Review

Ein neuer Hellboy-Film kommt

Mittlerweile ist bekannt, dass aus Guillermo Del Toros Ausflug ins Genre der Comic-Verfilmungen keine Trilogie mehr werden wird. Das ist durchaus zu bedauern, denn der mexikanische Regisseur ist ein Meister des skurrilen Fantasyfilms und an sich die naheliegende Wahl für den paranormalen Ermittler aus der Hölle. Da auch Ron Perlman als Hellboy bzw. „Red“ glänzen konnte, liegt die Messlatte nach den Filmen Hellboy“ und der Fortsetzung Hellboy – Die goldene Armee“ doch recht hoch.

Sei es, wie es sei. Nun steht das Reboot bevor, das etwa im April 2019 in die Kinos kommen soll und von Regisseur Neil Marshall inszeniert wird. In die Rolle des Titelhelden schlüpft nunmehr „Stranger Things“-Star David Harbour, der sich kurzerhand seines heiß geliebten „dad bods“ entledigen und in Shape bringen musste. Auf dem aktuellen Poster kann man ihn schon mit mächtigen Hörnern und Muskeln bewundern. Treffend prangt auf dem neuen Hellboy-Poster auch der Slogan legendary as fuck“ – hoffentlich wird der Film es auch.

Mignola- & Fegredo-Trilogie

Die Vorzeichen, dass der neue Film tatsächlich „legendary as fuck“ wird, stehen jedoch nicht schlecht. Immerhin hat man sich als Vorlage die epische Mignola- & Fegredo-Trilogie ausgesucht. Diese Zusammenarbeit umfasst die einzelnen Bände Darkness Calls“, The Wild Hunt“ und The Storm and the Fury“. Diese sind hierzulande bereits unter den Titeln Hellboy 9: Ruf der Finsternis“, Hellboy 10: Wilde Jagd“ sowie „Hellboy 12: Der Sturm“ erschienen.

Nunmehr kommen sie noch einmal gesammelt in dem hochwertigen und überformatigen „Hellboy Kompendium 3“ heraus.

Regelmäßige Leser unserer Besprechungen (siehe „Hellboy Kompendium 2“) werden bemerkt haben, dass die Hellboy-Kurzgeschichten-Bände Hellboy 8: Die Troll-Hexe“ sowie Hellboy 11: Der Krumme“ bislang noch keinen Eingang in eine solch prächtige Anthologie gefunden haben. Womöglich wartet da ja noch ein Kurzgeschichten-Kompendium aus dem Mignolaverse am Horizont.

Inhalt

Da die neue, monströse Hellboy-Sammlung annähernd 600 Seiten auf die Waage bringt, versuchen wir uns bei der Inhaltsangabe zu diesen grandiosen Erzählungen auf das Wesentliche zu beschränken:

Ruf der Finsternis

In „Ruf der Finsternis“ suchen die Hexen aus aller Welt nach Hellboy. Sie wollen ihn in die öden Wälder Russlands locken. Vor allem die verbitterte und hasserfüllte Baba Yaga hat es auf den großen Roten abgesehen und trachtet ihm nach dem Leben. Insbesondere den archaischen Rechtssatz „Auge um Auge“ nimmt die uralte Hexe besonders ernst, denn sie hat eine Belohnung auf Hellboy und sein Auge ausgesetzt. Um die Befriedigung ihrer Rache erfahren zu können, hetzt die Baba Yaga ihrem größten Intimfeind den unsterblichen Kriegerfürsten Koschej auf den Hals. Hellboy erwartet ein unbarmherziger Kampf.

Wilde Jagd

In die „Wilde Jagd“ wird der paranormale Ermittler aus der Hölle zunächst das Opfer einer hinterlistigen Falle. Die eigentliche Schlagzeile ist jedoch: Hellboy ist der erste männliche Nachkomme Mordreds, Sohn von Artus, des legendären Königs von Britannien – und daher also rechtmäßiger König Britanniens und nicht zuletzt Herrscher über das legendäre Königsschwert Excalibur. Nicht schlecht, oder? Doch dem des Kämpfens müden Ermittler gefällt seine neue Rolle in der Welt nicht so recht. Aber er hat keine Wahl, denn Nimue, die Königin der Hexen und Göttin des Krieges, ist auferstanden. Um dieser schrecklichen Hexe Paroli bieten zu können, benötigt die Welt einen König, der der Blut-Königin und ihren Heerscharen von Dämonen, Geistern und anderen übernatürlichen und mythologischen Kreaturen entgegentritt.

