Review

Irgendwann geht alles einmal zu Ende – auch eine der erfolgreichsten deutschen Hörspielreihen. Doch so traurig dies für Fans des Weltraumhelden Mark Brandis und Liebhaber akustisch in Szene gesetzter Science-Fiction sein mag, so tröstlich ist es, dass zum einen die finale 32. Folge namens „Der Pandora-Zwischenfall“ die Qualität der bisherigen Produktion aufrechterhält und daher die Serie gebührend abschließt, und dass zum anderen Folgenreich mit dem Prequel „Mark Brandis Raumkadett“ weiterhin für Abenteuer aus dem Brandis-Kosmos sorgen wird.

So hört man „Der Pandora-Zwischenfall“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge und diese zwiespältigen Gefühle spiegeln sich auch ein wenig in der Abschlussepisode wider. Entsprechend leitet melancholisch ruhige Musik den ersten Track „»Nein, weiter weg«“ ein, während im Folgenden sehr vereinzelt, dafür aber umso gelungener kleine Mark Brandis Rückblenden integriert wurden (vgl. Track „Reise nach Kallisto“, in dem unterschiedliche Stimmen zu seiner Person – harmonisch in den inhaltlichen Kontext eingebettet, ohne den Handlungs- und Erzählfluss zu stören – zu Wort kommen). Auch dem Hörer werden dadurch vergangene Erlebnisse und Abenteuer der Reihe rund um Mark Brandis in Erinnerung gerufen; passender als in der Finalfolge hätte man diese Passagen nicht unterbringen können.

Allerdings hat man sich insgesamt doch ein wenig mehr von der letzten Episode der gesamten Reihe versprochen.
Sicherlich gibt es wieder ausreichend Dramatik, Action und nachdenklich Stimmendes, auch die Spielzeit ist mit ca. 79 Minuten mehr als umfangreich, doch irgendwie fehlt das gewisse Etwas, eine Art Feuerwerk, welches das Finale von den bisherigen Episoden noch einmal abgehoben und das Ende der Hörspielreihe deutlicher markiert hätte.

Auf ganzer Linie brillieren ein letztes Mal hingegen die Sprecher und Sounddesigner. Sie sorgen dafür, dass dem „Pandora-Zwischenfall“ Leben und Atmosphäre eingehaucht wird, sodass sich der Hörer komplett auf die Folge einlassen kann und das Gefühl entsteht, sich beinahe direkt „vor Ort“ zu befinden.

Nikolai von Michalewsky (Copyright: Nikolai von Michalewsky)

Nikolai von Michalewsky (Copyright: Nikolai von Michalewsky)

„Vor Ort“ bedeutet in diesem Fall, dass uns Episode 32 in das Jahr 2137 und auf den Jupitermond Kallisto führt. Die dort entwickelten Kunstmenschentypen, die „Astraliden“, sollen auf eine Expedition vorbereitet werden, doch es kommt zu Todesfällen und das Projekt droht zu scheitern. Gemeinsam mit einem kleinen Team, bestehend aus Brandis‘ Frau Ruth O’Hara, Dr. Rebecca Levy und Lt. Iwan Stroganow, soll Mark Brandis der Sache nachgehen. Der persönlichen, familiären Atmosphäre innerhalb des Vierergespanns stehen die nicht zu Emotionen fähigen Astraliden gelungen gegenüber. Daniel Claus und Mélanie Fouché in ihrer Rolle als künstliche Intelligenz namens M3 und M6 wissen dies durch ihre Sprecherleistung perfekt an die Hörer zu bringen; keine einfache Aufgabe, die aber glaubwürdig absolviert wurde.

Für Fans ist „Der Pandora-Zwischenfall“ natürlich ein Muss. Auch wenn hier und da ein Extra wünschenswert gewesen wäre, und sei es schon nicht innerhalb des Hörspiels, so doch zumindest im Booklet, weiß Folge 32 zu überzeugen. Wer trotz des Finales wehmütig auf mehr hofft, dem bleibt neben dem oben erwähntem Prequel zudem noch der Besuch eines jener Planetarien, das mit Mark Brandis Veranstaltungen aufwartet, bei denen man sich die Hörspiele unter dem Sternenhimmel zu Gemüte führen kann.

