Review

Der rothaarige Wildfang Batwoman Kate Kane ist eine der Beschützerinnen im Zeichen der Fledermaus für ihre Heimatstadt Gotham City. In der Batman-Serie „Detective Comics“ von Batman-Schreiberling James Tynion IV ist sie gar die rechte Hand des Dunklen Ritters und leitet ein neues Team, bestehend aus Red Robin Tim Drake, der jungen Spoiler, der hartgesottenen Orphan sowie Basil Karlo alias Clayface („Batman – Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee“). Im ersten Band der „Detective Comics“-Reihe bekam es diese frischgebackene Batman-Familie mit keinem anderen als Batwomans Vater Colonel Jacob Kane und seiner Batman-Armee zu tun.

Mit „Batwoman 1: Die vielen Arme des Todes“ ist bei Panini Comics nunmehr auch die neue Rebirth-Soloserie um den waghalsigen Rotschopf gestartet. Im Auftakt-Band der Reihe sind die US-Ausgaben „Batwoman: Rebirth 1“ sowie „Batwoman #1-6“ enthalten, was insgesamt eine recht üppige, knapp 160 Seiten starke Ausgabe ergibt. Die Soloserie um Bruce Waynes toughe Cousine Kate Kane stammt aus der Feder von Batman-Vielschreiber James Tynion IV und Marguerite Bennett, die wir bisher vor allem von den „DC Comics: Bombshells“ kennen und wird – größtenteils – bebildert von dem versierten Zeichner Steve Epting, der insbesondere für seine Arbeit mit Ed Brubaker an „Captain America“ bekannt ist.

Der Einstiegspunkt in Batwomans Welt setzt nach dem oben bereits angesprochenen Band „Batman – Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee“ sowie dem ersten Batman-Crossover der Rebirth-Ära „Batman: Die Nacht der Monster-Menschen“ an, wo sich die Toten von Gotham City aufgrund der neuen Droge Monster-Venom in Ungeheuer beziehungsweise Monster-Menschen verwandelt haben.

Vorliegend geht Kate dem Auftrag des Dunklen Ritters nach, den letzten Dealer von Monster-Venom auf dem internationalen Schwarzmarkt aufzuspüren, wobei sie von Julia Pennyworth, der Tochter von Batmans Butler Alfred, unterstützt wird. Dabei wird Batwoman jedoch von ihrer eigenen Vergangenheit heimgesucht. Die Spur führt sie auf die Mittelmeerinsel Coryana, wo Warlords und allerhand andere Schurken Zuflucht finden und wo Kate einst lebte und sich in Coryanas Herrscherin verliebte. Dort lebte die Heldin ein ganzes Jahr ihres Lebens, bevor sie der Insel den Rücken kehrte. Auf Coryana hat sich Kate einst jedoch nicht nur Freunde gemacht und so muss sie sich jetzt nicht nur mit der Organisation „Die vielen Arme des Todes“ auseinandersetzen, sondern sich auch einer tödlichen Killerin aus ihrer Vergangenheit stellen …

Leseprobe aus „Batwoman 1: Die vielen Arme des Todes“ (Copyright: Panini Comics)

Batwomans neue Rebirth-Soloserie setzt beim Leser an sich keine Vorkenntnisse voraus, denn die Geschichte schließt nur lose an die oben erwähnten Ereignisse an, mit denen sich Batman und seine Mitstreiter herumplagen mussten. Insbesondere lernt der Leser hier einiges über Kate Kanes Leben, bevor sie eine Heldin wurde, wobei der Konflikt rund um die Biowaffe und die sogenannten Monster-Menschen eigentlich nur eine Randnotiz ist. Als primäre Auseinandersetzung steht schon bald der Kampf gegen eine tief enttäuschte Verliebte im Fokus, die damals ebenfalls in die Herrin der Insel Coryana – unglücklich – verliebt war und die Kate nun nach dem Leben trachtet.

Das bietet durchaus kurzweilige Unterhaltung – mehr aber auch nicht. Die ersten Kapitel um Batwoman schaffen es aber immerhin, Interesse an dem Charakter zu wecken und lassen dabei noch Luft nach oben für künftige Abenteuer.

Besonders positiv hervorzuheben ist aber, wie selbstverständlich und natürlich Marguerite Bennett und James Tynion IV mit Kate Kanes Homosexualität umzugehen wissen. Hier wird nicht mit dem Finger auf diese Facette der Figur gezeigt und diese vermeintlich „normal“ inszeniert, sondern die romantischen Szenen sind einfach spielerisch in die Handlung eingeflochten und fühlen sich zu keiner Zeit gewollt oder hölzern an – sehr erfrischend.

Das Artwork, das überwiegend von Steve Epting stammt, ist durchgehend erstligareif und macht den Auftakt-Band zweifellos lesenswert. Die übrigen Zeichner(innen) Stephanie Hans und Renato Arlem leisten auch sehenswerte Arbeit und damit ist Batwomans Soloserie nicht nur für Leser der „Detective Comics“-Reihe einen Blick wert.

Inhalt

Batwoman Kate Kane beschützt im Zeichen der Fledermaus ihre Stadt Gotham City. Als hochmoderne Waffen auf dem Schwarzmarkt verkauft werden, folgen Kate und Julia Pennyworth, die Tochter von Batmans Butler Alfred, der Spur der Waffenschieber bis auf die Insel Coryana: Dort war Kate einst die Geliebte von Coryanas Herrscherin …

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

James Tynion IV
ist ein amerikanischer Comicbuch-Autor. Er ist vor allem für seine Arbeit an Batman bekannt.

(Quelle: Wikipedia)

James Tynion IV – Twitter

Marguerite Bennett
(* 1988) ist eine amerikanische Comicbuch-Autorin.

Marguerite Bennett – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 03.04.2018
Originalausgaben: Batwoman Rebirth 1 / Batwoman 1-6
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)