Review

Mitunter enthusiastisch haben wir hier zuletzt die neuen Abenteuer etwa von Wonder Woman („Wonder Woman #1 – Die Lügen“, „Wonder Woman: Das erste Jahr“) oder auch von Superman („Superman Sonderband 2: Super-Söhne“, Superman Sonderband 3: Supermen aus aller Welt“) nach der Wiedergeburt des DC-Universums verschlungen.
Freilich ist auch DCs Spitzenteam, die Crème de la Crème, die Justice League, Anfang des Jahres mit einer neuen monatlichen Heftserie in die Rebirth-Ära gestartet. Nunmehr liegt – wie gewohnt – auch der erste Sammelband im Paperback-Format vor, der die US-Ausgaben „Justice League: Rebirth 1“ sowie „Justice League 1-5“ auf über 140 Seiten umfasst.

Der Inhalt von „Justice League 1: Die Auslöschungs-Maschine“ lässt sich folgendermaßen rekapitulieren:

Die Welt steht abermals vor dem Abgrund. Aus aller Welt kommen Meldungen über desaströse Erdbeben, wobei viele Metropolen verwüstet werden und die Zahl der Todesopfer nicht absehbar ist. Dahinter stecken außerirdische Wesen, die mysteriösen Vorläufer, die ihre uralte Macht aus fundamentalen Naturkräften speisen. Im Angesicht einer solchen Bedrohungslage kann ein einzelner Held nicht mehr siegreich bestehen. Hier ist die heroische Gerechtigkeitsliga gefordert, mit ihren namhaften Mitgliedern Wonder Woman, Batman, Flash, Cyborg, Aquaman sowie den neu akquirierten Green Lanterns Simon Baz und Jessica Cruz (nachdem es Hal Jordan ins All verschlagen hat). Doch Moment… Fehlt hier nicht jemand?

Richtig, Superman, der mächtige Kryptonier der JL, der in jüngster Vergangenheit den Heldentod gestorben ist. Doch vor einiger Zeit ist eine tradierte Version des Stählernen aus einer Parallelwelt in die Realität der DC-Helden gelangt.
Dieser Clark ist mit Lois Lane verheiratet und sie leben gemeinsam mit ihrem Sohn Jonathan unter dem Decknamen Smith in Hamilton County (wer mehr wissen will, schaue noch einmal in die Review zu „Superman Sonderband 2: Super-Söhne“).
Seit einigen Jahren hilft dieser erfahrenere Mann aus Stahl seiner neuen Heimat aus dem Verborgenen, ohne aber bisher ein Mitglied der Liga zu sein. Insbesondere Batman, der seinen Freund Clark verloren hat, steht dieser fremden Inkarnation Supermans skeptisch gegenüber und weiß nicht, ob die Liga ihm vertrauen kann. Dennoch möchte er ihn aufnehmen, frei nach dem Motto: Sei Deinen Freunden nah, doch Deinen Feinden noch näher. Allerdings bringt es gerade Lois gegenüber ihrem kryptonischen Gatten auch treffend auf den Punkt, wenn sie formuliert:

Die Welt hält euch für Götter. Doch als der Superman dieser Erde starb, sah jeder… dass auch ihr sterblich seid. Erstaunliche, mächtige Wesen… aber verletzlich (…). Du kannst das ändern. Der Justice League fehlt ein wichtiger Eckpfeiler. Und sieh dir dieses Ding an. Willst du nicht sicherstellen, dass es bezwungen wird?

Mit vereinten Kräften zieht diese neue, provisorische JL in eine gefährliche Schlacht gegen die Auslöschungs-Maschine, bei der sich Superman selbstlos auf eine fast aussichtslose Mission zum Zentrum der Erde begibt. Ob seine Reise zum Kern des Planeten erfolgreich ist, ob er mit seiner aufopfernden Tat das Vertrauen des Teams gewinnen kann und ob die Justice League wieder mal die Erde rettet, müsst ihr selbst herausfinden.

Leseprobe aus „Justice League 1: Die Auslöschungs-Maschine“ (Copyright: Panini Verlag)

Autor Bryan Hitch tischt hier gleich zum Start mal groß auf und präsentiert seinen Lesern eine weltumspannende Gefahr und ein Actionspektakel samt gewaltigen Naturkatastrophen, die die Erde wortwörtlich in ihren Grundfesten erschüttern. Trotz dieses Getöses und dem Tamtam können die ersten Kapitel der neuen Justice League-Serie aber nicht auf ganzer Linie überzeugen. Zu farb- und konturlos ist diese kosmische, elementare Gefahr, die die Erde bedroht, und auch die Gerechtigkeitsliga hat leider nur wenige richtig ikonische oder epische gruppendynamische Momente. Vieles sind Einzelleistungen und isolierte Aufnahmen der Ikonen. Dabei rutscht Hitch für Einstiegskapitel gefühlt auch schon zu oft ins Pathetische ab.

Das erste – von Bryan Hitch selbst gezeichnete – Kapitel kann dabei auch mit seinem Artwork nur geringfügig überzeugen. Insbesondere die intimeren Zeichnungen der Charaktere wirken häufiger grobschlächtig und sind ein ums andere Mal mit verzerrten Gesichtsausdrücken und Proportionen versehen. Indes muss man hier für die gesamte restliche Ausgabe und deren Artwork von Tony Daniel eine Lanze brechen, denn jenes weist die für die großen DC-Titel übliche hohe Qualität auf und ist durchaus ein Augenschmaus.

„Justice League 1: Die Auslöschungs-Maschine“ ist nicht verheerend, aber man konnte als geneigter Leser nach den bisher etablierten Geschichten sicherlich etwas mehr erwarten. So gesehen ist hier für das künstlerische Team noch Luft nach oben, wobei vor allem die weitere Integration des neuen Stählernen in die Liga noch ein Aspekt der Story ist, den man gerne und gespannt weiterverfolgen möchte.

Inhalt

Eine kosmische Gefahr droht der Erde, und um ihr zu begegnen, ist das größte Superhelden-Team der Welt auf einen neuen Superman angewiesen, über dessen Herkunft niemand etwas Genaues weiß und dem Batman zutiefst misstraut.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Bryan Hitch
(*22. April 1970) ist ein britischer Comicbuchkünstler.

Bryan Hitch – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 10.10.2017
Originalausgaben: Justice League Rebirth 1 / Justice League 1-5
Seitenzahl: 148
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?