Review

Skyler Luiken ist zurück! Der charismatische Antiheld aus der „Dire Earth“-Trilogie von Jason M. Hough hat es trotz Sabotage, Tollpatschigkeit und allgemeinen Weltuntergangsproblemchen irgendwie geschafft zu überleben. Nun soll die Story rund um eine mysteriöse Alieninvasion in „Exodus Towers – Die Letzten der Erde“ weitergehen.

Wahrlich, dem pechverfolgten Skyler ist schon im ersten Band nicht so viel Gutes widerfahren. Mehr als einmal hat er kräftig auf die Nase bekommen. Daran anknüpfend setzte er schließlich alles auf eine Karte ‑ die schöne Tania ‑ und verlor. Gewissermaßen. Doch der Reihe nach. Zunächst sah alles ja noch ganz chic aus. Um dem Moloch namens Darwin City zu entkommen, eine Stadt, die seit dem Alien-Weltraumlift und der Gefahr von SUBS im Chaos versinkt, ergriffen Tania, Skyler und ein paar weitere Mutige die Gelegenheit beim Schopfe und traten die Flucht an: Die Alienerbauer des ersten Weltraumliftes schickten ein weiteres Exemplar nach Brasilien!

Auch dieser verfügt über die Aura, welche das zombieähnliche SUBS-Virus in Stasis versetzt und so Leben ermöglicht. Dank der Vorarbeit von Neil Platz besaß die neue Kolonie also gute Voraussetzungen, erneut zu erblühen. Was auch dringend nötig ist, denn ein weiteres Großereignis nähert sich schnell. Nach Tanias Berechnungen sollte es nur ca. zwei Jahre dauern, bis sich die Erbauer erneut zeigen würden. Dazu kamen noch fünf mysteriöse Schalenschiffe, deren Zweck es ebenfalls zu erkunden galt. Tania und Skyler haben also alle Hände voll zu tun. Zumal da ja noch einige romantische Gefühle zu entdecken wären.

Doch bevor sich die zwei Turteltäubchen um sich, und die Kolonisten um die Aliens kümmern können, drohen weitere Überlebende ihnen allen das Leben schwer zu machen. Und während in Brasilien schon ein Konflikt nach dem anderen die Gemeinschaft bedroht, versinkt Darwin City immer weiter im Chaos. Blackfield, der Antagonist aus Band eins, sah so die Gelegenheit, sich endlich selbst zu einem Orbitalen zu erheben. Welchen Preis er dafür noch zahlen musste, ahnte er dabei nicht.

Jason M. Hough (Copyright: Nathan Hough)

Wieder einmal hat Hough also viel vor mit seinen Charakteren. Schon im ersten Teil gelingt es ihm gut, zwischen den Handlungssträngen und Orten hin und her zu springen. Das sorgt eindeutig für Spannung. Auch dass bisher kein Hinweis darauf besteht, womit es die Menschen im 23. Jahrhundert wirklich zu tun haben, lässt es interessant bleiben. Nicht so spannend ist hingegen die Entwicklung der Charaktere. Diese werden immer klischeebehafteter. Das trifft besonders die Frauen: Sam zum Beispiel degeneriert immer weiter zum saufenden Kampfweib, das sich genüsslich den Allerwertesten kratzt. Hingegen ist Tania die holde Maid, die am liebsten immer gerettet werden will.

Vielschichtigkeit darf der Leser hier also nicht erwarten. Zudem wirken insbesondere die letzten Seiten etwas schluderig geschrieben. Da wiederholen sich des Öfteren Passagen beinahe wortgleich, ohne, dass darin irgendein Mehrwert für den Leser stecken würde.

Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser literarische Schluckauf im finalen Band wieder beruhigt. Denn eigentlich schafft es Hough mit „Exodus Towers“, den Leser grundsätzlich bei der Stange zu halten. Man wird sehen müssen, wie sich diese Survival-Story weiter entwickelt. Genug abgefahrene Ideen sind auf jeden Fall da.

Inhalt

Die Fortsetzung des Science Fiction-Erfolgs „Darwin City“

Die letzten Überlebenden der Erde schöpfen neue Hoffnung: In Brasilien wurde ein zweiter Weltraumaufzug entdeckt, dessen geheimnisvolle Alien-Technologie Schutz vor der verheerenden Seuche bietet, die die Welt entvölkert hat. Eine weitere Kolonie wird gegründet, doch die fruchtbare Gegend lockt auch eine marodierende Söldnertruppe an und weckt das Interesse der Sekte, die in Darwin City die Macht übernommen hat. Bald ist Skyler Luiken in mehr Kämpfe verwickelt, als er gewinnen kann – während gleichzeitig die Rückkehr jener Aliens naht, die die Menschheit entweder retten oder endgültig vernichten könnten.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Jason M. Hough
geboren 1972 in Illinois, wuchs im kalifornischen San Diego auf. Er ist Science Fiction-Fan, seit er als Sechsjähriger „Star Wars“ gesehen hat, und hat viele Jahre in der Computerspielebranche gearbeitet. Hough lebt mit seiner Familie in Seattle.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch, e-Book
Vö-Datum: 01.09.2017
Seitenzahl: 672
ISBN: 978-3-426-51954-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer