Review

Ab dem 17. Mai verkörpert Ryan Reynolds in „Deadpool 2“ zum zweiten Mal den Söldner mit der großen Klappe auf der großen Leinwand (den aktuellen Trailer findet ihr unten).

Wer sich auf den humorigen Superhelden-Actioner gebührend einstimmen möchte, stößt auf seiner Suche womöglich auf „Deadpool killt schon wieder das Marvel-Universum“. Darin hetzt Autor Cullen Bunn („Deadpool & die Söldner 2: Die Chaostruppe“, „Deadpool & die Söldner 3: Mittendrin und nicht dabei“, „Monsters Unleashed: Die Monster sind los (3 von 3)“) abermals den populären Söldner auf die Helden des Marvel-Universums.

Bereits vor einigen Jahren bescherte Bunn den Deadpool-Fans ein besonderes Lesevergnügen, als er seine „Deadpool: Killogy“ präsentierte, welche die drei Bände „Deadpool killt das Marvel-Universum“, „Deadpool: Killustrierte Klassiker“ sowie „Deadpool killt Deadpool“ umfasst. Insgesamt ein sehr blutiges Splatter-Fest, bei dem zunächst die Marvel-Heroen, dann die berühmtesten Charaktere der Weltliteratur und schließlich die zahlreichen Deadpool-Inkarnationen des Multiverse dran glauben mussten.

Deadpool killt schon wieder das Marvel-Universum“ ist inhaltlich keine Fortsetzung dieses Schlachtfestes, sondern ein eigenständiger Band, der die gesamte Miniserie mit den US-Ausgaben „Deadpool Kills the Marvel Universe Again #1-5“ enthält. In dieser alternativen Realität widmet sich der Söldner mit der großen Klappe erneut den Marvel-Helden und metzelt sich durch Kaliber wie Spider-Man, Spider-Woman, seinen alten Kumpel Cable (im neuen Film erstmals gespielt von Josh Brolin), Moon Knight, Frank Castle alias den Punisher und und und. Doch diesmal scheint Wade nicht – beziehungsweise noch weniger als sonst – Herr seiner Sinne zu sein. Deadpool ist das Opfer einer speziellen Gehirnwäsche-Technik, die bewirkt, dass er nicht weiß, was er tut. Da ziehen einige der größten Schurken des Marvel-Universums planvoll lenkend aus dem Hintergrund die Fäden und der irre Söldner mit der Schnauze muss die Drecksarbeit machen. Ob sich Deadpool seinen Peinigern und deren Kontrolle wird entziehen können? 

Wie oben bereits angedeutet, ist die gesamte „Deadpool: Killogy“, in der Pool in einer Parallelwelt alles und jeden niedermetzelt, ein absolut kurzweiliges Lesevergnügen. Die Reihe ist von Cullen Bunn herrlich verrückt und brachial inszeniert und nutzt Deadpools Wahnsinn in vollen Zügen. Leider gilt das, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt für die vorliegende Splatter-Miniserie. Die Story ist, im Gegensatz zu den unter dem gleichen Banner laufenden Titeln, noch erheblich dünner und simpler gestrickt und liefert keine interessante Motivation für Deadpools Taten. Ehrlich mal, eine Gehirnwäsche? Das hätte ebenso gut alles andere sein können. Hier muss man Cullen Bunns Arbeit in der Deutlichkeit als Enttäuschung bezeichnen. Mit einem bekloppten Charakter wie Deadpool ist mehr drin, wie er selbst auch schon vorgemacht hat. Und selbst diejenigen unter den Lesern, die berechtigterweise nur den Anspruch mitbringen, hier sehen zu wollen, wie unser Söldner zahllose Helden und Schurken stilvoll platt macht, dürften noch enttäuscht werden. Denn so gut wie keiner der Kämpfe gegen die Marvel-Helden wird sehenswert präsentiert. Das wirkt alles recht lieb- und lustlos.

Ein Lichtblick der Ausgabe ist noch das vielseitige Artwork von Zeichner Dalibor Talajic, mit dem Cullen Bunn auch schon beim allerersten Band Deadpool killt das Marvel-Universum“ zusammengearbeitet hat. Dieses erreicht zwar auch nicht durchgehend das höchste von Marvel gewöhnte Niveau, weiß aber jedenfalls durch einen munteren, abwechslungsreichen Stil-Mix zu überzeugen.

Es ist nachvollziehbar, dass man im Haus der Ideen noch Profit aus so einer erfolgreichen Serie machen will. Wäre es Bunn gelungen, Gemetzel und Massaker auf gleichbleibend hohem kreativem und humorvollem Niveau abzuliefern, hätten die Fans überhaupt nichts dagegen gehabt. Dergestalt wirkt der designierte Nachfolger jedoch überflüssig.

Trailer

Inhalt

Deadpool metzelt die Marvel-Helden nieder!

Deadpool murkst einen Helden nach dem anderen ab. Allerdings steckt hinter dem Amoklauf des Söldners mit der großen Klappe diesmal etwas anderes. Während Cable, Gwenpool und Moon Knight dem tödlichen Wahnsinn auf den Grund gehen wollen, knöpft sich Deadpool bereits Spider-Man, die X-Men und Jessica Jones vor und wütet so brutal wie Ultron oder Venom …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 13.03.2018
Originalausgaben: Deadpool kills the Marvel Universe Again 1-5
Seitenzahl: 116
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?