Review

Die „Deadpool vs.“-Reihe ist bei Marvel respektive Panini mittlerweile zum Dauerbrenner geworden. In zig handfeste Kloppereien und mitunter Team-Ups war Wade in jüngster Vergangenheit involviert, zuletzt etwa gemeinsam mit dem Antihelden Remy LeBeau alias Gambit in „Deadpool v Gambit“.

In eine Art „versus“ war auch Frank Castle neulich verwickelt, als er es in „Daredevil/Punisher: Der siebte Kreis“ mit Matt Murdock und dessen neuem Sidekick Blindspot zu tun hatte.

In „Deadpool vs. Punisher“ treffen nun also der hirnrissige, großmäulige Söldner Wade Wilson und der Rauch und Feuer speiende, düstere Punisher aufeinander. Dabei handelt es sich hier keinesfalls um eine Premiere. Diese Konfrontation der Marvel-Antihelden gab es auch früher schon. Etwa im Jahre 2001 hetzten die Autoren Jimmy Palmiotti und Buddy Scalera schon den gnadenlosen Verbrecherjäger und den Söldner mit der großen Klappe aufeinander los (nachzulesen auch in Deadpools Greatest Hits: Die Deadpool Anthologie“).

Markenzeichen der Reihe bleibt auch weiterhin eine weitgehend sparsame Handlung gepaart mit Klamauk und Action.

Leseprobe aus „Deadpool vs. Punisher“ (Copyright: Panini Comics)

So ist die Story auch hier recht schnell erzählt: Dreh- und Angelpunkt ist ein Mann, der auf den Spitznamen „Die Bank“ hört oder von Wade auch liebevoll „Banko“ oder „Banksy“ genannt wird. Man kann es sich vorstellen. Mit bürgerlichem Namen heißt er Simon Noonan Banks und ist ein milliardenschwerer Hedgefonds-Manager. Auf dem Papier allerdings nur. Eigentlich ist Deadpools Buddy eine Art Mafia-Finanzexperte und Geldwäscher, der für zahlreiche kriminelle Organisationen arbeitet, so etwa für Wilson Fisk alias Kingpin. Der durchgeknallte Söldner mit der großen Klappe arbeitet wiederum für Banksy und ist darüber hinaus auch ein Freund der Familie. So sieht es der regenerierende Degenerierte denn auch gar nicht gerne, dass der soziopathische Castle „Die Bank“ ins Visier nimmt. Natürlich ist da ein blutiger Schlagabtausch vorprogrammiert. Diese bürgerkriegsähnlichen Zustände kosten Banks‘ Frau und Sohn – vermeintlich – das Leben, was zumindest zeitweise zu einem Team-Up der beiden Antihelden führt. Mehr soll aber auch schon nicht verraten werden.

Autor Fred van Lente („Assassin’s Creed – Templars: Black Cross (Band 1)“) entwirft hier eine kurzweilige und humorige Story. Wie auch bei den letzten Ablegern der „Deadpool vs.“-Reihe hat man jedoch auch hier den Eindruck, dass da noch mehr gegangen wäre, gerade bei zwei derart prominenten Gegenspielern. Gleichwohl treffen erheblich mehr Gags ins Ziel als etwa im Vorgänger „Deadpool v Gambit“.

Bei dieser Gelegenheit: Noch beim Vorgänger stellte bereits der Titel mit dem Zusatz „Das ‚v‘ steht für ‚vs.'“ einen unverhohlenen Seitenhieb auf den Blockbuster „Batman v Superman: Dawn of Justice“ der Konkurrenz von DC dar. Vorliegend möchte man diese Tradition wohl beibehalten, wenn Wade zum Punisher sagt:

W-Was sagst du da? Martha? Deine Mutter hieß Martha? Meine hieß auch Martha! (…) Ich meine, das ändert alles, nicht? (…) Leute, deren Mütter denselben Namen hatten, sollten nicht kämpfen! Oder versuchen, sich gegenseitig zu töten! Wir haben ein gemeinsames Band der Menschlichkeit, das alle banalen Differenzen überlagert.

Autsch. Deadpool eben. Derlei Spott muss man sich bei DC wohl gefallen lassen. Die Mutter des Punisher heißt übrigens Louise.

Das Artwork von Pere Pérez passt wunderbar zu dieser krawalligen Ausgabe und erhöht den Lesegenuss.

Der Sammelband ist für Neuleser beider Helden absolut geeignet, da er keinerlei Vorkenntnisse erfordert und ist für Fans sowieso eine Überlegung wert, auch wenn es sich sicherlich nicht um eine unentbehrliche Lektüre handelt.

Inhalt

Wade Wilson ist Deadpool, der durchgeknallte Söldner mit der großen Klappe und den Selbstheilungskräften. Frank Castle ist der gnadenlose Verbrecherjäger Punisher. Als Castle einen Mafia-Finanzexperten ins Visier nimmt, der seit Jahren mit Deadpool befreundet ist, geraten die Antihelden böse aneinander. Allerdings bleibt ihr Duell kein Tanz für zwei …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Fred van Lente
ist ein amerikanischer Autor, vorrangig für Comics und Graphic Novels.

Fred van Lente – Homepage
Fred van Lente – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 07.11.2017
Originalausgaben: Deadpool vs. Punisher 1-5
Seitenzahl: 116
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?