Review

Dass mittlerweile Jane Foster als Thor „the mighty Mjolnir“ schwingt, dürfte Comiclesern inzwischen ein Begriff sein. Was Autor Jason Aaron in der Zeit mit dem alten Thor angestellt hat und vor allem, was zur „Ent-Thor-ung“ führte, blieb die Hauptserie bisher schuldig. Nun widmet sich Aaron in „Der unwürdige Thor“ dem bärtigen Odinson.

Dieser hat den Verlust seines Lieblingshammers nicht wirklich gut verkraftet. Die Leere in seiner Hand versucht er mit Metflaschen und Schlägereien zu füllen, was ihm mal mehr, mal weniger gut gelingt. Der Odinson ohne Mjolnir ist einfach unvollständig. Ein Odinson ohne Asgard ist allerdings noch etwas schrecklicher. Das sieht auch Beta Ray Bill so, der Thor einer anderen Dimension.

Auch wenn der Odinson den von Bill dargebotenen Hammer nicht nehmen will, ist er beim Versuch, Asgard zu retten, auf Hilfe angewiesen. Zumal in Asgard ein neuer Hammer warten könnte. Beides befindet sich in den Händen des Collectors. Der gottgleiche Typ, der den lieben langen Tag nichts anderes anstellt, als Dinge zu sammeln. Und so ein Gott wertet die Sammlung doch mächtig auf.

Den Hammer, der aus einer fremden Dimension in Asgard strandete, würde der Collector allerdings lieber selbst benutzen. Da muss er sich allerdings hinten anstellen, denn Thanos hat ebenfalls ein Auge auf das Artefakt geworfen. Nun steckt der Odinson also ziemlich tief in der Tinte. Ob er gemeinsam mit Bill, seinem Bock und dem Hel-Hund Thori das Ruder noch herumreißen kann?

Eine schöne Idee, die Aaron da hatte: Ohne in die Kontinuität seiner Hauptstory eingreifen zu müssen, schafft er für den Odinson neue Anreize, verpackt in einem netten kleinen Storybogen. Dieser liefert genau das richtige Pensum an Details und Tiefe, ohne dass die Charakterentwicklung zu Beginn in den Hintergrund tritt.

Leseprobe aus „Der unwürdige Thor“ (Copyright: Panini Verlag)

Ein Highlight dieses Bandes ist definitiv die Tatsache, dass vor einer guten Schlacht wohl erst mal eine Rasur notwendig ist. (Dabei gehört die sexy Sturmfrisur doch genauso zum Odinson wie der Uru-Arm!) Während die Geschichte so weit also recht amüsant dahin plätschert, bildet nur das Ende einen ziemlich unbefriedigenden Abschluss. Genauer gesagt ist der Grund für den Verlust von Mjolnir … trivial. Gleichzeitig spiegelt er gewissermaßen die Story von Jane Foster ziemlich gut wieder, aber als Stand-Alone eher lahm.

Abgesehen davon punktet der Band aber eindeutig mit seiner Optik. Während Russel Dauterman für Jane Foster einen kraftvollen, aber dennoch femininen Strich an den Tag legt, inszenieren Olivier Coipel, Kim Jacinto und Esad Ribic den Odinson in „Der unwürdige Thor“ betont männlich: starke Konturen, starke Farben, flatternde Capes. Dazu ein Paneldesign, das kreativ und dynamisch die Story in Szene setzt. Okay, hier und da wünscht man sich als Leser der Übersichtlichkeit halber eine schlichtere Aufteilung zurück, aber insgesamt stimmt das Design.

Damit ist „Der unwürdige Thor“ als Solostory schon ganz nett, im Hinblick auf Jason Aarons Haupt-Thor-Story aber noch ein bisschen besser. Wer den alten Odinson vermisst hat, erhält hier eine Chance auf ein nettes Intermezzo.

Handlung

Asgards größter Krieger ist zurück!

Unfähig seinen Hammer zu heben und der Thor-Kräfte beraubt, sucht Odinsohn verzweifelt einen Weg wieder würdig zu sein. Gerüchte führen ihn ins All, wo es einen mysteriösen, anderen Mjolnir geben soll. Eine Waffe ultimativer Macht, ein Relikt eines toten Universums. Die Chance auf Erlösung. Aber einige der größten Schurken der Galaxis haben ebenfalls davon gehört.

(Quelle: Panini Comics)

weitere Bände

Thor #1
Thor #2

Autor

Jason Aaron
(geboren 1973) ist ein amerikanischer Comic-Autor.

(Quelle: Wikipedia)

Jason Aaron – Homepage
Jason Aaron – Facebook
Jason Aaron – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 10.10.2017
Seitenzahl: 116
Storys: The Unworthy Thor 1-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer