Review

Gegenwärtig herrschen dunkle Zeiten im DC Universum, denn Batman ist fort, verloren im Dunklen Multiversum. Alles steht ganz im Zeichen des Events „Batman Metal“ („Batman Metal – Die Vorgeschichte 1 & 2“, „Batman Metal 1 (von 5)“, „Batman Metal Sonderband 1: Widerstand in Gotham“) vom Dream-Team Scott Snyder und Greg Capullo.

Freilich wollen wir uns aber auch weiterhin der Serie „Batman – Detective Comics“ widmen, deren zweiter Paperback „Batman – Detective Comics 2: Das Opfer-Syndikat“ im Juni bei Panini Comics erschienen ist.
Auch hier herrschen dunkle Zeiten, wenn auch nicht in einem solch weltumspannenden Ausmaß wie in Dark Nights: Metal“. Denn schließlich geht das neue Batman-Team, bestehend aus Batwoman Kate Kane, Stephanie Brown alias Spoiler, dem gestaltwandlerischen Ex-Schurken Basil Karlo alias Clayface und Orphan Cassandra Cain, nach dem Kampf gegen die „Kolonie“ unter der Führung von Batwomans Vater, Colonel Jacob Kane, vom Ableben ihres Mitstreiters Red Robin Tim Drake aus („Batman – Detective Comics 1: Angriff der Batman-Armee“).

Das trifft zwar die gesamte frischgebackene Batman-Familie schwer, aber vor allem Bruce, der davon ausgeht – abermals – das Leben eines seiner „Söhne“ und Sidekicks auf dem Gewissen zu haben; doch auch die junge Spoiler leidet schwere Qualen, schließlich waren sie und Tim ineinander verliebt.

Für Trauer bleibt dem Mitternachtsdetektiv und seinem neuen Helden-Team jedoch nicht viel Zeit, denn in Gotham City wartet – wie üblich – schon die nächste große Gefahr: das – titelgebende – Opfer-Syndikat.
Eine Gruppe brandgefährlicher neuer Gegner wütet, die den Slogan „No more Batman“ verbreitet, da sie alle unschuldige, mittelbar Betroffene von Batmans Kreuzzug sind. Sie stellen dem Fledermausmann und der Gesellschaft die klassische, unangenehme Batman-Frage und konfrontieren sie mit den Schattenseiten seines Schaffens:

Richtet Batman als Gotham Citys Beschützer, rächender Geist und Dunkler Ritter zum Schutz von Gotham City womöglich mehr Schaden an als er verhindert, und ruft er gar größere Schurken hervor, als es sie ohne seine Existenz gegeben hätte? Hat Batman Gotham besser gemacht? Ist er ein Symbol dafür, dass man vor verbrecherischem Abschaum keine Angst haben muss? Oder hat der Dunkle Ritter Gotham erst so richtig verrückt gemacht?

Fragen, die insbesondere auch in Christopher Nolans Meisterwerk The Dark Knight eine maßgebliche Rolle spielen.

Das rachsüchtige Syndikat richtet sich nun gegen alle, die Batman unterstützen, also auch gegen die Cops von Gotham und das neue Batman-Team. Zur Verstärkung holt Batman Luke „Batwing“ Fox zurück ins Boot.

In einem abschließenden Abschnitt, bestehend aus zwei Kapiteln, widmet sich der Sammelband noch den Anfängen von Batwoman Kate Kane mit Batwoman Begins“. Eine wunderbare Ergänzung zu dem neulich besprochenen Band „Batwoman 1: Die vielen Arme des Todes“.

Die neue Storyline der „Batman – Detective Comics“-Serie, geschrieben von James Tynion IV und Marguerite Bennett sowie – schon gewohnt – aufsehenerregend und imposant in Szene gesetzt von Künstlern wie Eddy Barrows, Alejandro Barrionuevo, Alvaro Martinez und noch einigen mehr, weiß abermals zu überzeugen.

Leseprobe aus „Batman – Detective Comics 2: Das Opfer-Syndikat“ (Copyright: Panini Comics)

Der Großteil der Ausgabe ist ein düsterer Bat-Thriller, der den Leser mit der Finsternis von Gotham konfrontiert und die oben genannten spannenden Fragen zu Batmans Kreuzzug aufwirft. Im Fokus steht die Rolle, die der Dunkle Ritter im düsteren Gotham spielt. Dabei verfügt die Geschichte auch über ausreichend Emotionalität, denn gerade die junge Stephanie Brown verkraftet das Verschwinden von Red Robin alles andere als gut und kapselt sich mehr und mehr ab. Schließlich ist in ihren Augen auch Tim ein Kollateralschaden im Kampf des Dunklen Rittes gegen das Böse. Für sie haben die Feinde also durchaus einen nachvollziehbaren Punkt.

Ein bisschen bedauerlich ist, dass Tynion IV und Bennett den neuen Gegnern mit den bizarren Kräften nicht etwas mehr Fleisch auf die Knochen schreiben. Denn so spannend und fesselnd das Szenario ist, so lebt und fällt das Ganze doch mit einem greifbaren und packenden Gegenspieler. Die stärkere Ausarbeitung der jeweiligen Backstory Wound hätte der Geschichte noch erheblich mehr Kraft verliehen, da der Leser die Motivation und Handlungsweisen der Mitglieder des Syndikats besser hätte nachvollziehen können. Diese Möglichkeit verpasst das Autoren-Team hier leider, wenn es die Kontrahenten des neuen Batman-Teams nur rudimentär vorstellt und farblos präsentiert.

Vom Gesamteindruck ist aber auch „Batman – Detective Comics 2: Das Opfer-Syndikat“ ein starker und lesenswerter Band, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Inhalt

Batmans neues Helden-Team bekommt es mit brandgefährlichen Gegnern zu tun, die knallhart gegen den Dunklen Ritter und die Cops von Gotham vorgehen.

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

James Tynion IV
ist ein amerikanischer Comicbuch-Autor. Er ist vor allem für seine Arbeit an Batman bekannt.

(Quelle: Wikipedia)

James Tynion IV – Twitter

Marguerite Bennett
(* 1988) ist eine amerikanische Comicbuch-Autorin.

Marguerite Bennett – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 12.06.2018
Originalausgaben: Detective Comics 943-949
Seitenzahl: 172
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)