” aufrief.

(Quelle: Homepage von Nikolai von Michalewsky)

Kapitel

01 Schwerelos im Ring
02 Prolog
03 Im Lavatunnel
04 Unterwegs mit Nina
05 „Es riecht … wie Honig“
06 Ein langer Gang
07 Unfreiwillige Zeugen
08 In Fesseln und ohne Hoffnung
09 Rettung in letzter Sekunde?
10 Auf der LETTOW-VORBECK

Details

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 15.04.2016
Spielzeit: ca. 56 Minuten
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Folgenreich (Universal Music Family Entertainment)

Copyright Cover: Folgenreich / Universal Music Family Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde