Review

Die Gründungsmitglieder der klassischen Defenders waren der mächtige Doctor Strange, der unglaubliche Hulk, der Sub-Mariner Namor und der kosmische Silver Surfer (überragend inszeniert zuletzt in Silver Surfer Megaband: Was Surfer wollen“). Immer wiederkehrende Hauptmitglieder waren über die Zeit vor allem Luke Cage, Iron Fist, Red She-Hulk, Ant-Man (Scott Lang), Black Cat, Valkyrie oder auch Moondragon.

Wirft man nun einen Blick auf die Inkarnation von Brian Michael Bendis‘ heldenhaften Defenders, findet man nicht allzu viele der oben genannten Heroen. Denn die Zusammensetzung seines Teams orientiert sich offensichtlich an der Netflix-Miniserie „Marvel’s The Defenders“ (siehe unsere Review zu „Marvel’s Luke Cage: Die komplette 1. Staffel“).

So sehen wir hier als Angehörige der „Straßen-Avengers“ Luke Cage alias Power Man sowie Iron Fist Danny Rand, die seit Jahren beste Freunde, und seit Kurzem sogar wieder als Heroes for Hire unterwegs sind, um den Menschen in Harlem zu helfen. Daneben agiert der Staatsanwalt Matt Murdock alias Daredevil (Daredevil: So finster die Nacht“) und die toughe Super-Privatdetektivin Jessica Jones.

Im vorliegenden Band „Defenders: Ohne Skrupel“ muss sich das Team gemeinsam einem mächtigen Feind stellen. Der frühere Kingpin Wilson Fisk hat seine illegalen Machenschaften mittlerweile ad acta gelegt und versucht sich als legaler Geschäftsmann der New Yorker Gesellschaft. Freilich hinterlässt ein Gangster von seinem Format ein gewaltiges Machtvakuum und der Untergrund will eine solche Position natürlich nicht lange vakant lassen. Insbesondere Spider-Mans frühere Gespielin, die attraktive Black Cat ‎Felicia Hardy, schickt sich an, dessen Erbe anzutreten.

Doch aus den Tiefen der Unterwelt meldet sich ein neuer Anwärter, der gerade mit Luke eine besonders enge  Vergangenheit teilt: Willis Stryker alias Diamondback. Der sollte zwar eigentlich tot sein, erfreut sich aber offenbar bester Gesundheit und beginnt prompt, an Felicia Hardys Thron zu sägen und sie einzuschüchtern. Doch Diamondback scheint nicht nur quietschfidel, sondern noch erheblich mächtiger als in der Vergangenheit. Außerdem erobert er die Stadt mit einer Designer-Droge und zieht eine Spur von Leichen hinter sich her.

Diesem Gegner sind die Defenders nur gemeinsam gewachsen und auch so steht ihnen einiges an Arbeit ins Haus. Zusätzliche Probleme ergeben sich daraus, dass der Punisher es auch auf den Villain abgesehen hat und dabei nur allzu gerne darauf verzichtet, dass sich ihm Jessica Jones, Iron Fist, Luke Cage und Daredevil in den Weg stellen. Schließlich regelt Frank die Probleme gerne auf seine ganz eigene charmante Art und Weise (Daredevil/Punisher: Der siebte Kreis“).

Mit „Defenders: Ohne Skrupel“ präsentiert der – inzwischen zu DC abgewanderte – Bestseller-Autor Brian Michael Bendis gerade den Anhängern der – größtenteils/zumindest teilweise – gelungenen Netflix-Serien einen lesenswerten Einstiegspunkt in die Welt der bebilderten Geschichten und außerdem eine mehr als angemessene Inkarnation des Netflix-Teams im Comic-Format. Meines Erachtens ist dieser Band gar etwas versöhnlich, da die Miniserie „Marvel’s The Defenders“ doch nicht gerade die hohe qualitative Messlatte erreicht hat, die insbesondere die äußerst gelungenen Vorgänger-Serien um Jessica Jones und vor allem Daredevil aufgestellt haben. Die eigentliche Story bleibt noch recht expositorisch, geheimnisumwoben und tritt mitunter auf der Stelle. Sie bietet aber definitiv ausreichend Potenzial, dass man hier dran bleiben möchte.

Bendis arbeitet abermals mit Zeichner David Marquez zusammen (Iron Man 1: Unbesiegbar!“). Dem scheint es mit seinem herrlich dynamischen und expressiven Artwork ein Leichtes zu sein, jede Serie, an der er beteiligt ist, von einer ansprechenden zu einer lesenswerten zu machen – Chapeau! Den Namen David Marquez sollte man sich jedenfalls einmal merken.

Wer die Netflix-Serien mag oder (auch nur anfangs) mochte oder einen frischen Einstieg bei einem spannenden Superhelden-Team sucht, der ist bei den Defenders an der richtigen Adresse.

Trailer

Inhalt

Luke Cage, Iron Fist und Daredevil mischen einen Nachtclub voller Gangster auf. Damit machen sie sich einen mächtigen Feind, der gleich mal Jessica Jones ins Krankenhaus befördert, und der die Unterwelt von Black Cat übernehmen will. Haben die Defenders eine Chance gegen diesen skrupellosen Gegner? Zumal auch Wilson Fisk und der Punisher involviert sind …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 03.04.2018
Originalausgaben: FCBD Guardians of the Galaxy 2017 (II) / The Defenders 1-5
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?