Review

Viel gewollt ist nicht immer viel gewonnen. Dennoch nimmt sich Jason M. Hough für seine „Dire Earth“-Trilogie viel vor: Alien, Sci-Fi, Zombies, Weltuntergang, Politik, eine Prise Lovestory. Ob der Autor, der zuvor in der Computerspielebranche gearbeitet hat, dem mit dem ersten Band „Darwin City“ gerecht werden kann?

Doch beginnen wir zunächst bei der Story. Im 23. Jahrhundert sieht es für die Menschen auf der Erde ziemlich schlecht aus. Eine unbekannte Alienrasse hat Kontakt mit der Menschheit aufgenommen. Nicht so, wie wir vielleicht erwartet hätten, denn statt eines Abgesandten (oder schlicht einem Angriff), schickten uns die Alien einen Lift. Einen Aufzug ins All! Die in Darwin verankerte Maschine beflügelt technische Entwicklungen und die Fantasie der Menschen.

Der metaphorische Fall folgt allerdings einige Jahre später, als sich eine Seuche auf der Erde ausbreitet. Jeder, der sich nicht im Umkreis des Weltraumlifts aufhält, verwandelt sich in einen Subhumanen, triebgesteuert und gefährlich. Oder – man stirbt, was weitaus häufiger der Fall ist. Nur wenige sind gegen das Virus immun. Der Pilot Skyler und seine Crew zum Beispiel. Sie übernehmen die gefährliche Aufgabe, außerhalb der Aura nach wertvollen Ressourcen zu suchen.

Skyler ist allerdings noch nicht so lange Captain der „Melville“. Richtig gut läuft das Geschäft nicht, und als nach dem letzten Ausflug auch noch Probleme mit dem Lift auftauchen, beginnt der Anfang vom Ende. Als Captain ist er gezwungen, beim nächsten Auftrag alles auf eine Karte zu setzen, um seine Crew weiterhin bei der Stange zu halten. Ein gefährlicher Job, aber der Lohn ist aussichtsreich.

Der Auftrag stammt von einem der „Orbitalen“, also einem der wenigen Glücklichen, die einen Platz in den Habitaten des Lifts gefunden haben. Genauer gesagt ist es der Besitzer und Erfinder Neil Platz, der seiner Mitarbeiterin und Ziehtochter Tania wichtige Daten für ihre Forschung zur Verfügung stellen will. Dabei verfolgt er geheime Ziele … die sich, ebenso wie die Motive für die Verschleierung des Vorgehens, erst im Laufe des Geschehens enthüllen.

Nun, die Erfahrungen vom Aufbau eines gelungenen Spiels haben ihm vielleicht in die Karten gespielt, aber obwohl Hough sich nicht nur für eine Vielzahl bekannter Themengebiete, sondern auch noch Perspektivwechsel und Flashbacks entschieden hat, strickt er seine Story souverän. Ohne ins Schlingern zu kommen und trotzdem mit der Fähigkeit, seine Leser zu überraschen, erweist er sich als guter Geschichtenerzähler.

Jason M. Hough (Copyright: Nathan Hough)

Fans realitätsnaher Science-Fiction kommen dabei eher auf ihre Kosten. Zwar ist ein Weltraumlift ziemlich abgefahren, aber alles, was die Menschheit drum herum konzipierte, klingt auch nach heutigen (Laien)Standards schlüssig. Statt künstlicher Gravitation liefert auf den Raumstationen zum Beispiel die Fliehkraft der Rotation den nötigen Bodenkontakt.

Ein weiteres spannendes Motiv ist zudem der Protagonist Skyler, der ein ziemlicher Pechvogel ist. Zwar hat er immer einen Plan – mal durchdacht, mal eher spontan – aber oft kommt wie im wahren Leben etwas dazwischen. Kein perfekter Alleskönner, dem wirklich alles zufliegt.
Gerade unter diesem Aspekt bleibt es spannend, wie Skyler von dieser Position aus weitermachen möchte.

Wie gut, dass sich Hough entschieden hat, Bücher zu schreiben. Noch besser, dass nach diesem interessanten Auftakt noch zwei weitere Bücher folgen werden.
Alle Sci-Fi-, Zombie-, Alien- und Dystopie-Fans dürfen hier sehr gerne zugreifen.

Inhalt

Der Science Fiction-Roman „Darwin City“ spielt in der Mitte des 23. Jahrhunderts, nachdem eine Seuche den größten Teil der Welt entvölkert hat. Ein letzter sicherer Hafen ist die australische Stadt Darwin, in der mysteriöse außerirdische Architekten einen Weltraumaufzug errichtet haben, der in einem gewissen Radius Schutz vor der tödlichen Krankheit bietet.
In dieser zerstörten Welt gerät ein Mann, der eigentlich nichts weiter will als überleben, zwischen die Fronten eines gnadenlosen Machtkampfs.

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Jason M. Hough
geboren 1972 in Illinois, wuchs im kalifornischen San Diego auf. Er ist Science Fiction-Fan, seit er als Sechsjähriger „Star Wars“ gesehen hat, und hat viele Jahre in der Computerspielebranche gearbeitet. Hough lebt mit seiner Familie in Seattle.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch, e-Book
Vö-Datum: 01.09.2016
Seitenzahl: 608
ISBN: 978-3-426-51934-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer