Review

Post-Secret Empire

„Secret Empire“- und „Captain America“-Autor Nick Spencer hat seine umwälzende Arbeit an Captain America Steve Rogers beendet. Dieser hat den originalen Wächter der Freiheit völlig verzerrt, verfremdet und absolut gelungen als machthungrigen Despoten und charismatischen Führer der faschistischen Organisation Hydra inszeniert.

Wer noch einmal nachlesen möchte, wie es dazu kommen konnte, kann dies hier tun:

Captain America – Steve Rogers 2: Der Krieg der Helden | Captain America – Steve Rogers 3: Hydra über alles | Captain America – Steve Rogers 4: Der Niedergang einer Legende | Captain America – Steve Rogers 5: Der Anschlag | Secret Empire Sonderband 1 (von 3): Im Schatten von Hydra | Secret Empire Sonderband 2 (von 3): Inhumans gegen Hydra | Secret Empire Sonderband 3 (von 3): Schild der Hoffnung

Steve Rogers ist zurück

Nunmehr übernimmt das frühere „Daredevil“-Team, bestehend aus Autor Mark Waid und Zeichner Chris Samnee, die kreative Gewalt über die amerikanische Legende und bringt Rogers als Held in seinem vertrauten, rot-weiß-blauen Kostüm zurück, der Amerikas Farben mit Stolz trägt.

„Captain America – Steve Rogers 6: Land der Tapferen“ steht dabei ganz im Zeichen von Marvel-Legacy, besinnt sich also auf die klassische Mythologie von Steve Rogers, umgibt sich mit mehr als einem Hauch von Nostalgie, Patriotismus und Pathos und umfasst passenderweise auch die US-Jubiläums-Ausgabe „Captain America #700“.

Handlung

Steve Rogers reist als Wächter der Freiheit und der kleinen Leute durch die USA. Immerhin gilt es für den amerikanischen Volkshelden mit dem rot-weiß-blauen Schild auch, seinen ramponierten Ruf wiederherzustellen und Vertrauen aufzubauen.

Zunächst kommt Steve in eine Kleinstadt. In dieser hat er vor zehn Jahren eine Gruppe von Kindern vor einer Rassisten-Miliz gerettet. Seitdem begeht man dort jährlich ein großes Captain America-Fest zu Ehren des prominenten Sohnes Amerikas. Doch auch bei seiner Rückkehr muss sich der Captain mit der radikalen Organisation von damals herumärgern.

Bei den nächsten Stationen auf seiner Reise durch die USA bekommt es der größte aller Helden mit Swordsman und dem klassischen Spidey-Gegner Kraven dem Jäger zu tun. Im Anschluss daran wiederholt sich die – schon legendäre – Geschichte, wenn Steve Rogers abermals eingefroren wird und in einer fremden, dystopischen Zeit erwacht. Dort muss die amerikanische Legende wieder einmal als Inspiration dienen und die Zukunft der USA sichern.

Aber wird Steve Rogers jemals in seine Zeit zurückkehren können?

Recht unzusammenhängend

Steve Rogers ist wohl auf seiner Reise durch die USA, um den normalen Menschen des Landes näherzukommen und seinen ramponierten Ruf wiederherzustellen. Doch von den gerade eben vergangenen Ereignissen aus der „Secret Empire“-Zeit ist hier an sich nichts zu spüren. Die Menschen begegnen ihrem Helden wie immer. Misstrauen oder gar Verachtung sucht man vergebens. Captain America ist wieder Captain America, original im vertrauten, rot-weiß-blauen Kostüm und ohne größere Schwierigkeiten. Eine etwas klarere Verknüpfung mit dem Event aus der Feder von Nick Spencer wäre schon erfreulich gewesen.

Neue Leser und Quereinsteiger können sich hingegen über eine völlig unbeschwerte und einfache Story freuen, in die jeder hineinfindet.

Recht einfach, generisch und nostalgisch

Im Übrigen bedient Mark Waid bei seinem Auftakt reichlich leidenschaftliches Pathos, Patriotismus und Nostalgie – sogar im Eis und anschließend in der Zukunft landet Rogers wieder. Eine besonders kreative oder eigenwillige Herangehensweise ist das nicht, auch wenn es sicherlich nicht einfach ist, nach der unnachahmlichen und eindringlichen Arbeit von Spencer das kreative Ruder zu übernehmen. Gerade die Ereignisse in der fremden Zeit wirken jedoch wie ein lauwarmer Aufguss des vergangenen Crossovers. Ein tyrannischer Herrscher übernimmt die Macht in den USA, doch diesmal muss Rogers sein Land retten.

Das Artwork von Zeichner Chris Samnee passt jedoch wunderbar zu einer solch klassischen Geschichte. Dieses verströmt einen sentimentalen und nostalgischen Charme und erinnert zuweilen gar an den großartigen Darwyn Cooke. Unterstützt wird Samnee dabei von Matt Wilson, der hervorragende Farben beisteuert und das Gesamtbild stimmig abrundet.

Fazit

Wer die amerikanische Legende Captain America als den wahren Helden in Reinform schmerzlich vermisst hat, der wird hier auf seine Kosten kommen. Alle anderen, die die Story zuletzt, mit ihm als Kopf von Hydra, fesselnd fanden, dürften mitunter bedauern, dass eine so maßgebliche Story scheinbar so zügig komplett ausgeblendet wird.

Inhalt

Steve Rogers trägt erneut die Farben seines Landes, sein vertrautes, rot-weißblaues Kostüm. Aber wird ihm die Welt jemals wieder vertrauen? Auf einem Bußgang durch die USA, versucht er, seinen ramponierten Ruf wiederherzustellen. Wenn ihn Kraven der Jäger und der brandneue Swordsman nicht vorher zum Schweigen bringen! Schwert gegen Schild! Wer wird triumphieren?

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Mark Waid
(*21. März 1962 in Hueytown, Alabama) ist ein US-amerikanischer Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 09.10.2018
Originalausgaben: Captain America 695-700
Seitenzahl: 148
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)