Review

Abschiedstournee von Bestseller-Autor Brian Michael Bendis

Wir sind in den letzten Zügen der Abschiedstournee von Bestseller-Autor Brian Michael Bendis angelangt, der zwischen 2000 und 2018 zu den wichtigsten und erfolgreichsten Marvel-Autoren zählte und die Geschicke im Marvel-Universum wesentlich mitprägte (zuletzt: „Jessica Jones Megaband: Das letzte Kapitel“, „Iron Man 3: Ein dunkles Geheimnis“, „Iron Man 2: Kampfmaschinen“, „Iron Man 1: Unbesiegbar!“, „Generations: Treffen der Generationen 2 (von 2)“, „Iron Man Sonderband 4: Das Ende einer Odyssee“, „Iron Man Sonderband 3: Die Suche nach Tony Stark“, „Iron Man Sonderband 2: Tony Starks letzter Trick“).

Schließlich gehörte Bendis zu den Mitbegründern des Ultimativen Universums und führte die Superdetektivin und Netflix-Heldin Jessica Jones in den Marvel-Kosmos ein.

Schlagkräftige Netflix-Helden

Nunmehr wollen wir uns seinem abschließenden Band zu den schlagkräftigen Straßenhelden der Defenders mit „Defenders 2 (von 2): Wahre Helden“ widmen (zuvor: „Defenders: Ohne Skrupel“).

Dabei bezieht sich Bendis für sein hiesiges Team auf die Konstellation, die insbesondere den Netflix-Zuschauern bekannt sein dürfte. Neben Bendis‘ Schöpfung, der Ex-Superheldin und Privatdetektivin Jessica Jones, sehen wir hier also vor allem den kugelsicheren Kraftprotz Power Man Luke Cage sowie den Meister der mystischen Kung Fu-Kampfkünste Iron Fist Danny Rand an der Seite des Manns ohne Furcht, Daredevil, in Aktion.

Daneben geben sich aber noch viele weitere Charaktere die Klinke in die Hand, die schon eine Verkörperung in den Netflix-Serien gefunden haben, wie beispielsweise Diamondback, Ex-Kingpin Wilson Fisk, Misty Knight, Elektra und der Punisher.

Ein 17 Jahre langer Running Gag ist nicht einfach!

(Brian Michael Bendis als er selbst in „Defenders 2 (von 2): Wahre Helden“)

Handlung

Der zweite Band rund um die Straßenhelden der Defenders Jessica Jones, Daredevil, Iron Fist und Luke Cage setzt genau da an, wo der Vorgänger aufgehört hat.

Der ehemalige Kingpin Wilson Fisk spielt als neuer New Yorker Bürgermeister angeblich nur noch nach den Regeln. Derweil tobt in der übrigen New Yorker Unterwelt ein blutiger Bandenkrieg, um den legitimen Nachfolger von Wilson Fisk zu ermitteln. Als Anwärter treten vor allem Diamondback und Black Cat als knallharte Kontrahenten auf den Plan. In den Schatten macht sich aber auch noch ein anderer Bewerber berechtigte Hoffnungen auf den Thron der New Yorker Unterwelt. Die Helden aus den Netflix-Serien haben also alle Hände voll zu tun. Immerhin vertreibt Diamondback auch noch eine lebensgefährliche Droge in der Stadt, der Punisher macht mal wieder auf seine ganz eigene Art Jagd auf die New Yorker Unterwelt, Elektra geht Iron Fist an den Kragen und außerdem fällt Jessica niemand besserer als Hilfe ein, als der Söldner mit der großen Klappe, Deadpool.

Ob das alles gut gehen kann?

Cameoauftritt

Das obige Zitat stammt von Autor Brian Michael Bendis höchstselbst, der nicht nur sich, sondern auch seinem Zeichner David Marquez sowie dem Mann für die Farben, Justin Ponsor, einen sympathischen und humorvollen Cameoauftritt im eigenen Werk verschafft hat.

Über die Jahre war es in Bendis-Titeln immer wieder üblich, dass es zu witzigen Situationen auf Polizeiwachen kam. Irgendein – vermeintlich –  verrückter Verbrecher rief irgendein – vermeintlich – dummes, wirres Zeug. Dabei handelte es sich indes in der Regel nicht um Nonsens, sondern um Meta-Humor, einen witzigen oder spitzfindigen Kommentar von Brian Michael Bendis zu bevorstehenden oder vergangenen Ereignissen aus dem Marvel-Kosmos oder auch zu den Geschehnissen bei der Konkurrenz von DC, für die er nunmehr tätig sein wird. Ein zeitlich sehr kurzes Auftreten, das seine witzige Wirkung nicht verfehlt. Freilich fehlt es im Anschluss aber auch nicht an einem Verbrecher, der Kryptisches von sich gibt.

Nicht alles reibungslos

Im Übrigen darf man von der Handlung keine Wunderwerke verlangen und es funktioniert hier sicherlich auch nicht alles reibungslos.

Die Defenders vs. Diamondback in „Defenders 2 (von 2): Wahre Helden“ (Copyright: Panini Comics)

So wirkte Diamondback noch im letzten Band ungemein gefährlich und wie ein Gegner, der den Defenders aber wirklich alles abverlangen könnte. Das ist hier nicht mehr der Fall. Vorliegend wirkt er eher wie eine Figur von vielen, die noch in den letzten Kapiteln Platz finden sollen. Ferner macht Black Cat eine Charakterentwicklung durch, die in der Kürze der Zeit recht unglaubwürdig und anlasslos wirkt. Die Beteiligung von Deadpool scheint nur deswegen stattzufinden, um das Buch über die Netflix-Helden mit dessen Anwesenheit noch zusätzlich zu würzen und die Zielgruppe zu vergrößern. Im Prinzip gilt Ähnliches für Elektra und den Punisher.

Na und?

Und trotz alledem legt Brian Michael Bendis hier Marvel-Action für Comic-Fans und Netflix-Zuschauer vor, die einfach unterhaltsam ist, Spaß macht und bis zum Ende zu gefallen weißWas will man mehr?

Die Team-Chemie zwischen Jessica Jones, Daredevil, Iron Fist und Luke Cage funktioniert wunderbar, es werden genügend Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt, da Wilson Fisk im Prinzip von der gesamten New Yorker Unterwelt provoziert wird und ferner gibt es auch einen neuen bösen Sheriff In Town.

Darüber hinaus sind die Zeichnungen von David Marquez – wie immer – eine absolute Augenweide. Der Mann gehört zu dieser seltenen Gattung von Zeichnern, die jeden Comic durch ihre perfekten Bilder besser machen können. Hut ab!

Wer Netflix-Zuschauer ist und sich mal an Comics versuchen mag, ist hier an der richtigen Adresse, aber auch alle anderen Comic-Leser, die Lust auf eine einfache, kurzweilige Geschichte haben, die ausgezeichnet bebildert ist.

Marvel’s The Defenders Trailer

Inhalt

Die knallharten neuen Comic-Abenteuer der Netflix-Helden!

Jessica Jones, Daredevil, Iron Fist und Luke Cage verteidigen ihre Stadt. Dort tobt zwischen Diamondback, Black Cat und anderen ein blutiger Krieg um den Thron der Unterwelt, der den Defenders alles abverlangt. Selbst Deadpool, Misty Knight, Elektra und der Punisher greifen in die Schlacht ein …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Michael Bendis
(*18. August 1967 in Cleveland, Ohio, USA) ist ein US-amerikanischer Comic-Autor und Künstler.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Michael Bendis – Homepage
Brian Michael Bendis – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 02.10.2018
Originalausgaben: Defenders 6-10
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)