Review

Zu behaupten, dass Deadpool in vergangenen sieben Marvel Now!-Ausgaben viel Mist erlebt hat, ist eine gewaltige Untertreibung. Jede Wendung hatte es in sich, besonders die Gemütswandlung zu Zenpool im Rahmen des Großevents Axis hat Spuren bei Wade hinterlassen. Nun wartet also im (quasi) finalen Band 8 „Der Tod von Deadpool“ das absolute Ende auf unseren Lieblingssöldner?

Ja, Gerry Duggan, der auch in den vergangenen Heften das Zepter in der Hand hatte, erweist sich als gnadenvoller Schöpfer und spendiert dem Regenerierenden hier nicht nur Gefechte, sondern auch mal einen herben Verlust.
Doch der Reihe nach. Zunächst ist Deadpool erst mal eins ‑ depri. Kennt man so nun überhaupt nicht vom Sprücheklopfer Nummer 1, der eher auf dicke Hose statt Gefühlsdusel macht. Doch die Erfahrung, ein friedliebender Hippie zu sein, hinterlässt auf der zarten Seele spuren. Dazu die Erkenntnis, dass die Ehe gar nicht schlecht und eigene Kids richtig toll sind, und schon scheint vom ursprünglichen Charakter nicht mehr viel übrig zu sein.

Also gönnt sich der frischgebackene Ehemann und Papi Selbstfindungsurlaub. Im Auftrag einer Roxxon Firmentochter und mit dem Trapster geht es „dahin, wo das Öl herkommt … und die Leute stinkig sind“. Verspricht also nettes Gekloppe mit bösen Terroristen. Oder so ähnlich. Aber auch bei diesem Auftrag zeigt sich: Einfach nur draufhauen ist für Wade nicht mehr erfüllend. Er möchte den Einheimischen helfen!

Dass er dabei auch gegen Omega Red antreten muss, dessen Erinnerungen nicht mehr die frischsten sind, verkompliziert die Sache etwas. Selbst diesen Kampf kann er aber nicht so recht genießen, denn erstens kommt ihm seine Frau Shiklah zu Hilfe und zweitens bedroht die Bande von Ultimatum den Rest seiner Familie. Er beschließt, dem ganzen Murks mit der Bande ein Ende zu setzen.

Es folgt eine Reihe von Scharmützeln und schließlich eine Schlacht, die einem Deadpool durchaus würdig ist. Dennoch bleibt das Spaßlevel nicht im Bereich von „sinnloser Gewalt“. Durch die persönlichen Beziehungen, die Duggan hier um seinen Protagonisten spinnt, schwingt immer ein schwermütiger Unterton in der Erzählung mit. Die Witze sind nicht ganz so spritzig, ein Schlagabtausch nicht ganz so schlagfertig und die Brutalität nicht ganz so sinnlos. Haben wir dann tatsächlich noch „Deadpool“ vor uns?

Wer beim Lesen daran zweifeln mag, bekommt mit diesem Ende, das zwar etwas plötzlich, aber dennoch unheimlich passend daherkommt, wieder Pooly-Spirit eingehaucht. Da ist es dann wieder schade, dass es mit diesem Knall vorbei sein soll. Gut, weiterlesen kann man dann ja noch, denn es folgen einige Kurzgeschichten mit einem bunten Allerlei. Sogar einige Gastauftritte ‑ Spidy, Thanos, Howard The Duck, um nur ein paar zu nennen ‑ helfen, über den Blues des Endes hinwegzukommen.

Besonders schön: Die abschließenden Storys liefern eine bunte Bandbreite verschiedenster Zeichenstile. Davon ist vielleicht einer dem persönlichen Geschmack etwas näher als der andere, aber dennoch macht es einfach Spaß, auf diese Weise in fremden Gewässern zu fischen. Die Hauptstory kommt außerdem etwas cartoonesk daher, was ebenfalls für gute Unterhaltung sorgt.

Summa summarum: Gutes, wenn auch etwas emotionales Ende eines sympathischen Chaoten.
Fans von Wade werden bei „Der Tod von Deadpool“ zugreifen müssen!

Handlung

Der Söldner mit der großen Klappe ist am Ende des Weges angelangt. Und gibt es einen besseren Schlusspunkt, als den Hauptdarsteller umzubringen? Ihr habt richtig gelesen. Deadpool stirbt! Aber erst nachdem er Omega Red drangsaliert und die Terrorgruppe ULTIMATUM bis zum letzten Mann ausradiert hat. Welch eine Granate!

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Gerry Duggan
ist ein amerikanischer Comicautor, Regisseur und Fotograf. Er lebt in Los Angeles. 

(Quelle: Wikipedia)

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Brian Posehn
(*06. Juli 1966 in Sacramento, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Comedian und Sänger.

(Quelle: Wikipedia)

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Ben Acker
schreibt Comics, Podcasts, Star Wars-Romane, TV-Shows und Filme.

(Quelle: Twitter.com)

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Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 14.02.2017
Seitenzahl: 132
Storys: Deadpool 41-45 (250)
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer