Review

Nach Comics findet der geneigte Fan klassischer Science-Fiction nun auch spannende Hörbücher nach den Romanen von H. G. Wells. Den Auftakt in der Reihe macht „Die Zeitmaschine“. Unter der Regie von Oliver Döring entsteht ein akustisches Klangerlebnis, das mindestens so atmosphärisch ist, wie seinerzeit die Radioadaption von „Krieg der Welten“, die in Amerika eine kleine Panik auslöste.

Gut, laut wikipedia gab es damals vermutlich keine kopflose Massenpanik, aber gut gemacht war es 1938 allemal. Auch „Die Zeitmaschine“ ist ein guter Stoff für Hörspielunterhaltung. Der Protagonist ist im Jahr 2017 mittlerweile nicht mehr namenlos: Jack arbeitet an der Universität. Als Dozent ist er bereits engagiert. Aber erst in seiner Forschungsarbeit geht er richtig auf. So sehr, dass er es mit Regeln und Vorschriften wohl nicht mehr so genau nimmt.

Ein Professorenkollege, Cabbs, spricht ihn daher nach einer seiner Vorlesungen auf sein aktuelles Forschungsvorhaben an. Da Jack allerdings immer noch geheimnisvoll ist, legt er die Karten auf den Tisch. Wenn Jack nicht in den nächsten 7 Tagen öffentlich zeigt, woran er gearbeitet hat und ‑ noch wichtiger ‑ dass er keine Gelder hinterzogen hat, wird er ernsthaft Probleme bekommen.

Jack ist zerknirscht. Eigentlich ist er noch nicht so weit. Aber er beschließt, seinen Kollegen zum Abendessen einzuladen und die Situation darzustellen. Dieser bringt prompt noch zwei Freunde mit. Die drei kommen in den Genuss einer Privatvorführung: Jack hat an einer Zeitmaschine gearbeitet. Wissenschaftlich erklärt er den Kollegen, wie das Dimensionsreisen theoretisch funktionieren sollte. Als diese weitere Beweise fordern, sieht sich Jack zu einem drastischen Schritt gezwungen. Er testet das Original!

Äußerst spannend und detailreich schildert der Protagonist, wie sich das Zeitreisen anfühlt und welche kleineren Erlebnisse geschahen, bis er zum Hauptteil der Story vordringt ‑ und der erste Teil des Hörbuches auch schon endet.

Oliver Döring (Copyright: Oliver Döring)

Zugegeben, hier einen Schnitt zu setzen, ist gewiss schwierig. Entweder Döring hätte den Rotstift so radikal angesetzt, dass die Handlung im Schnelldurchlauf geschehen wäre, oder er nimmt sich die nötige Zeit und teilt eben alles auf zwei Episoden auf. Letzteres ist angesichts der Stimmung sicher vorzugswürdig, auch wenn dadurch in dieser Episode gewissermaßen alles nur auf den Hauptteil der Story zuläuft.

Der Cliffhanger am Ende ist trotzdem nicht unaushaltbar. Immerhin ist Jack bis dahin schon das eine oder andere passiert. Zudem schaffen es die Sprecher, den Hörer ganz in ihre Welt zu entführen. Dabei leistet die Hauptarbeit natürlich Hans-Georg Panczak als Jack, der zuvor Luke Skywalker (Star Wars) und Smithers (Die Simpsons) seine Stimme lieh. Die Begeisterung für seine Arbeit ist ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Bernd Rumpf als Cabbs ist allerdings mein persönliches Highlight. Der deutschen Stimme von Alan Rickman (insbesondere Snape) wohnt so viel Autorität inne, dass er den Kritiker einfach perfekt mimt.

Dazu arrangiert Döring einen eher dezenten akustischen Hintergrund. Damit liegt der Fokus ganz auf den Charakteren und der Story. Was soll man hier noch weiter sagen? Wells ist immer noch für alle Sci-Fi-Fans ein Muss. Auch diese Hörspiel-Adaption macht da keine Ausnahme. Fazit: Hörenswert!

Inhalt

Die Zeitmaschine – Ein Klassiker der Science Fiction-Literatur. Neu und modern erzählt – und doch ganz dicht am Original.

Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. WELLS Die Zeitmaschine ist ein zweiteiliges Hörspielerlebnis der besonderen Art. Nie wurde die packende Geschichte um einen Mann, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt, aufwendiger inszeniert. Mit herausragenden „Hollywood-Stimmen“, einem phantastischen Sounddesign und filmreifer Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino.

Die Zeitmaschine bildet den Auftakt zu einer neuen Hörspielreihe von Folgenreich – basierend auf den erfolgreichen Romanen von H.G. Wells – die mit Das Imperium der Ameisen und dem Dreiteiler Krieg der Welten fortgeführt wird. Für die Produktion konnte der mehrfach ausgezeichnete Hörspielproduzent Oliver Döring (u.a. Star Wars, John Sinclair, End Of Time) gewonnen werden.

(Quelle: Folgenreich)

Autor

Oliver Döring
(* 09.01.1969) ist ein deutscher Regisseur kommerzieller Hörspielserien.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Hörspiel
Veröffentlichung: 29.09.2017
Spielzeit: ca. 59 Minuten
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Folgenreich (Universal Music Family Entertainment)

Copyright Cover: Folgenreich / Universal Music Family Entertainment



Über den Autor

Ivonne
Ivonne

„Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust.“ – Rosette Niederer