Review

Mit Doctor Strange/Punisher: Wunderwaffe“ bringt Panini Comics die gesamte vierteilige Miniserie Doctor Strange/Punisher: Magic Bullets“, inszeniert von Autor John Barber und den Zeichnern Andrea Broccardo, Jason Muhr sowie Dominike Stanton, zu uns nach Deutschland.

„Pack deine Sachen, Doc. Dein Magie-Zeug.“

„Frank, wieso bist du hier? Wir sind keine Freunde. Wir haben nicht die Art von Beziehung, in der … Wir haben gar keine Beziehung!“

„Ich will nicht dein Freund sein. Aber ich kenne meine Grenzen.“

Dieser Dialog gibt ziemlich genau wieder, was auch der geneigte Leser denken dürfte, wenn er sieht, dass es ein Team-up zwischen dem knallharten Punisher und dem großen Zauberer Dr. Strange gibt.

Während der skrupellose Verbrecherjäger Frank Castle, die Ein-Mann-Armee im ständigen Krieg gegen das organisierte Verbrechen, seine Probleme am liebsten trocken mit den Händen oder Waffen löst, ist der Meisterzauberer Dr. Stephen Strange in der Welt der Magie und des Mystischen zu Hause. Frank ist ehemaliger Elite-Soldat und Stephen war früher einmal Arzt.

Was bringt diese beiden völlig ungleichen Figuren nun also zusammen?

Frank macht hier wieder einmal Jagd auf eine Mafia-Familie. Im Keller des Restaurants der Verbrecher wird er allerdings mit übernatürlichen Mächten konfrontiert. Nicht gerade sein Metier. Um der Situation Herr zu werden, wendet sich der Punisher an den mächtigen Sorcerer Supreme beziehungsweise den Obersten Zauberer der Erde.

Wer die Abenteuer um Dr. Strange zuletzt im Blick hatte, weiß allerdings auch, dass kürzlich so gut wie alle Magie auf Erden ausgelöscht wurde. So muss sich der heldenhafte Zauberer mit magischen Artefakten behelfen. Dessen ungeachtet fasst er sich ein Herz und will den Punisher mit seiner Axt und seiner Magie unterstützen – zwei ungewöhnliche Verbündete im Kampf gegen Monster und Dämonen.

Was soll man sagen? Auch nach der kompletten Miniserie auf den knapp 130 Seiten ist zwischen den beiden ungleichen Figuren keine neue, innige Beziehung entstanden. Die Zweckgemeinschaft aus der Ein-Mann-Armee und dem Meister der Magie hält genau so lange, wie sie es eben muss.

Leseprobe aus „Doctor Strange/Punisher: Wunderwaffe“ (Copyright: Panini Comics)

Dabei entwirft Autor John Barber einen recht simplen Plot, den er auch bis zum Ende schlicht hält. Die Prämisse der plötzlich auftauchenden übernatürlichen Mächte, Monster und Dämonen ist im Prinzip die einzige Möglichkeit, diese beiden grundverschiedenen Charaktere zusammenzuführen. Auch wenn die Handlung nicht gerade sonderlich originell ist, so kann sie doch bis zum Ende ganz solide unterhalten. Hier und da gibt es auch wirksame Situationskomik, wenn der Punisher das Handwerk des Zauberers Mal um Mal als „Hokuspokus“ bezeichnet.

Das Artwork ist zwar größtenteils gelungen, mitunter schleichen sich allerdings auch unausgereifte und mittelmäßige Panels ein. Punisher-Fans seien außerdem darauf hingewiesen, dass die Miniserie vom Stil und Ton weniger düster und derb ist, als für Frank gewöhnlich.

Während das eine oder andere Team-up im Marvel-Universum mehr als naheliegt (Spider-Man/Deadpool 2: Bis aufs Blut“, „Deadpool vs. Punisher“), gibt es wieder solche Konstellationen, die eher unerwartet daherkommen (Deadpool & Cable: Wenn Blicke töten könnten“). Ob die Leser ein Aufeinandertreffen zwischen Doctor Strange und dem Punisher herbeigesehnt haben, mag bezweifelt werden. Allerdings bieten die Figuren natürlich die Möglichkeit, aus ihren Unterschieden einen Vorteil und bunte Unterhaltung zu zaubern. Leider bleibt die Story von John Barber dafür zu oberflächlich und unscheinbar. Für eine spaßige Lektüre zwischendurch funktioniert der Band aber dennoch.

Inhalt

Stephen Strange ist Dr. Strange, der Meister der Magie und okkulte Beschützer der Erde.
Frank Castle ist der Punisher, die Ein-Mann-Armee im ewigen Krieg gegen das organisierte Verbrechen.
Um es mit fiesen Mafia-Dämonen aufzunehmen, müssen der Beschwörer und der Bestrafer die Grenzen zwischen ihren Welten und Revieren überwinden und zusammenarbeiten …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 17.04.2018
Originalausgaben: Dr. Strange/Punisher: Magic Bullets 1-4
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)