Handlung

2137: Auf dem Jupitermond Kallisto haben Republiken und Union gemeinsam einen langlebigen und hochintelligenten Kunstmenschentyp entwickelt. Zwei Dutzend dieser „Astraliden“ bereiten sich auf eine Expedition hinaus aus unserem Sonnensystem zu fernen Planeten vor. Als es zu Todesfällen in der Station Pandora auf Kallisto kommt, droht das Projekt zu scheitern. Mark Brandis soll nun die Leiterin der Station ablösen. Er überredet seine Frau Ruth O’Hara, Dr. Levy und seinen alten Gefährten Iwan Stroganow, ihn zu begleiten. Doch dann wird Pandora angegriffen …

(Quelle: Folgenreich / Universal Music Family Entertainment)

Autor

Nach dem 2. Weltkrieg zieht es den jungen Nikolai von Michalewsky immer wieder nach Afrika. Er verdingt sich als Assistent auf eine Kaffeeplantage und ergreift dann die Chance, die ihm eine amerikanische Nachrichtenagentur bietet: Er geht als Berichterstatter auf den Kriegsschauplatz Algerien. In einer Reihe von Büchern schreibt er sich seine Eindrücke und Erlebnisse von der Seele.

Fast vier Jahrzehnte vergehen, bevor er, der inzwischen einer noch größeren Faszination erlegen war, in Gedanken noch einmal auf den Schwarzen Kontinent zurückkehrt. Hinter dem Titel “Keine Spuren im Sand” steht die Erinnerung an seine Begegnung mit dem Element Sahara.

Inzwischen jedoch mit Haut und Haaren dem Element Meer verfallen, als Seefahrer und als Taucher, war er längst zum Dichter und Chronisten der Welt unter Wasser geworden. Sein Haus auf Sardinien, an dessen Fundament die Brandung rüttelt, war Ausgangspunkt zahlreicher Expeditionen.

Und um sich nicht einseitig festzurren zu lassen durch Kritik, Verleger und Marktzwänge, wechselte er seine Autorennamen so oft wie seine Boote: Victor Karelin, Nick Norden, Mark Brandis, Bo Anders.

Im Hörfunk war er bekannt dafür, dass er es verstand, komplizierte Sachverhalte fesselnd und leichtverständlich darzustellen. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise legen davon Zeugnis ab. Und so wird schließlich die Weltgesundheitsorganisation auf ihn aufmerksam, als sie Ausschau hält nach einem Autoren für die Dokumentation ihres medizinischen Feldzuges gegen das Pockenvirus. Es entsteht das Werk, das den Siegern in Weiß das Denkmal setzt.

Auf das schweißtreibende Klima von Bangladesch folgt erneut die Kühle der See. Doch diesmal ist es eine bedrohte Meereslandschaft, zu deren Rettung Nikolai von Michalewsky in seiner Buchreihe “Grüner Auftrag für Fortuna” aufrief.

(Quelle: Nikolai von Michalewsky)

Nikolai von Michalewsky – Homepage

Kapitel

01 „Nein, weiter weg“
02 Prolog
03 Reise nach Kallisto
04 Begegnungen auf Pandora
05 Ausbildung der Astraliden
06 Unbekanntes Schiff!
07 Gefangen im Aufzug
08 Brennende Luft
09 Die Falle
10 Gehen oder Bleiben

Serie

01 Bordbuch Delta VII
02 Verrat auf der Venus
03 Unternehmen Delphin
04 Aufstand der Roboter
05 Testakte Kolibri 1
06 Testakte Kolibri 2
07 Vorstoß zum Uranus 1
08 Vorstoß zum Uranus 2
09 Raumsonde Epsilon 1
10 Raumsonde Epsilon 2
11 Die Vollstrecker 1
12 Die Vollstrecker 2
13 PILGRIM 2000 1
14 PILGRIM 2000 2
15 Aktenzeichen: illegal
16 Operation Sonnenfracht
17 Alarm für die Erde 1
18 Alarm für die Erde 2
19 Sirius-Patrouille 1
20 Sirius-Patrouille 2
21 Lautlose Bombe 1
22 Lautlose Bombe 2
23 Triton-Passage
24 Blindflug zur Schlange
25 Raumposition Oberon
26 Ikarus, Ikarus …
27 Metropolis-Konvoi
28 Zeitspule 1
29 Zeitspule 2
30 Planetaktion Z
31 Geheimsache Wetterhahn
32 Der Pandora-Zwischenfall

Details

Mark Brandis – Homepage
Mark Brandis – Facebook

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 24.07.2015
Spielzeit: ca. 79 Minuten
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Folgenreich

Copyright Cover: Folgenreich



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde