Review

Der neueste Sammelband mit klassischen Abenteuern des verrückten Söldners mit der großen Klappe, „Deadpool Killer-Kollektion 14: Ruhe in Unfrieden“, liegt nunmehr vor.

Erfolgsautorin Gail Simone nimmt radikale Änderungen vor

Während der Vorgänger noch größtenteils aus der Feder von Autor Frank Tieri, mitunter unterstützt von Buddy Scalera, stammte, übernahm für die US-Ausgaben „Deadpool #65-69“ von 2002 die Erfolgsautorin Gail Simone das kreative Steuer. Man war bei Marvel der Meinung, nicht nur Cable, der wortkarge Mutant mit dem kybernetischen Arm, sondern auch Fanliebling Deadpool bedürfe einer Generalüberholung. Und so nahm Birds of Prey“Autorin Simone in der Folge einige einschneidende Veränderungen vor.

Auch visuell änderte sich hier der Stil der ersten Soloserie von Wade Wilson. Alvin Lee und andere Künstler des UDON Studios waren für die Zeichnungen zuständig. Und wer diese kennt, weiß, dass die UDON-Künstler insbesondere von Manga und Anime beeinflusst sind – ein ungewohnter Anblick in einem Deadpool-Comic.

Ruhe in Unfrieden

Zu Beginn der Ausgabe verschlägt es den durchgeknallten Antihelden nach Japan, wo er vier wichtige Bandenchefs eliminieren soll. Zunächst sieht es zwar so aus, als hätte er den Auftrag gehörig vergeigt, doch seine Ziele sind schließlich dennoch beseitigt. Das steigert das Auftragskiller-Prestige erheblich.

Zurück in der Heimat warten neue Aufträge. Mittlerweile verfügt Pool immerhin über seine eigene Söldnerfirma Deadpool Inc., wo er die attraktive persönliche Sekretärin Sandi, Taskmasters Ex, und – warum auch immer – den Penner mit Sprechstörung Ratbag beschäftigt.

Für seine nächste Mission begibt sich Wade nach Deutschland. Hier stellt ihm allerdings der Bösewicht Black Swan eine Falle und infiziert ihn mit einem Virus. Beeinträchtigt, aber noch funktionsfähig, nimmt der Söldner mit Schnauze weitere Aufträge an, bei denen er etwa den schurkischen Bösewicht Rhino um sein Horn erleichtern oder die Show-Mutantin Dazzler vor einem mörderischen Disco-Hasser beschützen will.

Am Ende wartet dann der Showdown mit Black Swan, der mit einer gewaltigen Explosion endet. Das Ende des Helden mit den Selbstheilungskräften?

Vorläufiger Abschied

Jedenfalls vorübergehend sollte Gail Simone den beliebten Söldner mit dieser Story in US-Deadpool #69 zu Grabe tragen. Wie schon angedeutet, macht Simone hier zum Abschied erst einmal einiges neu. Neue Nebencharaktere und abermals ein etwas anderer Erzählton, der mal böse und mal ziemlich kindisch ist. Man kann der Autorin also nicht vorwerfen, dass sie nicht bereit war, mutige, neue Wege für den Söldner und Auftragskiller zu finden. Allerdings gibt es hier doch einige Rohrkrepierer und der Humor will lange nicht so zünden wie bei einigen der Vorgänger. So zieht sich die Story denn auch ein wenig dahin. Deadpool machte hier eben schwere Zeiten mit schwächelnden Verkaufszahlen durch. 

Auch die 14. Ausgabe ist wieder als auf 222 Exemplare limitiertes Hardcover erhältlich. (Copyright: Panini Comics)

Die Ästhetik

Rein künstlerisch sind die Zeichnungen der UDON-Künstler sicherlich nicht zu beanstanden. Meines Erachtens passt dieser Stil aber nicht recht zu einer verrückten Figur wie Wade Wilson. Hier ist alles zu sauber, glatt und Hochglanz, ja manchmal sogar von überstilisierter Ästhetik.

Vom Gesamteindruck handelt es sich also leider um einige der schwächeren Kapitel der frühen, ersten Solo-Missionen des Söldners.

Was folgte?

Trotz Pools vermeintlichen Ablebens war für die Figur hier natürlich noch nicht Schluss.

Simone arbeitete zunächst weiter bei Marvel Comics und aus Deadpool sollte einstweilen Agent X werden.
Dessen Abenteuer folgen dann in der nächsten deutschen Erstveröffentlichung der klassischen Geschichten.

Liste unserer bisherigen Kritiken zur Deadpool Killer-Kollektion:

Inhalt

Komplette Story von Gail Simone als dt. Erstveröffentlichung

Ein neuer Bösewicht raubt Deadpool in Deutschland seine Selbstheilungskräfte, und das macht Wade Wilsons Söldnermissionen um einiges gefährlicher! Egal ob es darum geht, dem Schwergewicht Rhino sein Horn abzunehmen, oder die Mutantin Dazzler vor einem mörderischen Disco-Hasser zu beschützen. Ohne Heilfaktor könnte jeder Kampf Pools letzter sein …

(Quelle: Panini Comics)

Autorin

Gail Simone
ist eine US-amerikanische Comicautorin. Sie hat sich auf Actionkomödien spezialisiert und ist die derzeitige Autorin der Serie Birds of Prey von DC Comics.

Von 2002 bis 2003 arbeitete Simone beim Verlag Marvel Comics und schrieb für die Serie Deadpool, aus dem später Agent X wurde. Sie verließ Marvel nach einem Konflikt mit dem Redakteur von Agent X.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 11.09.2018
Originalausgaben: Deadpool (1997) 65-69
Seitenzahl: 124
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)