Review

Mit „Justice League 2: Ausbruch“ geht Bryan Hitchs Gerechtigkeitsliga der Rebirth-Ära in die zweite Runde im PaperbackFormat. Enthalten sind hier die US-Ausgaben „Justice League #6-11“, welche wiederum die Storylines „Angstzustände“ („State of Fear“) sowie „Ausbruch“ („Outbreak“) umfassen.

Die Handlung schließt dabei an die Ereignisse aus dem – von uns ebenfalls besprochenen – Sammelband „Justice League 1: Die Auslöschungs-Maschine“ an. In dieser Ausgabe haben sich die Mitglieder der Justice League dem Angriff der mächtigen sogenannten Vorläufer entgegengestellt, nachdem zuvor Erdbeben die Erde erschüttert hatten, ausgelöst durch eine im Erdkern verborgene Technologie.

Jeder kennt Furcht, jeder hat tiefe Ängste, die er verleugnet. Was geschieht, wenn Wesen mit der Macht, die Welt zu verändern, von Angst getrieben werden? Wer kann diese Welt dann noch beschützen? (…) Furcht führt zu Hass. Konflikt. Krieg. Wo sind die Helden, wenn sie zu Gejagten werden?

Zu Beginn der neuen Ausgabe lässt eine mysteriöse Macht unsere Helden der JL durchdrehen, indem sie die Heroen mit Furcht bekämpft. Dieses nicht greifbare Wesen legt die größten Ängste der Justice League-Helden offen und hetzt diese gegeneinander auf. Am gravierendsten trifft die Panikattacke den Mann aus Stahl, der wegen Batmans Misstrauen auf einmal völlig aus der Haut fährt und nicht weniger will, als den Mitternachtsdetektiv zu töten. Ein Kampf der Titanen steht uns bevor. 

Die junge Green Lantern Jessica Cruz treibt die Furcht gar dazu, der Justice League den Rücken zu kehren. Und das, nachdem sie zuvor mit Flash angebändelt hat. Unterdessen haben Wonder Woman und Aquaman, die sich auf einmal von den Menschen bedroht sehen, eine Machtergreifung im Sinn. Cyborg und Green Lantern Simon Baz unterliegen unterdessen starken Selbstzweifeln.

Im weiteren Verlauf spielt vor allem die Technologie der Mitglieder der Justice League verrückt, was insbesondere Batman und Cyborg böse erwischt. Außerdem stürzt nach einem terroristischen Cyber-Angriff der Satelliten-Wachturm der Justice League vom Himmel. Anschließend ruft die sogenannte „Fee-App“ noch eine ganze Horde Superschurken auf den Plan, die der Gerechtigkeitsliga das Leben noch weiter erschweren …

Auf der Habenseite steht: Bryan Hitch präsentiert den Lesern wieder reichlich rasante Action. Außerdem ist seine Prämisse spannend, die größten Ängste von Superman, Batman, Green Lantern & Co. offenzulegen.
Das Artwork von Matthew Clark, Tom Derenick, Neil Edwards sowie Jesus Merino weiß durchgehend zu überzeugen und macht den zweiten Band (jedenfalls) lesenswert.

Superman gegen Batman in „Justice League 2: Ausbruch“ (Copyright: Panini Comics)

Leider weist aber auch „Justice League 2: Ausbruch“ einige Schwächen auf, die wir schon zuvor bemängelt haben. Die Charakterentwicklung bleibt hier weiter recht dünn und verdient neben der actionreichen Handlung kaum Platz. Wenn Hitch diese ab und an anpackt, bleibt sie oft unausgereift und inkonsequent. Beispielhaft sei hier Jessica Cruz genannt, die erst übereilt die Liga verlässt, nur um ebenso vorschnell wieder zurückzukehren. Dabei macht sie für den Leser keinerlei spürbare Entwicklung durch, die ihr Verhalten nachvollziehbar macht. Auch das Date von Jessica und Flash ist nur von allzu kurzer Lebensdauer, obwohl man gerne etwas mehr davon gesehen hätte.

Die bösen Mächte bleiben auch hier recht farblos und wirken mehr als Katalysator denn als eigenständige Gegenspieler. Zum Thema Antagonisten: Hier tauchen zwar in der zweiten Storyline auch mehrere bekannte Schurken auf, doch auch von diesen hat keiner maßgeblichen Einfluss auf die Geschehnisse. Vor allem der klassische Scarecrow wird allzu sehr verheizt

Alles in allem bleibt die Hitch-Justice League – gerade im Vergleich zu den meisten besonders gelungenen Rebirth-Ära-Titeln – eine recht unausgereifte Angelegenheit, die weiterhin Luft nach oben lässt. Für eingefleischte Fans der Justice League und Freunde eines rasanten Action-Feuerwerks kann man die Serie bisher aber noch (vorsichtig) empfehlen.

Inhalt

Eine nicht greifbare Furcht erfasst die Mitglieder der Justice League und führt zum Kampf des Jahrhunderts: Batman vs. Superman!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Bryan Hitch
(*22. April 1970) ist ein britischer Comicbuchkünstler.

Bryan Hitch – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 13.03.2018
Originalausgaben: Justice League 6-11
Seitenzahl: 156
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?