Review

Nach „James Bond 007: VARGR (Band 1)“ und „James Bond 007: Eidolon (Band 2)“ von Star-Autor Warren Ellis („Transmetropolitan“, „Iron Man: Extremis“) und Zeichner Jason Masters („Guardians of the Galaxy“) sowie „James Bond 007: Hammerhead (Band 3)“ von ihren Nachfolgern Autor Andy Diggle („Green Arrow: Das erste Jahr“) und Zeichner Luca Casalanguida kommt nun „James Bond 007: Felix Leiter“.

Das erste Spin-off des Bond-Kosmos von Dynamite Entertainment bzw. hierzulande vom Splitter Verlag stammt von Autor James Robinson („Civil War II Megaband“, DC’s „Erde 2“, „Fantastic Four“) sowie Zeichner Aaron Campbell („Green Hornet: Year One“), mithin wieder von einem komplett neuen Kreativ-Duo.

Im Fokus der Geschichte steht der ehemalige CIA-Agent und Bonds enger Freund Felix Leiter. Der Agent im Ruhestand wurde in der Vergangenheit schwer verwundet (der Comic enthält diesbezüglich keine Details) und büßte ein Bein und einen Arm ein, weshalb er insofern mit Prothesen vorliebnehmen muss. Felix ist dadurch jedoch nicht nur körperlich, sondern vor allem mental angegriffen und verdingt sich nicht mehr als elitärer Agent, sondern als Privatdetektiv.

Aus Gefälligkeit hat er jedoch zugesagt, in Tokio eine russische Spionin aufzuspüren. Pikant daran ist, dass die beiden nicht nur eine professionelle, sondern auch eine amouröse Vergangenheit teilen. Die verhängnisvolle Frau ist dem eingerosteten Felix jedoch überlegen und kann entkommen.

Das ist das Beste, was du noch drauf hast, Felix? (…) Glaubst du, mir macht das Spaß? Was ist bloß aus dir geworden… Erbärmlich. Ja, früher hätte ich nie gemerkt, dass du mir auf den Fersen bist. Und jetzt? Ich wusste schon Bescheid, noch ehe du die Bar betreten hast.

Zwar geht diese Mission gehörig schief, doch schon kurz darauf soll das in den Hintergrund rücken. Denn Felix Leiter wird von Tiger Tanaka, einem Agenten von CIRO, der japanischen CIA, in eine Ermittlung einbezogen, die eine noch viel größere Bedrohung betrifft. Tanaka ist im Grunde wie ein japanischer Bond, wenn James auch noch die Leitung einer Spezialabteilung innehätte. Japan wird von Selbstmordattentätern bedroht, die mit mysteriösen biologischen Waffen ausgerüstet sind. Leiter und Tanaka müssen den Kopf der terroristischen Organisation ausfindig machen, um die Lage in den Griff zu bekommen und um herauszufinden, was es mit diesen ominösen Massenvernichtungswaffen auf sich hat. Im Hintergrund ziehen allerdings noch einige Personen mehr die Fäden und Tanaka soll das Opfer einer Falle werden. Ein prekärer Zwischenfall dezimiert sein perfekt ausgebildetes Team bis zum Rumpf, weshalb Felix und Tiger die Sache auf eigene Faust erledigen müssen.

Mehr soll hier zum Inhalt aber auch schon nicht mehr preisgegeben werden.

Leseprobe aus „James Bond: Felix Leiter“ (Copyright: Splitter-Verlag)

Autor James Robinson schreibt hier – scheinbar – mit leichter Hand eine Story, die das Niveau des bisher äußerst gelungenen Bond-Universums halten kann. Dass der berühmt-berüchtigte Doppel-Null-Agent hier nur auf abgezählten Seiten auftaucht, tut der Story keinen Abbruch. Vielmehr ist dieser Umstand sogar ein Pluspunkt, da sich der Autor deswegen ausgiebig den Eigenarten von Leiter widmen kann, der nur vermeintlich das amerikanische Äquivalent zu 007 ist. Bonds Freund funktioniert auch als Protagonist, da er gerade nicht wie eine Ein-Mann-Armee jeden Gegner mit Leichtigkeit überrollt, sondern vielmehr mit sich selbst hadert und als abgewirtschafteter, abgehalfterter Ex-Agent die Sympathien der Leser gewinnt.

Zuvor haben sowohl Jason Masters als auch Luca Casalanguida ihren jeweiligen brutal-skrupellosen und adrenalingetriebenen Bond in der Hauptserie unglaublich versiert in Szene setzt. Das grobstrichige Artwork von Zeichner Aaron Campbell ist mit jenen womöglich nicht auf Augenhöhe, aber dennoch äußerst beachtenswert und originell.

Unter dem Strich funktioniert „James Bond 007: Felix Leiter“ sicherlich sogar für Leser, die die neuen kompromisslosen Action-Abenteuer von 007 (noch) nicht verfolgt haben. Reizvoller ist das Spin-off aber für jene, die gerade durch die Hauptserie auf den Geschmack gekommen sind, ihre Sammlung ergänzen und nicht bis Januar warten wollen, wenn 007 mit „James Bond 007: Black Box (Band 4)“ zurückkehrt – man darf weiter gespannt sein!

Inhalt

Das ist konsequent: Nach dem Erfolg der ersten neuen 007-Comic-Abenteuer wird der Bond-Kosmos weiter ausgebaut. Auf »Vargr«, »Eidolon« (von Warren Ellis & Jason Masters) und neben »Hammerhead« (von Andy Diggle & Luca Casalanguida) folgt jetzt die Story »James Bond 007: Felix Leiter«, die sich mit Bonds Freund und Kollegen beschäftigt, der bereits 1953 in Ian Flemings erstem 007-Roman »Casino Royale« auftauchte und auch in fünf weiteren Büchern eine Rolle spielte, ebenso wie in rund einem Dutzend Bond-Filmen. Darin tritt er zumeist als Bonds verlängerter Arm und gelegentlicher Retter in der Not auf, wenn 007 in den USA zu tun hat. Diesmal aber steht er nun selbst im Mittelpunkt.

(Quelle: Splitter-Verlag)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 18.09.2017
Seitenzahl: 152
Band: 1 von 1
ISBN: 978-3-95839-508-4
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?