Review

Die Welt in ihrem Ist-Zustand und wie schön sie im Jahre 2126 aussehen könnte, damit beschäftigt sich Dirk Bernemann in seinem neuen Roman und stellt fest: „Die Zukunft ist schön“.
So nennt der deutsche Autor daher auch den Titel seines Buches, das nicht nur als Sozialstudie, sondern auch bzw. vor allem als Utopie gedeutet werden kann.

Im Vergleich zu Bernemanns vergangenen Veröffentlichungen – wie beispielsweise seine bekannte „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“-Trilogie – setzt der Autor dabei nicht mehr unbedingt auf Ironie; diese oder überzogene Darstellung und außergewöhnliche literarische Kleinkunst erfordert die hier behandelte Thematik auch gar nicht, sie spricht vielmehr für sich selbst.

Gesellschafts- und sozialkritisch zeichnet Bernemann in „Die Zukunft ist schön“ daher das Bild einer Gesellschaft, wie sie in 113 Jahren aussehen könnte und damit schön für alle wäre.
Er macht deutlich, dass es längst Zeit ist zum Nach- und Umdenken; verharrt dabei aber nicht auf unreflektierten Ideen, sondern bietet konkrete Lösungsansätze.

Obwohl sich Bernemann in „Die Zukunft ist schön“ wenig Platz für gegenwartsphilosophische Betrachtungen, die seine bisherigen Veröffentlichungen prägten, einräumt, mangelt es dem aktuellen Buch nicht an seinen gelungenen Gedankenspielen. Diese durchziehen stets den utopischen Roman, sodass Bernemann u.a. auf Seite 54 seine Figuren feststellen lässt: „Es hat sich die Erkenntnis gebildet, dass es keine Gesichter braucht, um ein Land zu leiten.“

„Die Zukunft ist schön“ ist allerdings keine stumpfe, trockene Utopie, die mit dem erhobenen Zeigefinger die derzeitigen Missstände aufzeigt und sie ergebnis- und perspektivlos in die Zukunft projiziert, vielmehr bettet Bernemann seine Vorstellungen einer gelungenen Zukunft in eine durchdachte Handlung, die gleichermaßen unterhält und sinnig erscheint.

Dirk Bernemann (Copyright: Dirk Bernemann)

Dirk Bernemann (Copyright: Dirk Bernemann)

Die Gefühlswelt der Figuren wird dabei jedoch lediglich angeschnitten.
Ebenfalls weicht die inzwischen als bernemanesk zu bezeichnende Wortakrobatik des Autors zugunsten des Inhalts. Der Fokus von „Die Zukunft ist schön“ liegt daher, wenn man so will, mehr auf der Theorie und Gesellschaftsanalyse, während Emotionen weitgehend im Hintergrund bleiben.
Dies sind weitere große Unterschiede zu seinen vorausgegangenen Büchern und sicherlich auch die entscheidenden Gründe, die einstige Bernemann Leser kurzfristig verwirren werden.

Eingefleischte Dirk Bernemann Fans könnten sich nämlich, ob der Tatsache, dass er sich stilistisch derart verändert hat, dass „Die Zukunft ist schön“ eben nicht auf Anhieb als typisches Bernemann-Buch erkennbar ist, eventuell vor den Kopf gestoßen fühlen. Daher wäre es wünschenswert gewesen, wenn der Autor und/oder der Unsichtbar Verlag die Fangemeinde entsprechend „vorgewarnt“ hätte, denn wer Fan bisheriger Veröffentlichungen Bernemanns war, wird sicherlich überrascht, vielleicht sogar enttäuscht sein, denn mit „Die Zukunft ist schön“ zeigt er eine gänzlich andere Seite seines schriftstellerischen Talents.

Dies ändert jedoch nichts an der Daseinsberechtigung seines neuen Werkes, das aktuelles Zeitgeschehen und die derzeitige politische Lage mit hervorragenden Gedankenspielen, die der Leser gespannt und interessiert verfolgt, verknüpft.
Vielleicht hätten dem Werk minimale Kürzungen an passender Stelle (wie z.B. bei der „Rede“) gut getan, vielleicht wäre auch ein genauerer Blick seitens des Lektorats sinnvoll gewesen, rein inhaltlich ist „Die Zukunft ist schön“ aber ein Buch, das gelesen werden sollte!

