Review

Offizielle Adaption des Romans von Bond-Schöpfer Ian Fleming

Nach bislang sechs exklusiv für den Comic geschriebenen Storys über den Agenten mit der Lizenz zum Töten, von denen wir euch den Großteil vorgestellt haben („10 Jahre Splitter – 2016“, „James Bond 007: Eidolon (Band 2)“, „James Bond 007: Hammerhead (Band 3)“, „James Bond 007: Felix Leiter“), kommt mit dem vorliegenden Band „James Bond Classics: Casino Royale“ eine offizielle Adaption des Romans von Bond-Schöpfer Ian Fleming.

Hierbei handelt es sich um die erste Comic-Bearbeitung des ersten Bond-Romans aus dem Jahre 1953 von Ian Fleming seit über 20 Jahren.

Mit der Konkurrenz messen

Dabei muss sich diese Adaption, die hierzulande wieder beim Splitter Verlag erscheint, in besonderem Maße mit großer Konkurrenz messen lassen. Schließlich hört auch der Kino-Bond, der den Übergang von Bond-Darsteller Pierce Brosnan zum physisch deutlich wuchtigeren Daniel Craig darstellt, auf den Titel James Bond 007: Casino Royale“. Ein gnadenlos gut gelungener Streifen mit brachialer Action, einem ungewohnt knallharten MI6-Agenten und einem Mads Mikkelsen, der als Le Chiffre einen Bösewicht zum Niederknien abliefert.
Eine raue, harte  Neuorientierung, die das Franchise wiederbelebt hat und bislang immerhin schon drei Nachfolger mit James Bond 007: Ein Quantum Trost“, James Bond 007: Skyfall“ sowie zuletzt James Bond 007: Spectre“ hervorbrachte.

Handlung

Im Casino von Royale-les-Eaux versucht der sowjetische Agent Le Chiffre einen hohen Geldbetrag zu gewinnen, um seine finanzielle Krise zu überstehen. Als der MI6 davon erfährt, wird Bond beauftragt, diesen Plan zu vereiteln, indem er ihn am Baccarat-Tisch ruiniert. Unterstützt wird er dabei vom lokalen Agenten René Mathis, der attraktiven, aber undurchsichtigen Vesper Lynd und seinem Kollegen von der CIA Felix Leiter.

Nach einem rasanten Spiel gelingt es Bond (mit einiger finanzieller Unterstützung des CIA), Le Chiffre im Spiel finanziell zu ruinieren. Allerdings hat Bond zuvor schon begonnen mit Vesper zu flirten.

Eine Entführung, eine halsbrecherische Verfolgungsjagd und viel Schmerz warten auf den Agenten mit der Lizenz zum Töten …

Im Vergleich

Wer die Kino-Adaption mit dem mittlerweile nicht mehr wegzudenkenden Daniel Craig kennt, dem wird die Auseinandersetzung mit dem gefährlichen Agenten Le Chiffre überaus bekannt vorkommen. Solche Leser werden allerdings auch nicht umhin kommen, Vergleiche zwischen beiden Interpretationen anzustellen.

Leseprobe aus „James Bond Classics: Casino Royale“ (Copyright: Splitter Verlag)

Leider muss „James Bond Classics: Casino Royale“ dann eindeutig den Kürzeren ziehen. Der Schurke Le Chiffre ist nicht so bösartig und sadistisch wie der hervorragende Mads Mikkelsen. Insbesondere die ganz besondere Art der Folter gerät weniger martialisch. Auch mit den rasanten, knallharten und immer wieder auch brutalen Actionsequenzen kann die Comic-Adaption von Autor Van Jensen und Zeichner Dennis Calero zu keiner Zeit mithalten.

Eng an der literarischen Vorlage

Für Bond-Puristen steht jedoch eindeutig auf der Habenseite, dass sich die Macher stark an Bond-Schöpfer Ian Fleming halten und sich eng an der literarischen Vorlage orientieren. Van Jensen lässt Formulierungen von Fleming oft unverändert und verleiht dessen Stimme damit im neuen Gewand noch einmal Gehör. Und das merkt man. Die Comic-Bearbeitung des Romans liest sich wunderbar und sie umgibt von vorne bis hinten ein ausgesprochen klassischer Charme, den wiederum die actiongeladenen Neuinterpretationen oftmals nicht aufweisen.

Dazu passt atmosphärisch auch das zurückhaltende und düstere Artwork von Zeichner Dennis Calero.

Fazit

Meines Erachtens sind die neueren Bond-Abenteuer fesselnder, aber wer einmal auf Spuren- und Quellensuche gehen möchte, der ist hier genau an der richtigen Adresse.

Inhalt

Die offizielle Adaption des Romans von Bond-Schöpfer Ian Fleming.

Im französischen Royale-les-Eaux hat Bond den Auftrag, den rücksichtslosen SMERSch-Agenten Le Chiffre auszuschalten, indem er ihn am Baccarat-Tisch ruiniert. Unterstützt wird er dabei von der so schönen wie undurchsichtigen Vesper Lynd und Felix Leiter, seinem Kollegen von der CIA. Aber der Plan geht nicht auf und so entwickelt sich eine halsbrecherische Jagd, bei der 007 alles aufs Spiel setzen muss.

Nach 6 exklusiv für den Comic geschriebenen Stories über den Agenten mit der Lizenz zum Töten ist »Casino Royale« die erste Comic-Bearbeitung des Romans von Ian Fleming seit über 20 Jahren. Autor Van Jensen (»Green Lantern«) und Zeichner Dennis Calero (»X-Factor«) orientieren sich eng an der literarischen Vorlage und so kommen Leser in den Genuss des authentischen Bond wie sein Schöpfer ihn ersann.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Van Jensen
ist vor allem für seine Arbeit an »Vampire Slayer«, »Green Lantern Corps« und »The Flash« bei DC bekannt. Bevor er als Comicautor durchstartete, schrieb Jensen für die Kriminalrubrik verschiedener US-amerikanischer Zeitungen, was er zuweilen immer noch tut. Als erster offizieller Comic-Botschafter der USA ist er seit 2016 zusammen mit seinem Zeichnerkollegen David Mack in verschiedene Schul- und Bildungsprojekte involviert, die mit Comics zu tun haben. Jensen lebt in Atlanta, Gerogia.

(Quelle: Splitter Verlag)

Van Jensen – Twitter

Details

Format: Hardcover, Bookformat
Veröffentlichung: 20.08.2018
Seitenzahl: 176 inkl. Bonusmaterial
ISBN: 978-3-96219-164-1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)