Review

„Freedom Bar“ lautet der Name des neuen Romans von David Bielmann, der sich neben seiner Lehrertätigkeit dem Schreiben widmet und bereits mit einigen Veröffentlichungen, wie zuletzt mit „Flucht eines Toten“, über die Schweizer Grenze hinaus seinen Bekanntheitsgrad steigern konnte.

Der Titel „Freedom Bar“ lässt zunächst offen, was die Leser mit seinem aktuellen Werk erwarten dürfen. Ein Blick auf den Klappentext verrät, dass es sich dabei um den Hauptschauplatz des Romans handelt; eine Bar in Freiburg in der Schweiz, wo sich die Leben, Sorgen und Sehnsüchte „eigenwilliger und liebeswürdiger Alltagshelden“ kreuzen.

Entsprechend färbt David Bielmann seinen Roman immer wieder mit Lokalkolorit. Eher dezent und unaufdringlich integriert, und damit wenig aufgesetzt, verleiht der Autor „Freedom Bar“ somit geografische und kulturelle Details, mit denen auch Nicht-Einheimische zu keinem Zeitpunkt überfordert werden und die gleichzeitig derart dosiert ihren Platz finden, dass das Buch nicht als Regio-Lektüre betitelt werden könnte. Stattdessen bringt Bielmann seine Liebe und Verbundenheit zur Heimat unterschwellig und glaubwürdig zum Ausdruck, was dem Roman zusätzlich Authentizität verleiht.

Diese wird zudem gefördert durch die hervorragende Ausarbeitung der einzelnen Figuren. Mit Ecken und Kanten ausgestattet wachsen sie den Lesern schnell ans Herz und ebenjenes rühren auch ihre Einzelschicksale.

Neben Tragödien, unerfüllten Wünschen und Dramen findet auch der Humor seinen Platz in „Freedom Bar“. Sprachgewandt präsentiert Bielmann eine witzige und oftmals trockene Bissigkeit, die den Leser des Öfteren zum Schmunzeln bringt. Stellenweise hätte es davon jedoch noch mehr sein dürfen.

Sensibel, durchdacht und infolgedessen äußerst plausibel führt David Bielmann die Geschichten und Schicksale der Charaktere mehr und mehr zusammen, indem sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem in sich geschlossenen Konstrukt vereinen.
Dabei wartet Bielmann mit Überraschungsmomenten, brillanten Wendungen und Entwicklungen auf, die Spannung und ungebrochene Unterhaltung versprechen.

David Bielmann (Copyright: Fabienne Bielmann)

David Bielmann (Copyright: Fabienne Bielmann)

Letztlich ist auch der Umfang des Buches sehr gelungen. Die 304-seitige Unterhaltung, die von Tragik, Dramatik und Komik alles umfasst, weist keine Längen auf. Vielmehr kommt David Bielmann trotz lokalkolorierter und sonstiger ausschmückender Details stets auf den Punkt und findet immer genau dann einen Abschluss, wenn jener erforderlich wird.

Dies alles in Kombination mit dem anspruchsvollen, aber leicht zu lesenden Schreibstil lässt „Freedom Bar“ zu einem niveauvollen Roman der Gegenwartsliteratur werden, der vor allem jenen ans Herz gelegt werden darf, die in all der Trivialität der Belletristik eine kleine, kurzweilige Perle mit Tiefgang und Intentionen suchen.

Inhalt

„Freedom Bar“ entwirft eine modern-urbane Welt voller eigenwilliger und liebenswürdiger Alltagshelden, deren Wege und Sehnsüchte sich immer stärker verstricken:

Der junge Bert Bucher sieht sich als künftiger Rockstar. Da kommt ihm der Tod seiner Großmutter gerade gelegen, so kann er in ihre leerstehende Wohnung in Freiburg ziehen und seine Karriere vorantreiben. Ein Vorhaben, das bald von der schönen Studentin Lana gestört wird.

Johann B. Grab ist Inhaber einer Buchhandlung und sehnt sich zurück in eine Welt ohne Internet. Seine griechische Frau hingegen wünscht sich ein Kind, und der zeugungsunfähige Johann ist bereit, zu diesem Zweck einen Mann für sie zu suchen.

Henry Schweizer wohnt in seiner Bar, die er zu seinem persönlichen Sehnsuchtsort gemacht hat. Hier verwässern sich Sorgen im Rausch, abstruse Ideen reifen zu Taten heran und Verlierer werden zu Gewinnern.

(Quelle: Riverfield Verlag)

Autor

David Bielmann, geboren 1984, lebt in Rechthalten und arbeitet als Lehrer in Freiburg (CH). „Freedom Bar“ ist sein erster Roman im Riverfield Verlag.

(Quelle: Riverfield Verlag)

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Details

Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Veröffentlichung: 27.02.2016
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-9524523-4-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Riverfield Verlag

Copyright Cover: Riverfield Verlag



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde