Review

Seit seinem Kampf mit Captain Marvel im zweiten Superheldenkrieg (Civil War II 1″) befindet sich der geniale Visionär Tony Stark („Iron Man 1: Unbesiegbar!“) in einem komatösen Zustand. Die Planstelle, die sein Superhelden-Ich Iron Man hinterlässt, soll die erst 15-jährige (ehemalige) MIT-Studentin Riri Williams alias Ironheart ausfüllen.

Ganz ähnlich wie Tony verfügt das junge Mädchen über einen IQ auf der Stufe eines Supergenies und hat bereits eine eigene Kampfrüstung konstruiert. Fans des Playboys, Avengers und Visionärs Tony Stark müssen jedoch nicht gänzlich auf den klassischen Helden und sein Ego verzichten, denn Tony hat sein Bewusstsein in die Matrix einer künstlichen Intelligenz übertragen, nur für den Fall, dass seine sterbliche Hülle einmal den Geist aufgeben sollte – sehr vorausschauend! Nunmehr will er als KI seiner Nachfolgerin und unerfahrenen Nachwuchsheldin dabei helfen, in seine Fußstapfen zu treten und eine waschechte Superheldin in eiserner Rüstung zu werden.

Im Auftakt-Band „Iron Man Sonderband 1: Die nächste Generation“ haben wir zudem erfahren, dass Riri bereits in früher Kindheit ihren Stiefvater und ihre beste Freundin bei einem Anschlag verloren hat. Außerdem trainierte sie – in der Gegenwart – schon fleißig mit Tony für den Ernstfall, musste sich bereits mit der Mutantin Animax herumschlagen, nur um schließlich auf die – uns aus „Iron Man 2: Kampfmaschinen“ bekannte – mächtige Gegenspielerin, die Inhuman Tomoe alias Techno Golem, und ihre Biohack-Ninjas zu treffen – eine erste Reifeprüfung für das Wunderkind. Dabei konnte sie allerdings auf die Hilfe von Tonys Langzeit-Flamme Pepper Potts alias Rescue zählen. Ach ja, außerdem haben ihr die Champions um Ms. Marvel Kamala Khan, Nova Sam Alexander und Spider-Man Miles Morales (ehemals „Avengers 1: Neue Helden“) angeboten, Teil ihres illustren Nachwuchshelden-Teams zu werden.

Der Nachfolge-Band „Iron Man Sonderband 2: Tony Starks letzter Trick“ beginnt mit einem Terroranschlag, verursacht durch Lucia von Bardas, neue Herrscherin von Latveria und offizielle Nachfolgerin des (einst) gefürchteten – inzwischen aber offenbar geläuterten – Dr. Doom. Natürlich taucht Riri Williams auf der Bildfläche auf und lässt sich von SHIELD-Vizedirektorin Sharon Carter überreden, Lucia von Bardas in Latveria anzugreifen; schließlich hat SHIELD noch nicht ausreichend Beweismittel für einen militärischen Gegenschlag. Ganz beiläufig erfährt Riri im Übrigen, dass SHIELD sie schon seit geraumer Zeit überwachen lässt – Steve Rogers-Hydra-Methoden könnte man fast meinen (das neue Event „Secret Empire“ lässt grüßen). In Latveria macht Ironheart ihre Sache auf eigene Faust recht ordentlich. Zu ordentlich womöglich? Dort läuft auf jeden Fall alles etwas aus dem Ruder. Was genau, müsst ihr selbst nachlesen. 

Die neuen Abenteuer der Nachwuchsheldin Riri Williams alias Ironheart werden, wie schon die Iron Man-Vorgänger-Bände, von dem mittlerweile zu DC abgewanderten Marvel-Veteran Brian Michael Bendis inszeniert. Dabei gibt es auch einige Parallelen zwischen den Geschichten. Ähnlich wie die vorherigen Tony Stark-Abenteuer ist auch hier die Charakterdarstellung und -ausarbeitung gegenüber der Story Trumpf. Riri Williams ist eine grundsympathische junge Heldin und vor allem ihre Interaktionen mit Tony, aber auch allen anderen Figuren aus seiner Welt wie Spider-Mans Ex Mary Jane Watson, Pepper Potts, der KI Friday oder auch Tonys leiblicher Mutter Amanda Armstrong sind äußerst gelungen und unterhaltsam.

Leseprobe aus „Iron Man Sonderband 1: Die nächste Generation“ (Copyright: Panini Comics)

Stören könnte den einen oder anderen Leser allenfalls das typische Reboot-Gefühl, das sich hier auch wieder etwas einstellt und der Umstand, dass Riri, obwohl komplett unerfahrene Nachwuchsheldin, doch recht reibungslos und spielerisch in ihre neue Rolle hineinwächst. Ein paar Stolpersteine mehr wären sicherlich menschlicher.

Die Handlung hat – wie bereits angedeutet – noch keine allzu nennenswerten Fortschritte gemacht. Recht episodenhaft erleben wir, wie Ironheart sich einer Aufgabe nach der anderen widmet, ohne mit dem restlichen Marvel-Universum oder vor allem den Champions weitergehend anzubändeln.

Es überwiegt aber das positive Gesamtbild, dass Brian Michael Bendis hier wieder einmal toll gezeichnete Charaktere präsentiert, die sich greifbar anfühlen und den Leser mitreißen können. Unterstützt wird das von einem – größtenteils von Stefano Caselli stammenden – prächtigen Artwork, das ausdrucksstark, lebendig und voller Kraft ist. Davon könnten viele Titel nur profitieren.

Wer gegenüber Ironheart als neuer Iron Man-Inkarnation grundsätzlich aufgeschlossen ist, der sollte durchaus mal einen Blick riskieren, denn bisher wissen die „Iron Man Sonderbände“ gekonnt zu unterhalten, auch wenn in Sachen Storytelling noch Potenzial abgerufen werden könnte. 

Inhalt

Das junge Genie Riri Williams ist die neue Heldin Ironheart, und sie handelt sich viel Ärger ein: mit Superschurken, mit Nick Fury und SHIELD, und auf einer Mission in Latveria, in der schon eine Armee Doombots wartet! Plus: Mary Jane und Riri erinnern sich an ihre ersten Begegnungen mit Tony Stark.

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 06.03.2018
Originalausgaben: Invincible Iron Man (2017) 7-11
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?