Review

Nachdem wir uns den Auftakt mit „Civil War II 1“ bereits angesehen haben, ist der zweite Marvel-Superheldenkrieg inzwischen in vollem Gange (am 04.04.2017 erschien bereits „Civil War II 5“).

Neben Iron Man Tony Stark und Captain Marvel Carol Danvers ist insbesondere der junge neue Inhuman Ulysses einer der Protagonisten in diesem Konflikt der Superhelden. Dieser kann dank seiner neu gewonnenen Fähigkeiten in die Zukunft sehen und spaltet mit seinen (gefährlichen) Prophezeiungen die Superheldengemeinschaft.

Die Hefte „Civil War II 2-4“ zeigten vor allem, dass Captain Marvel dessen Visionen nutzen will, um Einfluss auf die Zukunft zu nehmen (etwa im Stil des Science-Fiction-Thrillers „Minority Report“ von Steven Spielberg aus dem Jahr 2002) und Gefahren zu erkennen, bevor sie eintreten. Iron Man dagegen möchte die Zukunft vor derartigen Einmischungen schützen. An dieser Stelle sollen noch Spoiler vermieden werden, um Neugierigen nicht den Spaß zu verderben; aber schon so viel vorweg: Die Prophezeiungen des jungen Inhuman Ulysses fordern folgenschwere Opfer und große Helden sollen fallen. Auf diese Auswirkungen hat Tony Stark bereits blindwütig reagiert und die Fronten des zweiten Marvel-Superheldenkrieges verhärten sich …

Nun widmen wir uns also dem ersten von drei Sonderbänden zum großen Crossover „Civil War II“. Hier trifft – wie der Name des Bandes schon verrät – vor allem der Netzschwinger Spider-Man alias Peter Parker auf den Seher Ulysses. Dass der erste Sonderband überhaupt dem Netzschwinger gewidmet ist, erscheint in Anbetracht dessen, dass er im ersten Bürgerkrieg einer der Hauptakteure war, angemessen und folgerichtig.

Für alle, die die aktuelle Serie des Wandkrabblers im brandneuen Marvel-Universum (noch) nicht verfolgen, sei hier angemerkt, dass Peter inzwischen Chef des Unternehmens Parker Industries ist, welches ebenso international agiert, wie der Netzschwinger selbst (die ersten Ausgaben waren bisher aber eher durchwachsen); die Rolle des neuen Peter als Großindustrieller weist durchaus Parallelen zu Tony Stark auf.

Wie es nicht anders zu erwarten war, hat der junge Inhuman aber auch für den Netzschwinger eine bedrohliche Prophezeiung parat:

Na ja, der Typ vorhin… Er wird in einem Kostüm mit dir kämpfen, Spidey.

Wer damit gemeint ist? Das müsst ihr schon noch selbst herausfinden. Als Hinweis sei hier aber noch erwähnt, dass bei Parker Industries sowohl Harry Lyman (ehemals Harry Osborn, ehemals der Grüne Kobold) als auch Clayton Cole (Ex-Schurke Clash) angestellt sind.

Ähnlich wie Iron Man möchte auch Spidey wissen, ob Ulysses Visionen von dessen Persönlichkeit beeinflusst werden; vor allem, um beurteilen zu können, wie glaubhaft oder wahrscheinlich diese sind. Dabei ist es erfrischend zu sehen, dass Peter inzwischen gereift ist und selber als eine Art Mentor auftritt, wenn er seinem jungen Gegenüber erklärt, dass aus großer Kraft auch große Verantwortung folgt.

Leseprobe aus „Civil War II Sonderband 1: Spider-Man“ (Copyright: Panini Verlag)

Die Spidey-Miniserie in diesem ersten Sonderband zum zweiten Marvel-Superheldenkrieg ist durchaus gefällig und kurzweilig, sie hat aber keinen erheblichen Einfluss auf das Marvel-Spektakel; zumindest erfährt die Figur des Ulysses hier aber etwas mehr Tiefe, denn zuvor wirkte sie oft nur wie ein Katalysator für den Konflikt. Iron Man und Captain Marvel finden wir zwar prominent auf dem Cover, jedoch spielen sie in der Story (so gut wie) keine Rolle.

Travel Foreman liefert ein dynamisches Artwork ab, das insbesondere dem Netzschwinger gut zu Gesicht steht.

Aufgrund des Bezugs zur aktuellen Spider-Man-Heftserie passt dieser Sonderband besonders gut in die Sammlung von Spidey-Fans, vor allem weil Christos N. Gage offenbar leichtfüßig Geschichten über den Wandkrabbler schreiben kann.

Für den Marvel-Superheldenkrieg ist dieser Sonderband aber eher schmückendes Beiwerk denn unerlässliche Lektüre. Immerhin gibt Spider-Man hier aber noch bekannt, für welche Seite er sich entscheidet, wenn es in dieser Auseinandersetzung hart auf hart kommen sollte.

Inhalt

Der Inhuman Ulysses ist der Auslöser des neuen Superheldenkriegs. Bei einer Führung durch Parker Industries lässt er Spidey wissen, dass ein alter Feind, der jetzt für Peter Parker arbeitet, ihn bald verraten und angreifen wird! Wer wird es sein? Harry Osborn? Living Brain? Clayton Cole?

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Christos N. Gage
ist ein Drehbuch- und Comicautor. Er ist bekannt für seine Arbeiten an TV-Serien wie „Daredevil“, „Law & Order: Special Victims Unit“ und „Numbers“ sowie an den Filmen „The Breed“ und „Teenage Caveman“.
Im Comicbereich arbeitete er an „Angel & Faith“, „Avengers Academy“, „The Amazing Spider-Man“ und „The Superior Spider-Man“.

(Quelle: Wikipedia)

Christos Gage – Homepage
Christos Gage – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 07.03.2017
Seitenzahl: 100
Storys: Amazing Spider-Man: Civil War II 1-4 | Civil War II: Choosing Sides 1 (II)
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
Warum denn so ernst?