Review

Black Hammer 1

Völlig zu Recht haben wir Anfang Mai Jeff Lemires und Dean Ormstons Auftakt ihrer Erfolgsserie „Black Hammer 1: Vergessene Helden“ über den grünen Klee gelobt und als ganz persönliche Hommage und Liebeserklärung an Superhelden-Comics bestaunt, die vor unterschiedlichen Einflüssen und Ideen nur so strotzt.

Vergleiche mit den legendären „Watchmen“ von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons kommen nicht von ungefähr. Der begnadete Jeff Lemire („Thanos Megaband 1: Tödlicher Titan“„Inhumans vs. X-Men 1“, „Descender (Band 1) – Sterne aus Blech“) hat Comic-Freunden weltweit – mal wieder – einen Bärendienst erwiesen.

Black Hammer 2

Nicht minder eindrucksvoll und gelungen war auch der zweite Band der Reihe. „Black Hammer 2: Das Ereignis“ erschien bereits Ende Mai beim Splitter Verlag.

Hier gesellte sich vor allem Lucy Weber, die Tochter des legendären Helden Black Hammer alias Joe Weber, zu den in einer Kleinstadt gestrandeten Helden rund um Abraham Slam und seine Gefährten, die einst die Beschützer von Spiral City waren. Außerdem erfuhr der Leser, dass die einstige Heldin Golden Gail dereinst eine Liebesbeziehung mit dem früheren Schurken Sherlock Frankenstein eingegangen ist. Sie habe schon immer eine Schwäche für seltsam aussehende Kerle gehabt.

Das erste Spin-off aus: „The Hammerverse“

Mit „Black Hammer: Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels“ liegt nunmehr das erste Spin-off zu Jeff Lemires und Dean Ormstons Erfolgsserie vor.
Dieser Band umfasst die US-Ausgaben „Black Hammer #12“ sowie die komplette Miniserie „Sherlock Frankenstein and the Legion of Evil #1–4“.

Dabei lässt sich sagen, dass man das Spin-off zwar auch als Einsteiger lesen und verstehen kann. Doch das sollte man nicht. Denn einerseits sind die bisherigen „Black Hammer“-Bände viel zu hervorragend, um sie nicht zu lesen. Andererseits baut der vorliegende Band auf den ersten beiden Geschichten auf. So fungiert er quasi als Vorgeschichte zu „Black Hammer 2: Das Ereignis“. Im Fokus steht auch hier vor allem die Tochter von Black Hammer, Lucy Weber, und – zunächst – nicht etwa der titelgebende Superschurke Sherlock Frankenstein.

Handlung

Lucy ist eine 19-jährige Reporterin beziehungsweise gibt sich zumindest als eine solche aus. Während alle anderen denken, dass ihr Vater, der thormäßige Black Hammer, im Kampf gegen den Superschurken Anti-Gott gefallen ist, ist sich Lucy seit Kindestagen sicher, dass ihr Vater und die anderen ehemaligen Beschützer von Spiral City noch leben. Beweisen kann sie ihre These bislang jedoch nicht. Daher hat sie ihr Leben der Suche nach dem verschollenen Papa und seinen Freunden verschrieben.

Und so denkt sich die Tochter des heldenhaften Beschützers von Spiral City: Wenn man nach Black Hammer und einem Haufen Superhelden sucht, sie aber nicht finden kann, sollte man bei den einstigen Superschurken beginnen. Allerdings ist ausgerechnet Sherlock Frankenstein, der größte Schurke der Welt, verschwunden. So klappert die junge Lucy einen Superschurken der damaligen Ära nach dem anderen ab: Darunter Metal Minotaur, Cthu-Lou oder auch Grimjim.

Artwork

Die erste große Änderung zu Jeff Lemires Hauptserie sind vorliegend die Bilder. Diese stammen nämlich nicht vom begnadeten Dean Ormston, der die Hauptserie mit seinen gefühlsbeladenen und größtenteils ernsten Zeichnungen bestückt.

Der hiesige aktive spanische Zeichner und Kolorist David Rubín darf demgegenüber einen absolut eigenständigen Stil entwickeln und sein Artwork von Ormstons klar abgrenzen.

So bekommen die Leser eine deutlich weniger nüchterne Inszenierung. Es gibt ein klares Plus an schrill-bunten Farben. Geboten werden zudem cartoonartige Figuren und eine ungewöhnliche und kreative Panel-Gestaltung auf diversen Doppelseiten. Vor allem die witzigen Charakterdesigns von Rubín sind ein echter Hingucker – mir hat es besonders der schrullige Cthu-Lou mit seinem Oktopuskopf angetan. 

Kaufgrund

Wie bereits angedeutet, sollten sich vor allem die Fans von „Black Hammer“ auch dieses Spin-off nicht entgehen lassen.

Leseprobe aus „Black Hammer: Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels“ (Copyright: Splitter Verlag)

Jeff Lemire und David Rubín gestalten hier die Welt des „Hammerverse“ und ihre Nebenfiguren und diversen Superschurken liebevoll weiter aus.

Insbesondere die junge Lucy Weber und der – vermeintlich – größte Superschurke der Welt, Sherlock Frankenstein, sind eine gelungene Bereicherung des ohnehin schon ansehnlichen Kabinetts an ausgezeichneten Figuren, die vor Liebe zum Genre strotzen.

Humor obendrein

Gegenüber der Hauptserie zeichnet sich „Black Hammer: Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels“ insbesondere durch ein deutliches Mehr an Humor aus. Das ist eine schöne Abwechslung und verleiht dem Band noch zusätzlich eine gewisse Eigenständigkeit. 

Somit gibt es also nach wie vor keinen Grund, sich auch nur einen Fetzen von „Black Hammer“ durch die Lappen gehen zu lassen.
Ende Dezember / Anfang Januar dürfen wir uns dann auf „Black Hammer: Doctor Star & das Reich der verlorenen Hoffnung“ – natürlich ebenfalls bei Splitter – freuen.

Trailer

Inhalt

Im ersten Spin-off zu Jeff Lemires und Dean Ormstons Erfolgsserie »Black Hammer« erfahren wir, wie die Tochter von Black Hammer auf die vergessene Farm der Ex-Helden gelangt ist. Die Suche nach ihrem Vater führt sie zu diversen Superschurken und an gefährliche Orte. Aber schnell erkennt sie, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist und dass selbst Sherlock Frankenstein, der größte Schurke der Welt, unerwartete Seiten hat.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor & Zeichner

Jeff Lemire
(*21. März 1976) ist ein kanadischer Comicautor und Autor.
Lemire ist bekannt für seine launischen, humanistischen Geschichten und seinen skizzenhaften, filmischen Schwarzweiß-Zeichenstil.

(Quelle: Wikipedia)

Jeff Lemire – Homepage
Jeff Lemire – Twitter

David Rubín
beginnt schon in seiner Kindheit, sich für Comics zu interessieren. Seinen Einstieg als Zeichner macht er mit Publikationen in Fanzines und Anthologien in Spanien (»Humo«, »Barsowia« etc.). […] Inzwischen arbeitet Rubín vor allem für Image (»Ether«) und Dark Horse (»Rumble«, »Black Hammer: Sherlock Frankenstein«).

(Quelle: Splitter Verlag)

Details

Format: Hardcover, Bookformat
Veröffentlichung: 20.08.2018
Seitenzahl: 152
ISBN: 978-3-96219-083-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)