Review

„Mein Name ist Constantine!“
Aus dem glorreichen Film mit Keanu Reeves kennt man die Figur als rauchendes Arschloch mit todbringender Krankheit. Ein ziemlich lässiger Typ, den nicht viel aus dem Konzept bringt. Gleich verhält es sich mit dem lässigen Blondschopf aus „Hellblazer“.

Er reist von A nach B und muss mit ziemlich vielen Feinden zurechtkommen. Dabei werden Freunde belogen, ihnen wird geholfen oder sie werden als Köder verwendet. Constantine weiß, wie er seine Lieben einsetzen kann – und erst hinterher wird sich entschuldigt. Doch ein richtiger Antiheld will er auch nicht sein. Seine coolen Sprüche kommen hier zudem auch nicht so recht an. Lohnt es sich also „die giftige Wahrheit“ zu lesen?

Kurzum: Der interessanteste Charakter aus dem „Hellblazer“-Comic ist Swamp Thing. Seine Story rund um das Grüne, Rote und die Fäule sind deutlich spektakulärer als Constantine. Jener kehrt zurück nach Großbritannien, um dort wieder böse Gestalten zu jagen. Dabei kommt es hier und da zu Dialogen, wie sie auch in „Spawn“ entstehen, doch da sind sie lustig, hier jedoch nicht. Denn so lässig, wie Constantine gerne sein möchte, ist er leider nicht. Eher wirkt er wie eine Karikatur seiner selbst. So legt er sich beispielsweise mit mächtigen Gins an, die sich gerade neu formieren, doch wirklich mitreißen will einen das Spektakel nicht. Swamp Thing versucht hingegen, seine Frau wiederzubekommen. Hier sind Emotionen und Storytelling ganz groß.

Leseprobe aus „Hellblazer 1 – Die giftige Wahrheit“ (Copyright: Panini Verlag)

Subjektiv betrachtet ist Constantine zudem ein Noir-Charakter. Oftmals wirken die Zeichnungen jedoch eher wie aus „Perkeros“. Knuffig, mit großen Augen und zuckersüßem Blick. Das passt nicht so recht.
Die wenigen kräftigen Szenen sind dagegen intensiv und schön gezeichnet. Gerade Swamp Thing gefällt hier außerordentlich gut.

„Hellblazer“ hat seine Momente, die jedoch rar gesät sind. Beispielsweise sind die geschichtlichen Exkurse gut eingebunden und machen den sonst so gesichtslosen Helden etwas spannender. Für den Start der neuen Rebirth-Reihe ist das vielleicht ausreichend, dennoch müssen Simon Oliver, Moritat und Pia Guerra mit den nächsten Bänden definitiv mehr abliefern. Denn wenn der interessanteste Charakter in „Hellblazer“ Swamp Thing ist, läuft irgendetwas falsch.

So können die Leser nur abwarten, was die Kreativen folgen lassen werden und es bleibt zu hoffen, dass Band 1 nicht schon das Maß aller Dinge ist.

Inhalt

Im ersten Band seiner neuen Serie trifft der Okkultist John Constantine viele alte Weggefährten, die alle einen Grund haben, ihn zu hassen: Seinen besten Kumpel Chas. Den allsehenden Map. Das junge Medium Mercury. Und das Sumpfding Swamp Thing. Wer Constantine kennt, weiß, dass vor allem die Seelen seiner wenigen verbliebenen Freunde in Gefahr sind, wenn er es mit seinen dämonischen Gegnern aufnimmt …

(Quelle: Panini Verlag)

Autor & Zeichner

Simon Oliver (Autor)
ist ein britisch-amerikanischer Comicbuch-Autor.

(Quelle: Wikipedia)

Simon Oliver – Twitter

Pia Jasmin Guerra (Zeichnerin)
ist eine kanadische Comicbuch-Zeichnerin. Sie ist vor allem für ihre Arbeit an „Y: The Last Man“ bekannt.

(Quelle: Wikipedia)

Pia Guerra – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 15.08.2017
Originalausgaben: The Hellblazer: Rebirth / The  Hellblazer 1-6
Seitenzahl: 156
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus
Marcus