Der Sturm

Zum Abschluss, in „Der Sturm“, zieht Hellboy – in dem Wissen, der letzte Nachfahre von Artus Pendragon zu sein – in die alles entscheidende letzte Schlacht gegen die Armeen von Nimue, der Königin des Blutes. Doch Nimue soll noch mit einer Verwandlung aufwarten können, die selbst unseren vorlauten Höllenjungen verstummen lässt. Um sie besiegen zu können, ist er ausgerechnet auf die Hilfe seines Erzfeindes, der russischen Hexe Baba Jaga, angewiesen.

Einordnung

Leseprobe aus dem „Hellboy Kompendium 3“ (Copyright: Cross Cult)

Das „Hellboy Kompendium 3“ sollten sich Comic-Fans auf keinen Fall entgehen lassen. Selbst für seine ambitionierten Verhältnisse läuft Mike Mignola in dieser Trilogie als Autor zur Hochform auf. Hier verbindet er die Geschichte Hellboys spielerisch und gekonnt mit seinen früheren Abenteuern, tischt mit den Sagen über König Artus Pendragon, das legendäre Königsschwert Excalibur, die finstere Nimue, Königin des Blutes, und allerhand weiterer mythologischer Kreaturen ganz groß auf und schafft es darüber hinaus noch die Weichen für den nächsten großen Wendepunkt in Hellboys Leben zu stellen.

Mignola schickt den Leser hier auf nicht weniger als eine epische und unvergessliche Reise durch die Sagenwelt Großbritanniens, angereichert mit dem typischen Mignola-Pulp-Charme. Alte Legenden und Folklore neu und virtuos aufgearbeitet.

Das Artwork

Abgerundet wird das Meisterwerk durch das stimmungsvolle Artwork von Duncan Fegredo. Fegredo findet ideal den Mittelweg zwischen seinem eigenen, unverwechselbaren Zeichenstil und dem von Mignola und bereichert das Mignolaverse mit seiner ganz eigenen Art. Der Zeichner ahmt nicht nach, sondern fühlt sich hinein in Hellboys Leben und Welt und kreiert wunderbare Bilder.

Fazit

Insbesondere Leser, die die Mignola- & Fegredo-Trilogie noch nicht kennen, sind aufgerufen, sich diese nunmehr zuzulegen, aber auch diejenigen, die die Einzelbände schon ihr eigen nennen, sollten zumindest darüber nachdenken, für diese prachtvolle Ausgabe einen Platz in ihrem Regal freizuräumen – es lohnt sich.

Inhalt

Der große HELLBOY-Sammelband mit Artwork des britischen Zeichners Duncan Fegredo (KID ETERNITY, ENIGMA) umfasst die grandiosen Erzählungen RUF DER FINSTERNIS, DIE WILDE JAGD und DER STURM, die die Vorgeschichte zum letzten Kapitel der HELLBOY-Saga bilden.

Nach vielen Abenteuern in aller Welt kehrt der Held aus der Hölle nach Europa zurück und muss sich neuen, aber auch alten Widersachern stellen. Eine Versammlung aller Hexen der Welt lockt ihn in die Fänge der hasserfüllten Baba Jaga und ihrem Verbündeten Kriegerfürsten Koshcei. Die daraus resultierende Kettenreaktion führt Hellboy zwischen die Fronten eines uralten, übernatürlichen Konflikts aus Zeiten von König Artus und seinem legendären Königsschwert Excalibur. Neben Riesen aus dem keltischen Sagenreich, einer mysteriösen Versammlung und den Seelen der Ritter Britanniens kämpft der Höllenjunge gegen seine eigenen Erinnerungen und gerät so an seine persönlichen und geistigen Grenzen.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Mike Mignola
(*16. September 1960 in Berkeley, Kalifornien, USA) ist ein Comicautor und -zeichner. Bekannt ist er vor allem durch seine Figur Hellboy.

(Quelle: Wikipedia)

Mike Mignola – Homepage | Mike Mignola – Facebook | Mike Mignola – Twitter

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 11.09.2018
Seitenzahl: 600
ISBN: 978-3-959817-87-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)