Review

Nach wie vor ist der Söldner mit der großen Klappe omnipräsent im Programm von Marvel respektive Panini. Neben den klassischen Kapriolen (zuletzt „Deadpool Killer-Kollektion: Krawall im All (Band 10)“), regelmäßigen eigenständigen Titeln (z.B. Deadpool: Der Unglücksrabe“), seiner gemeinsamen Serie mit dem Netzschwinger (aktuell: „Spider-Man/Deadpool 2: Bis aufs Blut“) und seiner Teamzugehörigkeit bei der neuen (aufgelösten?) Avengers Unity Squad (neulich „Uncanny Avengers 4“) verfügt unser vorlauter LieblingsSöldner selbstverständlich auch über eine eigene monatliche Heftserie.

Eine ideale Ergänzung zur Deadpool-Kontinuität ist die Serie um Deadpool und seine Söldner. Nach einem kurzweiligen und empfehlenswerten Auftakt-Band widmen wir uns hier dem Nachfolger „Deadpool & die Söldner 2: Die Chaostruppe“.

Deadpool hat ein paar knallharte, zweitklassige Söldner angeheuert, um mit ihnen Reichtum und Ruhm zu teilen. Sein eigenes Söldner-Team besteht aus Foolkiller, Masacre (der Deadpool aus Mexiko), Solo, Slapstick, Stingray und Terror. Leser, die seine monatliche Heftserie verfolgen, kennen bereits die „Mercs for Money“ und wissen auch, dass beim regenerierenden Degenerierten wieder einiges im Argen liegt: Nicht nur, dass Deadpool seine dämonische Frau Shiklah in flagranti mit einem Werwolf im Bett erwischt hat, auch die Mercs for Money haben aufgrund seiner bescheidenen Zahlungsmoral die Schnauze voll von Deadpool (nachzulesen insbesondere in den Heften 9 und 10). Masacre ist der einzige, der Pool weiterhin verehrt und ihm die Stange halten will.

In der vorliegenden Ausgabe erfahren wir vor allem, wie es dazu kam, dass der Streit zwischen den Söldnern derart eskaliert ist. Mr. Wade W. Wilson hat zunächst einen dicken Fisch an der Angel. Sein Team soll mehrere radioaktive Personen (vermeintlich) zu ihrem eigenen Schutz einsammeln. Unter den Zielpersonen sind der Radioactive Man, Nuke, Cobalt Man und eine gewisse Ellie Phimister alias Negasonic Teenage Warhead (gerade Fans des Deadpool-Films dürften sie kennen). Dabei macht Deadpool als Anführer der Söldner eine besonders miserable Figur und benimmt sich ihnen gegenüber – mit Verlaub – wie der letzte Arsch. Denn während Deadpool über seinen Heilfaktor verfügt, sind seine Mitstreiter ihren radioaktiven Kontrahenten mehr oder weniger schutzlos ausgesetzt. Das Team lässt Deadpool im Stich und er muss herausfinden, dass sein Auftraggeber Umbral Dynamics wohl doch nicht ganz koscher ist. Nachdem Wade die Entführten zunächst ganz allein retten möchte, stellt sich ihm ein neues Team zur Seite.

Bevor wir dich da runterholen, sollst du etwas wissen, Deadpool. Wir haben uns alle – aus verschiedenen Gründen – entschlossen, dir zu helfen. Wir sind dein neues Team… Die neuen Mercs for Money. Aber du – und das ist das Wichtige daran – bist nicht mehr… der Boss hier. Sondern… Ich!

Wer die neuen Mercs for Money sind, müsst ihr mit „Deadpool & die Söldner 2: Die Chaostruppe“ selbst herausfinden.

Neues Team, neues Glück heißt es jetzt also für den besten Söldner des Planeten. Das künstlerische Team ist hingegen nur teilweise erneuert. Die Story stammt abermals von Deadpool-Koryphäe Cullen Bunn, aber das Artwork nicht mehr vom großartigen Salva Espin. Stattdessen schwingen hier Iban Coello und Brian Level die Zeichenstifte, was der Optik der Serie aber nicht schadet, da auch diese die Serie mit einem schrillen, witzigen und phasenweise cartoonmäßigen Stil bereichern.
Dass Cullen Bunn den Söldner mit der großen Klappe hier mal wieder als lediglich bemühten, aber scheiternden, sich häufig k
indsköpfig und dämlich verhaltenden Anführer darstellt, ist äußerst erfrischend. Auch die Vorstellung von Negasonic Teenage Warhead, deren Optik der aus dem Film angepasst wurde, könnte in Zukunft noch eine echte Bereicherung werden; denn dass die Comics nicht nur einseitig die Marvel-Filme befruchten, zeigte unlängst schon die Einführung von Phil Coulson in den Comics, der ursprünglich nur für die Verfilmungen des Marvel Cinematic Universe erschaffen wurde und auf keiner Comicvorlage basiert.

Die „Deadpool & die Söldner“-Serie lässt sich wunderbar eigenständig genießen und ist absolut kurzweilig. Gerade für Leser der monatlichen Heftserie ist sie bisher aber auch ergänzend und vertiefend einen Blick wert.

Inhalt

Deadpool nimmt den hochbezahlten Auftrag an, radioaktive Superschurken auszuschalten. Sch … Idee. Ihm selber mag die Strahlung ja nichts anhaben. Aber die meisten seiner Söldner sind wohl kaum immun. Der erste Name auf der Liste: Negasonic Teenage Warhead! Und falls Mission 1 den Mercs for Money zu heiß ist, wartet schon der Radioactive Man. Sag doch, Sch … Idee!

(Quelle: Panini Verlag)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 22.08.2017
Originalausgaben: Deadpool & The Mercs For Money II 1-6
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?