Review

Mit „Extremity 1“ von Daniel Warren Johnson präsentiert Cross Cult den Comic-Lesern hierzulande wieder einmal ein Werk aus der Comic-Schmiede Skybound („Birthright“, „Battle Pope“, „Manifest Destiny“, „The Walking Dead“) von Robert Kirkman und David Alpert.

Die düstere Geschichte verfrachtet den Leser mitten in eine postapokalyptische Welt und konfrontiert ihn mit dem Schicksal des Roto-Clans, dem auch die Protagonistin Thea angehört. Und trotz ihres jungen Alters hat diese wohl schon mehr Schreckliches erlebt als so manch einer in seinem ganzen Leben. Von dem Clan der Paznina wurde sie ihrer Heimat beraubt. Außerdem haben die barbarischen Unterdrücker ihre Mutter ermordet und ihr selbst die Hand abgeschlagen. Umso tragischer, da die Heldin Thea die Künstlerin ihres Clans war und nunmehr nicht mehr richtig zeichnen kann. Seitdem ist nicht nur Theas Vater Jerome, das Oberhaupt des Roto-Clans, nicht mehr derselbe. Der Anführer möchte seine Kinder und die anderen Clan-Mitglieder zu unnachgiebigen Kriegern machen. Bei Thea hat er scheinbar ganze Arbeit geleistet, denn sie scheint ebenso begierig auf blutrünstige Vergeltung zu sein, wie er selbst. Seinen zaghafteren Sohn Rollo erreicht er damit jedoch immer weniger. Die Paznina haben eine Familientragödie heraufbeschworen und einen einst glücklichen Clan deformiert. Diese neue Fratze des Hasses sollen allerdings auch die Unterdrücker zu sehen bekommen und nicht ungestraft davonkommen.

Leseprobe aus „Extremity 1“ (Copyright: Cross Cult)

Der Auftakt von „Extremity“ macht direkt Lust auf mehr. Die Charaktere sind vielschichtig und alle durch das Leid, das ihnen zugefügt worden ist, gezeichnet. Hauptfigur Thea ist ob des Verlusts ihrer Begabung verbittert und rachsüchtig und wird von ihrem desillusionierten, mittlerweile völlig verrohten Vater noch bestärkt, der gänzlich getrieben von Rache agiert. Der zaghafte und einfühlsame Bruder ist hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu seinem Clan und der Wahrung seiner Persönlich- und vor allem Menschlichkeit. Die Feinde aus dem Hause Paznina sind im Vergleich dazu noch ein wenig blass, aber das bleibt sicherlich noch weiteren Ausgaben vorbehalten, deren Motivation ausgiebiger zu skizzieren.

Die Zeichnungen von Daniel Warren Johnson gefallen ausgesprochen gut und geben keinen Anlass zu Beanstandungen. Stilistisch macht er Anleihen bei George Millers modernem Meisterwerk „Mad Max: Fury Road“. Hier wie dort gibt es nicht nur die aus Felsformationen bestehende Welt, sondern auch die Optik der Figuren, vor allem die vereinzelten fiesen Masken, ist stark angenähert. Wer will es ihm verdenken, ein klasse Film, der reichlich Inspiration liefern kann. Das Artwork spart auch nicht an blutrünstigen und krassen Gewaltszenen, deren Wirkung indes durch die recht sanfte Farbgebung von Mike Spicer abgemildert wird. Dessen Koloration ist im Übrigen ein echter Hingucker.

Nach dem ersten Band kann man „Extremity“ all jenen wärmstens empfehlen, die nicht allzu zartbesaitet sind und diesen blutigen Rachefeldzug miterleben wollen.

Inhalt

Der neue Fantasy-Hit aus dem Hause Skybound wirft den Leser mitten in den blutigen Rachefeldzug der jungen Heldin Thea gegen die Paznina, die barbarischen Unterdrücker ihres Clans. Diese ermordeten in einem Akt sinnloser Brutalität nicht nur Theas Mutter, sondern nahmen ihr auch ihre Hand. Gemeinsam mit ihrem Vater Jerome, dem Oberhaupt des Roto-Clans, begibt sich Thea hinter die feindlichen Linien, um bittere Vergeltung zu üben.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Daniel Warren Johnson
ist ein Comicautor, Künstler und Illustrator. Er arbeitete an Titeln für Verlage wie Marvel, DC, Dark Horse und Image. Seine aktuelle Serie ist „Extremity“, ein Sci-Fi-/Fantasy-Titel.

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Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 08.02.2018
Seitenzahl: 144
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Das ist Sussudio. Ein ganz toller Song! Ein Lieblingssong von mir!" (Patrick Bateman, American Psycho)