Review

Zwischen August und Oktober 2017 veröffentlichte Panini Comics bereits die komplette Miniserie „Justice League vs. Suicide Squad“ rund um das Aufeinandertreffen der beiden ungleichen DC-Teams in drei Heften. Nunmehr erscheint das Rebirth-Crossover erstmals – mit allen wichtigen Tie-ins – als üppiger, über 300 Seiten starker Sammelband.

Zu Beginn des Events schickt die skrupellose Regierungsagentin Amanda Waller ihre Task Force X oder etwas martialischer ihre Suicide Squad („Die neue Suicide Squad – Fluchtpunkt: Deutschland (Paperback 4)“, „Die neue Suicide Squad: Kriegsverbrechen (Paperback 3)“) um die inhaftierten Superschurken Harley Quinn, Deadshot, Enchantress, Captain Boomerang, Rick Flag, El Diablo, Killer Croc sowie Neuzugang Killer Frost auf eine Geheimmission für die US-Regierung. Bekanntermaßen gehorcht ein Großteil des Teams der eiskalten Waller allein deshalb, weil sie mit explosiven Bombenimplantaten versehen wurden, durch die sie bei Ungehorsam getötet werden können. Zu meiner Verwunderung erfährt die Justice League („Justice League 2: Ausbruch“, „Justice League 1: Die Auslöschungs-Maschine“) hier offenbar zum ersten Mal von der Existenz der mörderischen Suicide Squad. Und obwohl sich die DC-Ikonen rund um Batman, Wonder Woman und Co. einig sind, dass auch Superschurken eine Chance auf Rehabilitierung verdienen, ist man sich doch ebenso einig, dass Amanda Wallers Weg nicht der richtige zur Resozialisierung ist.

So kommt es, wie es kommen muss: Der erste Schlagabtausch zwischen den glorreichen Helden der Justice League und den unrühmlichen Mitgliedern der Suicide Squad. Allerdings soll dies schnell als belanglose Rauferei in Erinnerung bleiben, denn im Hintergrund lauert eine noch größere Gefahr, die Helden und Antihelden gleichermaßen betrifft. Aus den geheimen Katakomben im Gefängnis Belle Reve wurde eine gewaltige Gefahr entfesselt. Der Schurke Maxwell Lord versammelt eine brutale Killertruppe aus unaufhaltsamen Sadisten, die dereinst Amanda Wallers erste Suicide Squad waren. Diese Superschurken, unter denen auch der verrückte galaktische Kopfgeldjäger Lobo ist, dürsten nach Rache und wollen Waller an den Kragen, während Maxwell Lord ganz eigene Pläne verfolgt … 

Wer in der Miniserie „Justice League vs. Suicide Squad“ auf eine seitenlange Schlacht zwischen den Helden der Justice League und den (aktuellen) Mitgliedern der Suicide Squad hofft, der wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Diese prallen hier zwar kurzzeitig zusammen, im Fokus steht jedoch vielmehr der Kampf gegen einen gemeinsamen Feind. Als weiteren Wermutstropfen muss man hinnehmen, dass hier nicht besonders viel Tiefgang geboten wird. Das ist allerdings nebensächlich, denn diese Dinge erwartet der geneigte Leser von einem derartigen Event auch nicht, weshalb er sie ohne Weiteres verkraften wird.

Leseprobe aus „Justice League vs. Suicide Squad“ (Copyright: Panini Comics)

Das Crossover bietet genau das, was es soll: kurzweilige Unterhaltung und reichlich pompöse Action. Das ist hier bestes Popcornkino, ohne Kino zu sein, und unterhält dabei so gut, wie es dem düsteren DC Extended Universe auf der Leinwand nur selten gelingen will.

Erfreulich ist dabei die – mitunter beiläufige – charakterliche Ausgestaltung und Schärfung der Identität der eiskalten Amanda Waller, die hier nicht besonders gut wegkommt.

Insbesondere die hervorragenden Zeichner wie Jason Fabok, Tony S. Daniel oder auch Jesús Merino, die die Miniserie durchwegs mit einem bildgewaltigen und mitreißenden Artwork versehen, tragen dazu bei, dass man bei dem Rebirth-Crossover von einem Blockbuster-Comic sprechen möchte. Hier gibt es nicht nur tolle Splash-Panels, sondern auch vereinzelte ausgezeichnete Bilder. Besonders hervorgehoben sei ein Batman, der mit einer Maske à la Hannibal Lecter durch das Belle Reve geschoben wird. Das macht schon was her.

Trotz der Entwicklung eines typischen generischen Plots, inszeniert von Joshua Williamson, weiß das bombastische und äußerst actionreiche Crossover „Justice League vs. Suicide Squad“ sehr gut zu unterhalten, weshalb es auch für ein kurzweiliges Lesevergnügen empfohlen sein soll.

Inhalt

Das Rebirth-Crossover erstmals im Komplett-Sammelband.

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 08.05.2018
Originalausgaben: Suicide Squad 8-10 / Justice League 12+13 / Justice League vs. Suicide Squad 1-6
Seitenzahl: 308
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)