Das Konzept der außergewöhnlichen Aufmachung des Buches, welches zudem limitiert ist, geht ebenfalls auf und bietet einen zusätzlichen Kaufanreiz.

Trailer

Klappentext

Ein Mann schläft durch unglückliche Umstände 113 Jahre lang und erwacht in einer Zukunft, die aus heutiger Sicht, wie das Paradies erscheint. Wie haben die Menschen das gemacht fragt sich der Protagonist und begibt sich auf eine Suche zurück durch unsere Zukunft.
Dirk Bernemanns erster politischer Zukunftsroman.
Dirk Bernemann denkt an die Zukunft. Aber nicht im Sinne von Bausparer und Lebensversicherungsabsolvent. Nein, eher hat er das große Ganze im Visier. Deswegen hat er eine Utopie geschrieben. Die Welt in 113 Jahren. Und wissen Sie was? Nein? Diese Welt ist wunderbar. Der Autor von „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ und diversen anderen popliterarischen Machenschaften legt mit „Die Zukunft ist schön“ eine Sozialstudie hin, die die bestmögliche aller Welten beschreibt. Und wissen Sie noch was? Schon wieder Nein? Diese Welt ist verdammt nochmal möglich.

(Quelle: Unsichtbar Verlag)

Autor

Herr Bernemann wurde vor wenigen Jahren zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederlanden geboren.
Er wollte schon immer Bücher schreiben, denn malen war gar nicht seins. Also schrieb er, seit er es konnte, beginnend mit ungefähr 7 Jahren. Oh, ja, er hasste malen.
Der Herr Bernemann ist beliebt in seiner Nachbarschaft, weil er nie mit seinen Nachbarn spricht.
Worüber auch? Kunst vielleicht oder Wetter?
Er war schon als Kind fasziniert von Musik und schönen, aber auch nicht so attraktiven Worten.
Herr Bernemann ist in seinem Leben schon einige Male umgezogen, hat aber nie im Ausland gewohnt, obwohl er Deutschland als Institution kacke findet.
Er mag Himbeeren und Ananas lieber als Kartoffeln und Rotkohl.
Herr Bernemann schreibt Bücher voller Geschichten und Gedichte. Nicht alle Gedanken, die er hat, findet er selber gut, einige hasst er sogar.
Die deutsche Sprache ist für den Herr Bernemann ein Fahrzeug mit dem er in alle Regionen menschlichen Empfindens einfahren kann. Seine Texte sind wie alte Bekannte mit neuen Gesichtern, wie alte Drogen mit neuen Wirkstoffen, wie bekannte Plätze mit neuen Häusern.
Er findet es im Moment nicht doof bekannt zu sein (Stand Sept. 2007), findet es aber doof mit Idioten bekannt zu sein, um mit denen Bratwurst oder so zu speisen.
Der Herr Bernemann hat keine ansteckenden Krankheiten.
Er ist außerdem untalentiert an folgenden Instrumenten: Alphorn, Oboe und Akkordeon, dafür spielt er ein wenig Gitarre und kann mit seinem Computer Musik machen, was er auch macht und zusammen mit Benedikt Ator die Band HORQUE gegründet hat.
Nein, der Herr Bernemann ist weder essgestört noch depressiv noch hat er irgendwelche abgefahrenen Neurosen. Er hat normalen Appetit und lacht über Witze wie: Wo wohnen Katzen am liebsten? Im Miezhaus.
Er hat noch nie versucht, sich oder andere umzubringen.
Herr Bernemann inszeniert nicht sich, sondern seine Ironie. Dekadenz ist für Arschlöcher, call him Arschloch.
Er liebt Kultur, seinen Wortschatz und manchmal sogar sich selbst.
Er ist nicht elegant, sieht aber immerhin noch gut aus, wenn er auf die Fresse fällt.

(Quelle: Unsichtbar Verlag)

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Details

Format: Hardcover
Extras: limitierte Ausgabe; Hardcover aus echtem Leinen / Goldprägung / Fadenheftung / goldenes Gummiband
Veröffentlichung: 01.03.2014
Seitenzahl: 362
ISBN: 978-3-942920-30-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Unsichtbar Verlag

Copyright Cover: Unsichtbar Verlag



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde