Review

Wie bereits in der Besprechung zu der Deadpool Killer-Kollektion: Gott für einen Tag (Band 9)“ erwähnt, bestimmte in den frühen Tagen insbesondere Autor Joe Kelly die Geschicke unseres Lieblings-Söldners und prägte maßgeblich die Deadpool-Comic-Geschichte, indem er die Figur definierte und mit einer komplexeren Mischung aus hell und dunkel auskleidete.

Nach dessen Fortgang übernahm Autor Christopher Priest (nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter, dem englischen Science-Fiction-Schriftsteller) dieses schwere Erbe und konnte uns mit seiner Arbeit im Vorgängerband der klassischen Deadpool-Kapriolen durchaus überzeugen. Seine Partner bei der vorliegenden zehnten Ausgabe waren insbesondere die Zeichner Paco Diaz, Sal Velluto sowie Jim Calafiore.

Das künstlerische Team entledigte sich diverser (beliebter) Nebenfiguren und packte den Söldner mit der großen Klappe in eine schurkische WG, die Deadlounge, gemeinsam mit Titania und Constrictor. Zu Beginn der Ausgabe verschlägt es Pool zu seiner persönlichen Odyssee in den Weltraum, denn gemeinsam mit drei Rekruten des Söldners Taskmaster, die er liebevoll als die Deadpool-Praktikanten bezeichnet, soll er eine Mission erfüllen. Erwartungsgemäß geht dabei natürlich einiges schief und unser Dummschwätzer strandet allein im All. Nachdem er sich eine Fluchtkapsel geschnappt hat, stolpert Deadpool in das nächste Abenteuer. Er landet auf einem Raumschiff voller Söldner, die ihm anbieten, ihn wieder nach Hause zu bringen, wenn er ihren Anführer Dirty Wolff (eine maskierte Parodie von DC Comics‘ Lobo) befreit; unnötig zu erwähnen, dass auch das nicht ohne Querelen über die Bühne geht. Wieder auf der Erde angekommen, bekommt es Deadpool mit dem damaligen Black Panther Erik Killmonger und den Avengers jener Zeit, nämlich Iron Man, She-Hulk, Wasp und Goliath zu tun.

Was die Story der „Deadpool Killer-Kollektion: Krawall im All (Band 10)“ angeht, trifft hier vieles zu, was schon für den Vorgänger gilt: Die Geschichte ist abermals recht irrelevant und äußerst episodenhaft. Priest legt den Fokus auf kurzweilige Unterhaltung. Grundsätzlich ist dies gerade bei Deadpool-Comics kein Mangel, aber hier vergisst man oft schon kurz nach der Lektüre, was man eigentlich gerade gelesen hat, was nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist.

Auch viele Gags wollen gerade zu Beginn nicht so recht zünden, wobei sich das im Laufe des Bandes ändert und nicht nur Deadpool ausgiebig von seinem losen Mundwerk Gebrauch macht, sondern auch die Nebenfiguren einige komische Einlagen bereithalten. Außerdem sehen wir auch einige klassische Stilmittel, die Deadpool-Fans aktuell möglicherweise vermissen, wie z.B. sein ständiges Durchbrechen der Vierten Wand.

Obwohl das neue Jahrtausend hier frisch angebrochen war, steht auch die Optik noch ganz im Zeichen der 90er: Wir haben es nach wie vor mit lachhaft überzeichneten Muskelbergen zu tun und auch die Damen verfügen wieder über schlagkräftige Argumente.

Echte Fans des verrückten Söldners greifen auch zu den zehnten altehrwürdigen zusammengefassten Abenteuern der Deadpool-Historie und werden es nicht bereuen.

Inhalt

Pool-Perlen aus der Vergangenheit: Deadpools Weltraummission geht schief, und plötzlich befindet der Söldner sich auf einer Odyssee im All – trifft einen wilden Alien-Kopfgeldjäger und Raufbold aus einem anderen Superhelden-Universum?! Zudem bekommt Wade es mit Black Panther und Iron Man zu tun und lüftet das Geheimnis seiner Mitbewohnerin Titania.

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Christopher Priest
Christopher McKenzie Priest (eigentlich John Luther Novak; *14. Juli 1943 in Cheadle, Cheshire, heute in Greater Manchester) ist ein englischer Science-Fiction-Schriftsteller.

(Quelle: Wikipedia)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 11.07.2017
Originalausgaben: Deadpool (1997) 40-45 / Black Panther 23
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?