Review

War Wade Wilson alias Deadpool doch bereits vor seiner Comicverfilmung mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle einer der größten Emporkömmlinge der letzten Jahre im Marvel-Universum, so ist der Hype gerade nach seinem Erfolg an den Kinokassen immer noch gleichbleibend groß. Erst kürzlich erschien ein neuer Trailer bzw. Teaser zu „Deadpool 2“ und auch in der Welt der Comics ist Deadpool omnipräsent. Ebenfalls in jüngster Vergangenheit wurde der Söldner mit der großen Klappe nämlich ein Mitglied der neuen Uncanny Avengers (Band 3 erschien am 14.03.2017 und kommt hier in Kürze auch in der Besprechung); außerdem erscheinen bei Marvel beziehungsweise hierzulande bei Panini Comics nonstop Sonderausgaben mit Beteiligung des regenerierenden Degenerierten (auch noch in diesem Monat erschien etwa „Deadpool v Gambit“; mit einem evidenten Seitenhieb auf DCs „Batman v Superman: Dawn of Justice“, denn das „v“ steht hier für „vs.“). Darüber hinaus läuft natürlich auch noch Pools (sehr durchwachsene) eigene Soloserie; manch einer wird gar sagen, die Figur sei overhyped!

Nun wollen wir uns aber der vorliegenden Ausgabe „Deadpool: Der Unglücksrabe“ widmen, die unter anderem von den Deadpool-Dauerbrennern Gerry Duggan und Mike Hawthorne stammt. Dieser Band verbindet vier Helden aus drei verschiedenen Serien, und zwar: (selbstverständlich) Deadpool, Daredevil sowie Iron Fist und Luke Cage alias die „Heroes For Hire“.
Man kann hier also ohne Weiteres von einem Schaulaufen der Netflix-Serien-Helden sprechen; denn nachdem der Mann ohne Furcht, Daredevil (dessen aktuelle Comic-Abenteuer leider nicht bei Panini erscheinen, wohl aber zumindest „
Daredevil/Punisher: Der siebte Kreis“ von Charles D. Soule), und Luke Cage bereits seit Längerem im Serienformat laufen, ist am 17. März 2017 auch Iron Fist bei Netflix veröffentlicht worden. Zusätzlich kann die vorliegende Ausgabe noch mit der verrückten Typhoid Mary aufwarten, die eine (amouröse) Vergangenheit sowohl mit Daredevil als auch mit Pool teilt. Hier werden also so einige Charaktere in einem Abenteuer vereint.

Inhaltlich lässt sich das Ganze wie folgt zusammenfassen: Ein Banker hat einem Haufen Gangster jahrelang geholfen, Schwarzgeld für das organisierte Verbrechen zu waschen. Allerdings ging dann eine Investition daneben und besagte Gangster wollen ihn ins Jenseits befördern. Dieser wendet sich (ausgerechnet) an Deadpool, damit er ihn vor den Gangstern und der irren Typhoid Mary beschützt. Da Deadpool mit der ganzen Angelegenheit – gelinde gesagt – etwas überfordert ist, wenden sich die beiden an den (neuen) stellvertretenden Staatsanwalt Matt Murdock alias Daredevil und im weiteren Verlauf an Luke Cage und Iron Fist, bevor das völlige Chaos ausbricht.

Leseprobe aus „Deadpool: Der Unglücksrabe“ (Copyright: PaniniVerlag)

Deadpool: Der Unglücksrabe“ bietet seinen Lesern großartige, kurzweilige Unterhaltung. Beispielhaft etwa das Folgende: Zwischenzeitlich erblindet der Söldner mit der großen Klappe hier im Kampf. Anschließend ist Pool der festen Überzeugung, er verfüge jetzt ad hoc über „Supersinne“, da er ja schließlich blind geworden sei. Dies allein ist schon brüllend komisch, wird aber noch viel besser, wenn er ausgerechnet Daredevil eine Moralpredigt hält und ihm vorwirft, er sei „unsensibel gegenüber einem Behinderten“. Hervorragend ist auch der Abschnitt, in dem Pool und die „Heroes For Hire“ eine Mülldeponie nach einem Beweisstück absuchen und Deadpool sich wie ein Kind über die vielen coolen Sachen freut: „Ich Idiot hab letzte Woche neue Unterhosen gekauft, und hier gibt’s welche gratis. Einmal gewaschen, dann ist die wie neu.“ Spätestens da bleibt beim Leser kein Auge mehr trocken!

In dieser Ausgabe ist die Story nicht mit Emotionen oder Drama (wie zuletzt leider des Öfteren) überfrachtet, sondern der Leser erhält die gute alte Deadpool-Mixtur: Ein bisschen brutal geht es zu, Dialoge und Gags sind absolut infantil und größtenteils sinnentleert; kurzum: einfach klasse! Dass hier verschiedene Zeichner und Autoren am Werk waren, stört überhaupt nicht, sondern passt stets wunderbar.

Wer Deadpool nicht leiden kann, sollte auch die Finger von „Deadpool: Der Unglücksrabe“ lassen. Für Fans des verrückten Söldners ist diese absolut hirnverbrannte und äußerst komische Story aber genau das Richtige. Kaufempfehlung!

Inhalt

Als Deadpool einen Banker schützen soll, der einige Gangster abgezockt hat, sucht er Hilfe bei Staatsanwalt Matt Murdock alias Daredevil. Aber eine alte Flamme der beiden hat ihre pyromanischen Hände im Spiel. Darum setzt der Mann ohne Furcht auf die Fäuste von Luke Cage und Iron Fist. Wird das Quartett die irre Typhoid Mary stoppen, bevor New York im Chaos versinkt?

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Gerry Duggan
ist ein amerikanischer Comicautor, Regisseur und Fotograf. Er lebt in Los Angeles. 

(Quelle: Wikipedia)

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Charles Soule
ist ein New Yorker Schriftsteller, Musiker und Rechtsanwalt. Bekannte Werke sind Daredevil, She-Hulk, der Tod von Wolverine und verschiedene Star Wars sowie Marvel Comics.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 07.03.2017
Originalausgaben: Deadpool 13 / Deadpool 7 (V)
Seitenzahl: 100
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian

Warum denn so ernst?