Review

Als die Überlebenden Gottheiten nach der Götterdämmerung die Menschenwelt von allem Übernatürlichen befreiten und alles in Einfachwelt und Anderswelt aufteilten (…) haben die letzten Götter die Trennung der Welten durch eine Barriere bewerkstelligt. Eine unüberwindbare Barriere. Wissenschafts- und magieresistent. Errichtet für die Ewigkeit.

Zwar verschlang die Trennung der Welten fast alle Götter, einer blieb jedoch zurück, um die Bewachung des geheimen Portals zwischen den beiden Welten zu übernehmen. Dieser ist kein anderer als Gambert, der Ex-Gott des Bieres, der auf seine Göttlichkeit verzichtete, um nicht bei der Errichtung der Barriere abzunibbeln. Nun lebt der pummelige, bärtige Gambert als Gerstensaft-Gourmet und verbringt seinen Alltag auf der Erde, regelmäßig mit einem Humpen in der Hand.
Außerdem teilt er sein idyllisches Leben mit dem niedlichen mystischen Wesen Umbra. Umbra ist eine sogenannte Monade, eine Kreatur, die sich in jede beliebige Form verwandeln kann, bis sie sich eines Tages für eine bestimmte Beschaffenheit endgültig entschieden hat.
Eines Tages gibt es jedoch Ärger im Paradies, denn Gambert und sein kleiner Freund werden von bösartigen Schattenkrallen bedroht. Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf sich hat, solltet ihr einen Blick in „Gambert und der Vitus-Zauber“ werfen.

Die neue „Gambert“-Reihe erscheint beim Splitter-Imprint Toonfish, dessen Serien sich typischerweise an jüngere Leser wenden, und stammt von dem deutschen Künstlerduo Jan Suski und Dirk Seliger („Luzian Engelhardt“). Dabei zeichnet Dirk Seliger für Text und Szenario und Jan Suski für Zeichnungen und Kolorierung verantwortlich.

Leseprobe aus „Gambert und der Vitus-Zauber“ (Copyright: Splitter Verlag)

Die Story ist größtenteils leichtfüßig erzählt, sehr unbekümmert und absolut kurzweilig; wer hier zugreift, wird auch keinen Tiefgang erwarten. Die Charaktere sind dabei sympathisch und liebenswürdig inszeniert und der Leser hat einfach Spaß mit dem moppeligen Flüssigbrot-Liebhaber.

Das Artwork von Jan Suski erinnert teilweise an die legendären Comic-Helden „Asterix und Obelix“ und auch die ebenfalls bei Toonfish publizierten „Schlümpfe“ mögen eine Inspiration für die farbliche Gestaltung der Welt gewesen sein. Die Zeichnungen passen wunderbar zu der Geschichte und sehen absolut super aus.

Sicherlich wird die „Gambert“-Reihe aufgrund des kindlich-naiven Grundtons nicht jeden Comic-Fan abholen, aber für das, was sie sein will, ist sie fabelhaft gelungen.

Am Ende der Ausgabe gibt es noch ein Making-of mit Kunst von Jan Suski, wo wir insbesondere Zeichnungen, Entwürfe und Charakterstudien präsentiert bekommen.

Wer hier auf den (Bierchen-)Geschmack gekommen ist, der sei noch darauf hingewiesen, dass das zweite „Gambert“-Album „Gambert und der Seelendrache“ leider erst im Februar 2018 erscheinen wird, allerdings auch umfangreicher als der hiesige Band ausfallen soll. Prosit! 

Inhalt

Gambert ist ein Biergenießer der besonderen Sorte: Zurückgezogen in einem idyllischen Wald lebend, frönt er allen irdischen Genüssen, ganz besonders aber dem Bier. Diese Verbundenheit hat einen Grund: Gambert ist der Gott des Bieres. Zwar gab er einst seine Göttlichkeit auf und überlebte so den Untergang der Götterwelt. Doch obliegt ihm nun die Aufgabe, den einzigen Zugang zur „Anderswelt“ zu bewachen, wohin jedwede Form der Mythologie verbannt wurde. Praktischerweise befindet sich dieser Übergang in seinem Felsenkeller, gut verborgen zwischen unzähligen Bierfässern. Das beschauliche Leben könnte ewig weitergehen, würden sich in jüngster Zeit nicht die Erscheinungen von Fabelwesen bedrohlich häufen…

(Quelle: Splitter-Verlag)

Autor

Dirk Seliger
(*1970 in Sonneberg) ist ein deutscher Schriftsteller, Fabeldichter, Illustrator und Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

Dirk Seliger – Homepage

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 20.07.2017
Seitenzahl: 56
ISBN: 978-3-95839-954-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?