Review

Endlich ist es so weit – darauf haben alle Dragon Ball-Fans lange gewartet: „Dragon Ball Super 1“ ist da!

Im Jahre 1995 beendete der große Akira Toriyama seine 42 Bände umfassende Manga-Reihe „Dragon Ball“. Anime und Manga mit ihren epischen Kämpfen gegen legendäre Gegner, wie Freezer, Cell und den Dämon Boo prägten auch hierzulande die Jugend einer ganzen Generation. Sehr zum Leidwesen seiner Fans verabschiedete sich Toriyama dann von seiner Schöpfung, um sich weiterzuentwickeln und entspannt an Kurzgeschichten zu arbeiten.

Im 42. Band des Manga-Meisters ging es aber noch einmal ums Ganze: Der Dämon Boo war im Begriff die Erde zu zerstören, doch Son-Goku besiegte die größte Bedrohung der Menschheit mit einer riesigen Genkidama. Die letzten beiden Kapitel 518 und 519 spielten dann zehn Jahre nach dieser legendären Schlacht und zeigten die Welt in Frieden.

Dies nutzt nun das neue Werk „Dragon Ball Super“ aus. Hier wird die zehnjährige Lücke in der Geschichte mit Leben gefüllt. Laut den einleitenden Worten ist seit dem Triumph über den Dämon Boo nämlich nur einige Zeit vergangen.
Son-Goku arbeitet nach seinem größten Sieg inzwischen widerwillig als Bauer, um Geld für seine Familie zu verdienen. Unterdessen sehen wir im
Weltall Beerus, den Gott der Zerstörung. Dieser hat eine Vision von einem Super-Saiyajin-Gott, der ein Gegner auf Augenhöhe für ihn sein soll. Gemeinsam mit seinem Begleiter und Meister Whis (der noch stärker als Beerus ist) macht er sich auf den Weg zur Erde, wo die letzten verbliebenen Saiyajins des Universums leben. Infolgedessen taucht er auf Bulmas Geburtstagsfeier auf und fordert mit Son-Goku den stärksten Kämpfer der Erde heraus.

Zunächst wissen Son-Goku und seine Freunde nichts von einem Super-Saiyajin-Gott, doch sie sollen erfahren, dass „sechs Saiyajin, die reinen Herzens sind, für eine Zeit einen Super-Saiyajin-Gott hervorbringen können.“ In dieser Verwandlungsstufe gewinnt Son-Goku den Respekt von Beerus.

Im weiteren Verlauf der Story ergeben sich noch zahlreiche neue Erkenntnisse, sowohl für unsere Helden, aber erst recht für den Leser. Ob nun Son-Goku, Vegeta, Piccolo oder die anderen Helden, alle sind kleine Lichter im Vergleich zu Beerus und Whis und auch ihre Welt ist nur ein winziger Bestandteil einer erheblich größeren Realität. So eröffnet Beerus unseren Freunden:

Diese Welt nennt man das „7. Universum“ … Ich bin der Gott der Zerstörung dieses Universums! Insgesamt gibt es zwölf Universen.

Wir begegnen dann auch noch Champa, dem Gott der Zerstörung des 6. Universums, der auch der Bruder von Beerus ist. Dieser fordert Beerus heraus und unterbreitet folgenden Vorschlag:

Wir halten ein Turnier der von den Göttern der Zerstörung des 6. und des 7. Universums Auserwählten ab!

Grund der Auseinandersetzung ist das köstliche irdische Essen.

Das soll es zum Inhalt des ersten schwarzweißen Manga um Son-Goku & Co. seit Band 42 dann auch erstmal gewesen sein. „Dragon Ball Super 1“ folgt dabei dem typischen Konzept der Serie: Es gibt immer jemanden, der noch stärker ist als du. Dabei ergeben sich natürlich immer einige Ungereimtheiten und gerade die vorherigen Verwandlungsstufen der Saiyajins werden durch immer neue Entwicklungen entwertet. So äußerte Son-Goku im Kampf gegen Boo noch, es sei kaum möglich einen lebenden dreifachen Super-Saiyajin aufrechtzuerhalten; jetzt gibt es also den Super-Saiyajin-Gott…

Andererseits werden die Fans der Serie, die bisher die neuen Stufen der Verwandlung und auch die immer neuen Frisurentrends der Helden akzeptieren konnten, auch hier auf ihre Kosten kommen. Man muss auch sagen: Ohne neuerliche Bedrohungen wäre es auch nicht möglich „Dragon Ball“ weiterzuerzählen.

Toriyama erklärte in einem seiner seltenen Interviews, er wollte eine einfache Geschichte erschaffen, an der sich auch Kinder erfreuen können. Daher sollte man bei „Dragon Ball Super“ womöglich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und über einige Mängel der Story hinwegsehen.

Besonders erwähnenswert ist hier noch, dass lediglich Konzept und Story von Manga-Virtuose Akira Toriyama selbst stammen. Für das Artwork zeigt sich erstmals Toyotarou als Zeichner verantwortlich, der selbst seit seiner Kindheit ein Bewunderer der Serie ist. Toriyama ist der Ansicht, dass von allen Zeichnungen, die Animationen eingeschlossen, Toyotarous Bilder seinen eigenen am nächsten kommen. Das ist wohl das größte Lob, das man als neuer Zeichner des Mangas bekommen kann. Auch aus der Sicht eines Fans der ersten Stunde muss man sagen, dass das Artwork (beinahe durchgehend) vergessen lässt, dass der Meister hier nicht selbst am Werk war.

„Dragon Ball Super 1“ ist nicht perfekt, aber definitiv lesenswert; ähnlich wie z.B. „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ liefert auch dieses Sequel eine Mischung aus einigen Neuerungen und einer gehörigen Portion NostalgieFanService ab. Fans des Dragon-Ball-Mangas werden auch diese neuen Geschichten verschlingen.

Großer Wermutstropfen: Dragon Ball Super 2″ erscheint erst im Oktober 2017; aber echte „Dragon Ball“-Fans sind längere Wartezeiten ja inzwischen gewohnt.

Inhalt

Neue Storys aus dem DRAGON BALL-Universum!

18 Jahre nach der Beendigung von DRAGON BALL GT startete die brandneue Anime-Serie DRAGON BALL SUPER in Japan. Die gleichnamige Manga-Serie wartet sowohl mit den beliebten Hauptfiguren als auch mit Charakteren aus den neuen DRAGON BALL Z-Kinofilmen auf. Akira Toriyama und Toyotarou liefern mit DRAGON BALL SUPER die ersten neuen, schwarzweißen Manga um Son-Goku & Co. seit Band 42 – im allerfeinsten „Toriyama-Style“. Ein Actionspaß sondergleichen, ein absolutes Muss für alle DRAGON BALL-Fans!

(Quelle: Carlsen)

Autor

Akira Toriyama
ist einer der berühmtesten und erfolgreichsten Comic-Künstler aller Zeiten. Sein Meisterwerk DRAGON BALL hat weltweit mittlerweile über 250 Millionen Bände verkauft.

(Quelle: Carlsen)

Details

Format: Taschenbuch
Veröffentlichung: 02.05.2017
Seitenzahl: 192
ISBN: 978-3-551-71443-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Carlsen Verlag

Copyright Cover: Carlsen Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?