Review

Heutzutage ist es keine Seltenheit, dass Autoren unter die Blogger, und Blogger unter die Autoren gehen. So auch Jennifer Jäger, die nach einigen unternommenen schriftstellerischen Gehversuchen nun unter dem Pseudonym Liza Grimm bei Knaur ihren Roman „Die Götter von Asgard“ veröffentlicht.

Wer jetzt aufgrund des Titels zum Buch greifen möchte – allen voran vermutlich nicht nur nordische Mythologie- und Fantasy-Fans, sondern auch einige Marvel-Jünger – sollte wissen, dass sich Liza Grimm in ihrem Roman nur etwa auf eine Handvoll göttlicher Wesen beschränkt.
Um dem Leser einen derartigen gesamten Kosmos auszubreiten, hätten es allerdings auch weitaus mehr als die hier vorhandenen 304 Seiten bedurft. Entsprechend kompakt und obendrein oberflächlich fällt die Handlung ihrer Urban Fantasy dann leider auch aus.

Von München über Berlin bis nach Asgard schickt Liza Grimm ihre Protagonistin Ray, die auf ihrer abenteuerlichen Reise auf allerlei Mythisches, Fantastisches und nicht zuletzt Göttliches trifft. Spannung will sich jedoch nicht so recht einstellen, denn recht belanglos und blass wirkt die Ausarbeitung der Hauptfigur, die den Leser insgesamt eher kalt lässt.
Auch die Götter, allen voran Tyr, Thor und Loki, die hier explizit einen Platz finden, erscheinen ziemlich austauschbar.

Liza Grimm (Copyright: Lea Kaib)

Dass Liza Grimm außerdem nicht darauf verzichtet, eine Romanze – wenn auch nicht gerade vordergründig – einzuflechten, peppt die Geschichte weder auf noch zeugt dies von ihrem Einfallsreichtum, an dem die Grundstory doch immerhin kratzt. Denn eigentlich bietet ihre Idee hinter „Die Götter von Asgard“ einiges an Potenzial und könnte durchaus auf mannigfaltige Weise unterhalten.

Dass dem nicht so ist, mag auch an dem Schreibstil der Jungautorin liegen, die sich einer einfachen Wortwahl bedient und ihre Geschichte diesbezüglich zwar gut und schnell lesbar anlegt, über kurzweiligste Trivialliteratur jedoch nicht hinauskommt.
Packende Momente, spannende Szenen oder spritzige Dialoge kommen zudem gesamt gesehen zu kurz oder bleiben ganz aus. Schade, bietet doch gerade der jugendromanhafte Charme des Buches (insbesondere für Letzteres) einiges an Möglichkeiten.

Zugutehalten muss man Liza Grimm, dass sie ihre 304 Seiten nutzt, um in all dieser Kürze eine zwar beliebige, aber immerhin brauchbare Urlaubslektüre zu kreieren. Dennoch hätte sich die Leserschaft gewünscht, „Die Götter von Asgard“ nicht derart limitiert erleben zu müssen. Denn letztlich versprechen Buchtitel und Coverartwork weit mehr, als „Die Götter von Asgard“ halten kann.

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Inhalt

Was sagt man zu jemandem, der behauptet, einen vor dem Zorn der Götter schützen zu wollen? Natürlich glaubt die Studentin Ray kein Wort von dem Gerede der mysteriösen Kára über eine Prophezeiung und das mögliche Ende Asgards. Stattdessen ergreift sie die Flucht. Und läuft dabei Tyr in die Arme, der sie auf Anhieb fasziniert. Ray ahnt nicht, dass Tyr als Odins Gesandter um jeden Preis verhindern soll, dass die Prophezeiung eintrifft. Als sich auch noch Loki, Gott der Listen und Heimtücke, in die Geschehnisse einmischt, muss Ray auf einer abenteuerliche Reise ins Reich der Götter und Riesen herausfinden, ob sie wirklich eine Heldin sein kann.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autorin

Liza Grimm
ist das Pseudonym der Bloggerin Jennifer Jäger. Sie studierte in München Literaturwissenschaft; erste Publikationen erschienen bei Impress. Nach ihrem Studium absolvierte sie ein Volontariat bei Neobooks, inzwischen arbeitet sie als freie Online-Marketingberaterin und Redakteurin und zählt zu den bestvernetztesten Bloggerinnen ihrer Generation.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 01.03.2018
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-426-52252-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde