Review

Galkiddek war einst ein fröhlicher Ort, an dem ohne Unterlass Feste und Feierlichkeiten stattfanden. Dies änderte sich jedoch, nachdem Sir Galohan auf tragische Weise seine Gemahlin, die Gräfin von Galkiddek, Lady Eloée verlor. Von da an war Galkiddek ein düsterer und bedrückender Landstrich. „Weder Blumen noch Wandschmuck. Weder Bälle noch Schmuckverkäufer! Weder Bücher noch Märchenerzähler! Weder Jongleure noch Spielleute“ gibt es hier noch; denn Graf Galohan untersagte in seiner Verzweiflung und Verbitterung ausdrücklich Musik und Gesang.

Der niedergeschlagene Witwer ist fertig mit der Welt und in seinem Leid nur noch von einem einzigen Wunsch angetrieben: Er will seine verstorbene Gemahlin aus dem Reich der Toten zurückholen. Als er eines Tages in einer Kirche eine Madonna-Statue entdeckt, die ein Abbild seiner aus dem Leben geschiedenen Ehefrau ist, beschließt er, den Künstler zu finden, der diese gefertigt hat. Bei der Wiedererweckung seiner Lady Eloée soll ihm jedoch nicht nur jener Bildhauer behilflich sein, sondern auch der geheimnisumwitterte und mächtige Magier Alcantor. Ach ja, und ein mysteriöser Schlick, der „dem ursprünglichen Schlamm, aus dem die Götter das Leben formten“ ähnelt.

Nach dem Klappentext sowie meiner obigen Inhaltsangabe vermutet man zunächst, hier geht es primär um den Burgherrn Sir Galohan als klassischen Helden, auf der Suche nach seiner Bestimmung, umgeben von zahlreichen Nebenfiguren. Dieser Eindruck täuscht jedoch, da sich der Ritter im Verlauf dieser ersten 48 Seiten als menschenverachtender und blutrünstiger Antiheld und Schlächter herauskristallisiert (vgl. dafür nur beispielhaft die Leseprobe); in seinem menschlichen Schmerz vielleicht noch nachvollziehbar, jedenfalls aber nicht sympathisch.

Leseprobe aus „Galkiddek: Die Gefangene (Band 1)“ | Copyright: Splitter Verlag

Daneben kann der erste Band mit zwei – zumindest – gleichberechtigten Figuren aufwarten; da ist zum einen die titelgebende Gefangene namens Lady Lillewyn, die von Sir Galohan und seinen Mannen verschleppt wird und auf Rache sinnt. Andererseits aber auch der Hexenmeister Alcantor, der eine belastete Vorgeschichte mit dem Ritter Galohan teilt. Diese unterschiedlichen Figurenperspektiven kombinieren mehrere Wirklichkeitsausschnitte miteinander und steigern dadurch spürbar das Lesevergnügen.

Die Story von Autor Frank Giroud beginnt actiongeladen, blutrünstig und mit exzessiver Gewaltdarstellung à la „Game of Thrones“; das nimmt mit zunehmender Zeit aber mehr und mehr ab und die Aufmerksamkeit gilt insbesondere den oben genannten Figuren. Dies hätte vielleicht noch etwas ausgewogener gestaltet werden können, da es etwa ab der Hälfte der Story doch sehr ruhig wird.

Das fabelhafte Artwork von Zeichner Paolo Grella glänzt mit kraftvollen Panels und entführt den Leser in diese fantasievolle und düstere Welt.

Das alles macht definitiv Lust auf mehr und daher ist es umso beklagenswerter, dass „Galkiddek: Der Magier (Band 2)“ hierzulande erst am 01.09.2017 erscheinen wird; durchaus eine lange Wartezeit für Fantasy-Freunde.

Inhalt

Einst, vor langer Zeit und weit entfernt, war Galkiddek ein glücklicher Landstrich, wo man in Ruhe und Frieden seinem Tagwerk nachging. Doch das war vor dem Krieg, der die Gräfin von Galkiddek das Leben kostete, und seither versinkt ihr Gemahl Graf Galohan in Verzweiflung und Bitterkeit. Bis er eines Tages auf eine Statue stößt, die das genaue Ebenbild seiner geliebten Gemahlin darstellt. Mithilfe von Alcantor, einem Magier mit dunklen Absichten, fasst er den unerhörten, gotteslästerlichen Plan, seine Geliebte aus dem Reich der Schatten zurückzuholen …

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor & Zeichner

Frank Giroud (Autor)
(*03. Mai 1956 in Toulouse) ist ein französischer Comic-Szenarist.

(Quelle: Wikipedia)

Frank Giroud – Homepage

Paolo Grella (Zeichner)

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Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 01.03.2017
Seitenzahl: 48
ISBN: 978-3-95839-467-4
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?