Review

Der Student Yuya hatte sich die kleine Spritztour mit seinem Kumpel deutlich anders vorgestellt, als von diesem und weiteren Passagieren nur noch zerstückelte Überreste in dem Van zurückbleiben. So fügt es sich, dass sich die Wege Yuyas und des Mädchens Hitomi unter fragwürdigen Umständen kreuzen. Die hübsche Oberschülerin stellt sich nämlich als ein Hybrid-Mensch heraus, dessen Gene mit tierischen Genen manipuliert wurden, und so muss Yuya seinen Uni-Alltag gegen eine unfreiwillige Beteiligung am präsenten Kampf der Hybriden aus dem ganzen Tierreich eintauschen.

Anhand des Covers kann man wohl schon erahnen, worauf es dieser Manga anlegt. „Killing Bites“ kombiniert die Action des Battle-Genres mit einer Menge Erotik aus dem Ecchi-Bereich. Und schon nach ein paar Seiten darf man die ersten versehentlichen Busen-Grabscher erleben. Ein Element, das in vielen Mangas und Animes einfach zu oft vorkommt. Gleichzeitig mit ein paar Panty-Shots, welche sich mit der Zeit als überflüssig erweisen, da die Charaktere die meiste Zeit sowieso halbnackt herumlaufen.

Bei diesem Teil hat Kazasa Sumita es wirklich drauf angelegt. Kaum eine Szene vergeht, in denen sich nicht dieser Silmittel bedient wird. Na klar, so etwas gehört immer irgendwie dazu, aber bei „Killing Bites“ wirkt es geradezu erzwungen, immer wieder Schlag auf Schlag die Gemüter in Wallungen bringen zu wollen. Nichts gegen ein paar kurze Röcke oder einladende Dekolletés, aber das hier ist einfach auf einer pubertären Ebene zu viel.

Aber genug vom übermäßigen Fanservice und hin zum Kern des Mangas. Auch hier setzt „Killing Bites“ keine Maßstäbe. Es gibt einen Protagonisten, der ein Talent für überragende Stärke aufweist – in diesem Fall Hitomi – und sich mit verschiedenen Gegnertypen schlagen muss, welche mal mehr und mal weniger den Anschein erwecken, Hitomi das Wasser reichen zu können. Außerdem impliziert ist ein ominöses Turnier, das verschiedene Clans untereinander veranstalten und bei dem jeder seinen Hybriden in den Kampf schickt.

Dafür wird aber bereits in Band 1 sehr viel aufeinander eingeprügelt, wobei es interessant ist, die verschiedenen Formen von Hitmos Widersachern und die Auswirkung auf deren Verhalten im Kampf kennenzulernen. Dadurch wirken die Szenen abwechslungsreich, und weil die Aufeinandertreffen nie geplant sind, wirkt das Ganze noch dynamischer.

Der Zeichenstil ist immer so eine Sache und im Fall von „Killing Bites“ kann man diesen, abgesehen von ein paar zeichnerischen Schnitzern, als durchaus solide ansehen. Geschmäcker sind schließlich verschieden. Anders sieht es bei dem Design der Hybriden im „Kampfmodus“ aus, bei dem die Züge des jeweiligen Tiers angenommen werden. Oftmals erinnert dieser mehr an halbfertiges Cosplay als an eine mutierende Gestalt. Allerdings sind die dabei stets auftretenden Tierdokus zur Erklärung ganz nett. Unter anderem finden sich dazu noch gut getroffene Perspektivwechsel sowie dramatische Close-ups.
Hinzu kommt das moderate Charakterdesign, bei dem man versucht, die Eigenschaften der Tiere möglichst auf die jeweilige Persönlichkeit zu übertragen, aber da endet es dann auch schon.

„Killing Bites“ hat zu Beginn mit zwielichtigen Gestalten und ein wenig Gore Hoffnungen geweckt, verliert sich dann aber in dem Trott eines 08/15-Battle-Mangas. Wer neben blutiger Action auch noch die Libido anregen will, wird hiermit voll zufrieden sein. Für halbnackte Überwesen empfiehlt sich jedoch die Manga-Version von „Witchblade“ besser und wer eine buntere Mischung aus Menschen haben will, die sich in Tiere verwandeln, der ist mit „Fruit Basket“ gut beraten.

Handlung

Eigentlich wollte Yuya nur einem Bekannten einen kleinen Gefallen tun, doch plötzlich findet er sich in einem Bus voller Leichen wieder und wird Zeuge eines Kampfes zweier Hybride – Menschen mit den Genen der krassesten Killer des Tierreichs!

(Quelle: Carlsen Verlag)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 22.12.2015
Seitenzahl: 210
ISBN: 978-3-551-77063-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Christopher