Review

Noch eine Rezension zu „Leben und Tod: Predator“? Da werden sich einige unter euch sicherlich wundern, denn hier haben wir uns ja schon mal damit beschäftigt. Allerdings ist die Erklärung ganz einfach: Zunächst hatten wir uns dem Auftakt zum neuen Alien- und Predator-Abenteuer von Abnett und Thies als E-Book gewidmet. Leider litt die Veröffentlichung stark unter den technischen Begrenzungen eines E-Books: Zu kleine Schrift, keine optimale Seitenanpassung an das Endgerät und der Verlust der Farbe machten das Lesen eher zu harter Arbeit als zum Spaß.

Jetzt also noch mal der Blick auf die Printveröffentlichung. Bei der Gelegenheit kann man direkt noch eine kleine Ungenauigkeit der letzten Besprechung hier ausräumen: Auch wenn auf der Verlagsseite bisher erst zwei weitere Veröffentlichungen angekündigt sind, ist die „Leben und Tod“-Reihe insgesamt auf vier Ausgaben angelegt. So zeigt es zumindest der Buchrücken. Noch ein Vorteil, wenn man die Printausgabe vorliegen hat.

Nun aber zum Wesentlichen: der Optik!
„Leben und Tod“ kommt als Hochglanz-Softcover daher, mit vernünftiger, etwas dickerer Papierqualität und einem ansehnlichen Druck. Das dient zum einen natürlich der Leserfreundlichkeit, denn für einen actionlastigen Comic liefert Autor Dan Abnett dennoch ziemlich viele Dialoge. Diesen kann man hier allerdings sehr viel besser folgen, denn in der Printversion ist die Schriftgröße genau richtig.

Noch wichtiger ist der Druck allerdings (offensichtlich) für Zeichner Brian Albert Thies. Schon in der Schwarz-Weiß-Darstellung ließ sich der Stil erahnen, in Farbe entfaltet das Bild aber erst seine volle Wirkung. Stilistisch liegt Thies irgendwo zwischen starken Konturen klassischer Comic-Kunst, die seinen Charakteren eine starke Mimik verleihen, und weichen Hintergründen angesiedelt. Besagte Backgrounds oder auch Texturen, beispielsweise an den Rüstungen der Predatoren, erinnern sogar eher an gemalte Kunstwerke in Öl. Sehr beeindruckend!

Das sind allerdings eher wenige Panels. Die meisten zeigen ansehnliche, aber eher klassische Arbeiten, die durch starke Kontraste und ein hohes Maß an Dynamik überzeugen. Zugunsten des Lesegefühls kann dabei auch schon das eine oder andere Detail verschwimmen, die wesentlichen Bildkomponenten bleiben allerdings immer erhalten. So ist es zum Beispiel immer möglich, in den Gesichtern der Protagonisten zu lesen.

Leseprobe aus „Leben und Tod: Predator (Band 1)“ | Copyright: Cross Cult

Spätestens hier wird also klar: Wenn man „Leben und Tod“ wirklich genießen will, dann in der Printausgabe. Diese überzeugt Action- und Alien-Fans sicherlich schon optisch. Bleibt noch die Story von Abnett. Kurz zusammengefasst: Die Marines-Crew rund um Captain Paget soll mit einem Vertreter Weyland-Yutani illegale Aktivitäten auf einem Planeten untersuchen. Dort treffen sie allerdings nur auf zurückgelassene Werkzeuge, mysteriöse Killer und ein Alien-Schiff.

Dominiert wird diese Story von einigen klassischen Stereotypen, die kaum aus ihrer Rolle kommen. Damit liegt sie wohl eher im kreativen Mittelfeld. Nicht vergessen sollte man hier allerdings, dass es sich zunächst um den Anfang eines Vierteilers handelt. Da werden eben erst mal Charaktere eingeführt. Besonders die Guerilla-Kampftaktik und das mysteriöse Alien-Schiff liefern gute Ansatzpunkte, um die Story spannend weiterzuführen.

Unterm Strich erweist sich „Leben und Tod: Predator“ damit als optisch starker Comic, der Action- und Alien-Fans mit seiner soliden Story Lesevergnügen bereiten wird. Außerhalb dieses Fankorridors wird die Resonanz aber vermutlich eher gering sein.

Inhalt

Das erste Kapitel einer neuen Geschichte um die Predator, die Aliens und die mysteriösen Ingenieure aus Feuer und Stein.

Die Marines kämpfen auf dem Planeten Tartarus gegen extraterrestrische Jäger, die im Besitz eines hufeisenförmigen Raumschiffes unbekannten Ursprungs sind. Der Vertreter von Weyland-Yutani will das Schiff, der Captain der Marines möchte ihre Crew beschützen. Doch keines dieser Ziele scheint möglich, wenn gerade die Predator angreifen!

(Quelle: Cross-Cult)

Autor

Dan Abnett (Autor)
ist ein britischer Autor. Er lebt und arbeitet in Maidstone, Kent.
Nach seinem Abschluss als Redakteur an der St Edmund Hall der Universität Oxford arbeitete er zwischendurch als Comiceditor und an Kinderbüchern, bevor er sich ganz dem Schreiben hingab und Schriftsteller wurde. In den folgenden zwölf Jahren hat er an den verschiedensten Projekten mitgewirkt. Darunter Scooby Doo, Thunderbirds, Conan der Barbar, den X-Men und Batman.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: e-Book / PDF / Softcover
Vö-Datum: 07.12.2016
Seitenzahl: 96
ISBN: 978-3-95981-041-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer